Читать книгу Medizin ohne Schnickschnack - Dr. Mohsen Radjai - Страница 8

FASZINATION INNERE MEDIZIN

Оглавление

Die Innere Medizin liegt mir am Herzen – mit diesen Worten begann ich meine Bewerbung beim kardiologischen Chefarzt der »Kliniken der Stadt Köln«. Dieser Aufmacher sollte ihn dazu bewegen, meine Unterlagen weiterzulesen, statt sie auf den Stapel der Ablehnungen zu legen. Da ich die Stelle als Arzt im Praktikum bekam, hat er sie wohl gelesen.

So landete ich direkt nach dem Studium als Erstes in dem damals für mich spannendsten Bereich: einer internistischen Abteilung der Schwerpunktversorgung. Ich lernte also die medizinisch-technische Behandlung auf höchstem Niveau kennen, seltene und lebensbedrohliche Erkrankungen und auch Patienten, für die wir die letzte Hoffnung waren. Vielleicht denken Sie dabei gleich an Operationen am offenen Herzen, wie sie gern sehr dramatisch in Fernsehfilmen gezeigt werden, aber tatsächlich gehört viel mehr zur Inneren Medizin: Neben Herz, Gefäßen und Kreislauf gehört die Behandlung aller inneren Organe sowie von Verdauung, Stoffwechsel, Hormonen, Blut, Immunsystem und Krebs dazu – ein weites Feld, in dem es auch mal richtig »blutig« zugehen kann und das mich bis heute fasziniert.

Mein weiterer Ausbildungsweg führte mich ins »St. Joseph Krankenhaus« im schönen oberbergischen Wipperfürth. Auch wenn hier internistische Medizin »nur« als Grundversorgung möglich war, so war die Innere Abteilung mit 100 Plan- und 5 interdisziplinären Intensivstationsbetten doch breit aufgestellt und die Arbeit dort ausgesprochen lehrreich. Wir versorgten die stationären Patienten, waren für die Aufnahme neuer Kranker und für die Intensivstation zuständig.

Gleichzeitig trugen wir für den Fall der Fälle den Notarztpieper und sprangen während der 24-Stunden-Schichten, die es damals noch gab, in den Notarztwagen, der mit laufendem Motor wartete, und rasten mit Martinshorn und Blaulicht zu den Einsatzorten. Alte Hasen gaben mir im Vorfeld den Tipp: »Iss, wenn du die Zeit hast, und richte dich nicht danach, wann du Hunger hast.« Sie sollten recht behalten: Notfalleinsätze kommen oft zu allen möglichen Zeiten und ich wusste ja unterwegs nie genau, welche Umstände mich vor Ort erwarten würden und wie schlecht es dem großen oder auch kleinen Patienten tatsächlich ging. Dem Stress der Situation stand aber immer auch das wahrhaft tief befriedigende Gefühl gegenüber, das sich einstellte, sobald ich wusste, was zu tun war, und wenn meine medizinischen Maßnahmen unmittelbar wirkten.


Info

VERSORGUNGSSTUFEN IM DEUTSCHEN MEDIZINSYSTEM

In Deutschland werden die Krankenhäuser abhängig von der Größe, ihrem medizinischen Angebot sowie der technischen und personellen Ausstattung in Versorgungsstufen eingeteilt. Da Gesundheit Ländersache ist, sind die Versorgungsstufen in den einzelnen Bundesländern nicht einheitlich definiert. Ziemlich verbreitet sind die Stufen Grund-, Regel-, Schwerpunkt- und Maximalversorgung. Vielfach werden Grund- und Regelversorgung zur »Versorgungsstufe I« zusammengefasst.

Medizin ohne Schnickschnack

Подняться наверх