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1.5 Franz von Assisi – gelebtes Armutsideal
ОглавлениеAuf Franziskus als Diakon finden sich Hinweise in künstlerischen Darstellungen. So wird Franziskus in der Sakristei von Sant’Angelo, einer der franziskanischen Klosterkirchen in Mailand, in einem in der Zeit des Barock geschaffenen Deckenfresko bereits mit Albe, Zingulum und Diakonenstola gewandet dargestellt, ein Engel überreicht ihm eine Dalmatik.
Franziskus lebte bewusst ein Armutsideal. Es ging ihm nicht um ein Amt, er war in seinem Herzen Diakon. Die Priesterweihe, für die er sich nicht würdig hielt, lehnte er ab, um sich so auf besondere Weise mit Christus, dem dienenden Gottesknecht, zu vereinen. „Er hatte eine tiefe Reflexion des Diakonats, die ihn dazu führte, eben diesen Weihegrad – und keinen anderen – anzustreben und in ihm zu bleiben.“ Den Diakonat verstand er nicht bloß als liturgischen Dienst, sondern umfassender: Er wollte als Diakon Gottes und der Menschen sakramentaler Repräsentant des dienenden Herrn sein.20 „Gerade weil Franziskus in seinen Briefen und Regeln immer wieder das Dienen betont, die Karriere nach unten statt nach oben, das Verweilen bei den Armen und Bettlern am Weg, steht bei ihm nicht das Amt im Vordergrund, sondern der Dienst, nicht das Diakonat, sondern die Diakonie. Sein ganzes Leben ist ein Beispiel ‚pro Diakonia Christi‘.“21 Das Leben und Wirken des Diakons Franziskus zeigt, wie in der Berufung zur Nachfolge und zur liebenden Sorge um die Armen eine versiegte Quelle wieder neu fruchtbar werden kann.