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„Hallo? Hallo! Verdammt noch mal, wer ist denn dran?“ Toby Rowlands donnerndes Organ kam so laut aus dem Hörer, dass Bount ihn grinsend ein Stück von seinem Ohr weghalten musste. „Leute, so macht doch nicht solchen Radau, ich kann ja kein Wort verstehen!“, sagte der Captain zu seinen Mitarbeitern. „Ron!“ Er sprach mit Lieutenant Myers, seinem Stellvertreter. „Ron, sieh zu, dass diese wilde Pavianhorde aus meinem Büro kommt.“ Stimmengemurmel. Dann knallte die Tür. Toby atmete auf und fragte etwas weniger laut, aber immer noch unüberhörbar: „Hallo, mit wem spreche ich?“

„Ich bin’s“, gab Bount schmunzelnd zurück. „Der einzige Freund, den du auf der Welt hast.“

„Bount!“, rief der Captain. Bount Reiniger musste den Hörer wieder zehn Zentimeter vom Ohr abheben. „Dich gibt es auch noch?“

Bount rümpfte die Nase. „Sag mal, kannst du nicht etwas leiser schreien? Deine Stimme perforiert mir ja das Trommelfell.“

Rogers lachte schnarrend. „Das ist ein Organ, was?“

„Allerdings. Damit könntest du volle Opernhäuser leer singen.“

„Hast du vor, mir noch ein paar solche nette Sachen zu sagen? Dann lege ich vorher lieber auf.“

„Das war’s schon“, gab Bount Reiniger grinsend zurück. „Was war denn das vorhin für ein Radau in deinem Office?“

„Sturm im Wasserglas“, erklärte der Captain. „Hat weiter nichts zu bedeuten. Die Jungens kommen sich nur mal wieder schlecht behandelt vor.“

„Von wem? Von dir?“

„Bin ich zu meinen Mitarbeitern nicht immer wie ein Vater?“ „Erspare mir die Antwort drauf“, erwiderte Bount schmunzelnd.

„Attorney Brown mimt mal wieder den großen Buhmann. Der größte Pillenschlucker vor dem Herrn hat eine Gallenkolik nach der anderen und meint, dass wir daran schuld sind.“

„Seid ihr’s?“, erkundigte sich Bount. „Wir können nicht mehr als arbeiten. Leider reicht das dem guten Mann nicht. Was soll ich machen? Aber warum belaste ich dich mit meinen Problemen. Sag mir lieber, wie es dir geht.“

„Ich kann nicht klagen.“

„Was macht June?“

„Einen guten Eindruck“, sagte Bount. „Und Wilkies größte Liebe ist immer noch die Gitarre.“

„Wird der Junge denn niemals erwachsen?“, lachte Toby.

Bount näherte sich dem eigentlichen Grund seines Anrufs. „Heute Nachmittag lernte ich Brenda Booger kennen, Toby.“

Toby Rogers knurrte: „Und ich war so blöd zu glauben, du wolltest nur mal hören, wie’s mir geht. Mrs. Booger hat dich engagiert, nicht wahr?“

„Ja, Toby.“

„Erwartest du, dass ich dir irgendwie unter die Arme greife? Dann tut es mir leid, dich enttäuschen zu müssen. Erstens darf ich das nicht..., aber das wäre noch nicht mal so schlimm, da ließe sich bestimmt ein Arrangement treffen... Es ist Punkt zwei, der mich zwingt, dich zu enttäuschen, Bount: Wir kriegen in der Sache keinen Wind in unsere Segel. Du verstehst, was ich damit ausdrücken will.“

„O ja, ich habe eine gute Schule besucht und hatte meistens die besten Zensuren.“

„Daran kann man mal wieder sehen, wie der Mensch im Laufe der Jahre abbaut“, sagte Toby ätzend. „Spaß beiseite. Wir haben getan, was wir in diesem verdammten Fall tun konnten. Eigentlich kein Wunder, wenn bei dem dürftigen Ergebnis, das unserem Fleiß beschieden war, die Galle des Attorneys verrückt spielt. Keine Spuren. Keine Zeugen. Niemand hat etwas gesehen oder gehört. Keiner kann sich an etwas erinnern, das uns weiterhelfen könnte. Der Pott ist mal wieder so verflucht leer, dass einem die Tränen kommen, wenn man in ihn hineinguckt. Ich kann dir nur wünschen, dass du mehr Glück haben wirst, als wir bis jetzt hatten.“

Bount lächelte. „Dasselbe wünsche ich mir auch.“

„Höre ich wieder von dir?“

„Du kannst dich auf nichts mehr verlassen als auf das“, sagte Bount und legte auf.

Nun lag es bei ihm, einmal mehr unter Beweis zu stellen, dass er den besseren Riecher als Toby und seine Crew hatte.

Vier Mordfälle für den Schnüffler: N.Y.D. New York Detectives Sammelband 4 Krimis

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