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Trotz des kulinarischen Rufs, den das Spielerparadies bei Gourmets genoss, suchte er zuerst eines der zahlreichen Restaurants auf. So schlimm war die Küche hier nun auch wieder nicht und die Vorkoster der großen Fress-Atlanten vermutlich nur überkandidelt. Auf dem Weg schnappte er sich von einem Kiosk noch ein paar Zeitungen, um sich die Wartezeit zu vertreiben, falls es denn eine geben sollte. Ein Tisch für ihn war bereits reserviert. Denn wenn er wollte, klappte der Service auch hier ausgezeichnet; und für die VIPs natürlich ganz besonders.

In einer Art Glaspalast mit einer Unmenge wild rankender Topfpflanzen zwischen den PVC-Nischen bestellte Bount nach einem Hummer-Cocktail, Rinderlendchen, geschnetzelt, mit Curry-rahmsoße und hausgemachten Pasta. Sogar die Ober sahen hier anders aus. Es bedienten Girls in Miniröckchen und Stöckelschuhen. Wer achtete da noch auf die Qualität der Speisen. Doch nur Banausen!

Danach blätterte er ein paar der Zeitungen durch, bevorzugte dabei die »Revolver-Blätter«, weil man bei ihnen am kurzweiligsten, wenn auch keineswegs umfassend informiert wurde. Besonderes Augenmerk richtete er auf die Polizeiberichte, vielleicht ließen sie Rückschlüsse auf Sheriff Bruce Wallabys Arbeitsweise zu. Und für »pressegeil« hielt Reiniger ihn obendrein. Also würde er möglicherweise fündig werden.

Er sah sich enttäuscht. In Vegas schien es überhaupt keine Gewaltkriminalität zu geben. Dafür strotzten die Blätter geradezu von Horrormeldungen aus Los Angeles und San Francisco, woher 50 Prozent aller Kunden der Casinos kamen. Also alles perfekt durchorganisiert.

Aus Las Vegas wurde in einer ausführlichen Farbreportage ein Gewinner vorgestellt. Der Frührentner aus Pasadena hatte gestern im Moulin Rouge beim Baccara 80000 Dollar abgeräumt und strahlte jetzt glücklich ins Blitzlicht der Kameras.

Schließlich stieß Bount doch noch auf etwas Polizeimeldungähnliches. Auf zehn Zeilen wurde abgehandelt, dass es vergangene Nacht zu einem harmlosen Handgemenge zwischen einem einheimischen Bauarbeiter und ausländischen Gästen gekommen sei. Von den Gästen befänden sich einige im Krankenhaus, natürlich nur rein vorsorglich. Der Schläger sei von Sheriff Wallaby persönlich noch am Tatort festgenommen worden.

Also doch. Ganz konnte er’s nicht lassen, der fette Bruce mit dem fast so fetten Remington, und Bount Reiniger fragte sich, was das wohl für ein Mann sein mochte, der gleich ein paar ausländische Besucher in einem einzigen Aufwasch ins Krankenhaus schickte.

Er griff nach dem Tischtelefon und bekam Lionel Lister ohne Umschweife an den Apparat. Bei ihm meldete er seine Wünsche an und stieß auf Verständnis.

»Ich kümmere mich sofort darum, Bount. Ja. Ich weiß, wo Sie sich aufhalten. Warten Sie dort, bitte. Länger als eine halbe Stunde wird es wohl kaum dauern.«

Lister stellte keine Fragen. Auch das gefiel Bount. Der Mann hatte offenbar Vertrauen zu ihm. Dabei ging es Reiniger eigentlich nur darum, etwas mehr über Wallaby zu erfahren.

Das Kuvert jedenfalls hatte keinerlei Informationen über den Sheriff enthalten, sondern einzig und allein Interna über den Casinobetrieb des All America. Namen mit Fotos, den Organisationsablauf, die Lebensgeschichte Jerome Kellys, wie er sie selbst bei seiner Anstellung erzählt hatte, und so weiter. Kellys Life Story war vermutlich von hinten bis vorne erstunken und erlogen.

Bount hatte deshalb die Unterlagen in einer Kommode verstaut und sich nur eine Adresse gemerkt. Es war die jener Firma, die hier die Roulettzylinder und die Spielautomaten wartete. Ein absoluter Vertrauensposten. Die Firma wurde mehrmals im Jahr auch von der Spielbankenkommission Nevadas überprüft, einer äußerst rigorosen Behörde, die schon die kleinste Übertretung der zahllosen Bestimmungen wahrlich »faustisch« ahndete. Es gab kein Pardon.

Das Essen selbst wurde nun doch von einer Mannsperson aufgetragen. Die Mädchen, die die Bestellungen entgegennahmen. sollten wohl nur in erster Linie den Appetit anregen, und bei Reiniger war ihnen das hervorragend gelungen!

Ihm schmeckte sogar der deutlich welke Salat.


Krimi-Sammlung Tod im Leuchtturm und 7 andere Krimis

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