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Zucker macht schlau

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Vor allem für das Gehirn stellt Zucker die wichtigste Energiequelle dar. Er ist die Basis für gute geistige Leistung. Wenn unser »Köpfchen« nicht ausreichend mit Treibstoff versorgt wird, sinken die geistige Leistungsfähigkeit und die Konzentration. Und das bessert sich erst dann wieder, wenn wir Kohlenhydrate essen und das Gehirn dadurch mit neuer Energie versorgen.

Um eine möglichst kontinuierliche Zuckerversorgung zu sichern, belohnt uns unser Gehirn dafür, wenn wir Zucker essen: Zum einen veranlasst Zucker über die Geschmacksnerven die Ausschüttung körpereigener Opioide sowie der Glückshormone Dopamin und Serotonin.. Zum anderen führen größere Mengen Zucker im Gehirn zu einer erhöhten Aktivität der Nervenzellen, die wiederum dafür verantwortlich ist, dass wir angenehme Gefühle intensiver empfinden. Kein Wunder also, dass wir so gerne Zucker essen.


Wenn wir Zucker essen, fördert dies auch die Aufnahmefähigkeit des Gehirns für Tryptophan, eine Aminosäure aus dem Nahrungseiweiß, das im Gehirn in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird.

Weil das Gehirn bei der Steuerung des Körpers die zentrale Rolle einnimmt und zugleich Sitz unserer Emotionen und unseres Bewusstseins ist, steht es in der Körperhierarchie über allen anderen Organen. Dementsprechend ist es auch auf eine gleichmäßige und sichere Energieversorgung angewiesen, damit alles optimal abläuft.

Bei der Steuerung der Körperfunktionen müssen die einzelnen Funktionen intern aufeinander abgestimmt werden. So ist zum Beispiel das Kleinhirn für die Kontrolle der Körperbewegungen zuständig, der Hippocampus für das Kurzzeitgedächtnis und das Abspeichern von wichtigen Informationen im Langzeitgedächtnis. Andere Bereiche des Gehirns wie die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) schütten Hormone aus, die andere hormonproduzierende Organe wie die Nebennierenrinden steuern, in denen wiederum weitere Hormone gebildet und in den Körper ausgeschüttet werden.

Das Gehirn ist aber nicht nur dafür zuständig, die verschiedenen Körperfunktionen aufeinander abzustimmen. Es muss dazu auch noch äußere Reize wie zum Beispiel Hitze oder Stress berücksichtigen und verarbeiten, damit wir entsprechend auf sie reagieren können. Selbst im Schlaf laufen diese komplexen Abstimmungs- und Steuerungsfunktionen ab – nicht nur, damit wir nicht versehentlich aus dem Bett fallen, wenn wir uns nachts umdrehen. Genauso müssen wir im Schlaf weiter atmen, unser Herz muss weiter das Blut durch den Körper pumpen, die Körpertemperatur muss weiter reguliert werden …

Während wir schlafen, werden zudem Regenerationsprozesse angestoßen und auch das Immunsystem ist nachts sehr aktiv: Unerwünschte körpereigene Zellen wie Tumorzellen, aber auch »Eindringlinge« wie Bakterien und Viren werden in diesen Stunden besonders gut erkannt und eliminiert. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal erlebt, dass sich eine Erkältung anbahnen wollte, Sie sich aber, nachdem Sie ausgiebig geschlafen haben, wieder gesund fühlten. Als kleiner Tipp fürs nächste Mal: Da Kälte die Durchblutung beeinträchtigt und die Immunzellen deswegen schlechter alle Bereiche des Körpers erreichen können, ist ein warmes Bad vor dem Schlaf hilfreich. So kann die körpereigene »Gesundheitspolizei« Bakterien- und Vireninfektionen über Nacht noch besser bekämpfen.

Das Gehirn schläft also nie, sondern wechselt nachts nur den Arbeitsmodus. Und deshalb benötigt der Körper, obwohl wir uns beim Schlafen kaum bewegen und wenig Muskelarbeit leisten, auch nachts relativ viel Energie.

Weil Fett pro Gramm deutlich mehr davon hat als Zucker, könnte man annehmen, dass das Gehirn besonders gerne Fett aufnimmt und für seine Energieversorgung verwendet. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Unser Gehirn steht nicht auf Fett, sondern liebt Zucker und verwendet daher vor allem diesen Stoff als Energiequelle, was sich mithilfe eines Positronenemissionstomographen (PET) gut verdeutlichen lässt. Man injiziert dazu einen speziellen Zucker, der mit einem radioaktiven Fluormolekül (F18) markiert wurde. Diese sogenannte Deo-Glukose ist fast genauso aufgebaut wie normale Glukose, kann allerdings, nachdem sie in die Zellen aufgenommen wurde, dort nicht abgebaut werden. Stattdessen reichert sie sich in den Zellen an und kann daher durch die radioaktive Markierung lokalisiert werden. So lässt sich nicht nur der Weg des Zuckers ganz genau nachverfolgen, man sieht auch, dass das Gehirn schnell und viel Zucker aufnimmt.

Fit mit Zucker

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