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Aufbruch zum Dschungeldorf

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Cover kreiert von Beatrice Schnell

Korrekturen M. Moser

Olivia beobachtet, wie sich das Boot langsam einer Bucht nähert. Das Boot bringt sie auf die Insel Pulau Taliabu. Vom kleinen Ort Desa Tikong aus, wird sie mit einem Fahrzeug in den Dschungel fahren. Es ist geplant, dass sie sechs bis acht Wochen bei einem einheimischen Stamm wohnen wird. Bis ins Dschungeldorf ist noch ein weiter Weg. Die Uni Basel hat alles organisiert, doch es ist anzunehmen, dass es noch einige Probleme geben wird.

Die ersten Probleme gab es bereits in Jakarta. Die Visa zum Besuch dieser Insel werden sehr restriktiv gehandhabt. Der grösste Teil der Insel steht seit Jahren unter Naturschutz. Deshalb sieht man es nicht gern, wenn sie von Europäer besucht wird. Sogar einheimische Studenten bekommen nur in seltenen Fällen eine Bewilligung.

Nur dank den guten Beziehungen von Professor Tobler, hat sie es doch noch geschafft ein Visum zu bekommen. Als Gegenleistung werden vier Studenten aus Indonesien in der Schweiz zum Forstwart ausgebildet.

Olivia ist froh, dass sie endlich in ein ruhigeres Gewässer einfahren. Das kleine Boot schwankt auf dem offenen Meer stark. Ursprünglich war ausgemacht, dass sie mit einem Helikopter eingeflogen wird, doch davon wollte man in Jakarta nichts wissen. Mit einem Flugzeug flog sie nach Bobong. Dort wurde ihr Gepäck auf ein kleines Boot verladen, da musste sie auch ihr Handy abgeben.

Nun sind sie schon fünf Tage mit dem Boot unterwegs. Immer wieder besuchten sie kleine Küstenorte und luden Waren aus. Olivia muss sich umstellen. Hektik bringt hier nichts. Den Leuten läuft die Zeit nicht davon. Das Wort Eile gibt es in ihrer Sprache nicht.

Vorsichtig steuert der Bootsführer das Boot in die Bucht. Er muss achtgeben, dass sie nicht auf Grund laufen. Das Wasser ist nicht tief und zudem gibt es Korallen, die nahe an die Wasseroberfläche reichen, die darf man nicht beschädigen.

Endlich ist das Boot am Steg vertäut und die wartenden Frauen beginnen mit Ausladen. Der Lastwagen kann nicht bis zum Landungssteg vorfahren, deshalb muss Olivias Material von Frauen zum Lastwagen gebracht werden. Geschickt balancieren die Frauen die teilweise unförmigen Lasten auf ihren Köpfen. Es wird Olivia einige Dollars an Trinkgeldern kosten. Man hat sie entsprechend mit kleinen Scheinen ausgerüstet.

Am Landungssteg winkt ihr ein junger Mann zu. Das ist sicher Jusuf, er wird sie auf der Fahrt begleiten. Erstens verlangt dies die Regierung und zweitens, ist es sicher kein Nachteil, wenn sie jemand dabei hat, welcher sich mit den Örtlichkeiten auskennt und die Sprache versteht.

«Hallo, sie sind sicher Miss Hauser?», begrüsst sie Jusuf auf Englisch, «ich bin Jusuf», erklärt er und lächelt.

«Ja, ich bin Miss Hauser», lächelt sie zurück, «bitte nenne mich Olivia, das ist persönlicher.»

Mit kritischem Blick mustert Jusuf seinen Gast. Die blonden Haare und ihre Körpergrösse, von einem Meter siebzig, sind auf dieser Insel eher selten. Sie verwirren ihn. Dank ihren strahlenden blauen Augen findet er die Fassung wieder.

«Olivia, ein schöner Name. Komm ich zeige dir den Lastwagen», erklärt er voller Stolz.

Olivia folgt ihm durch das kleine Dorf. Die Häuser bestehen aus Bretterverschlägen und sind meistens mit Blechen von aufgeschnittenen Fässern bedeckt. Der Weg ist mit Schlamm bedeckt und sie ist froh um ihre guten Schuhe.

Hinter einem grossen Busch steht der stolz angekündigte Lastwagen. Doch Olivia findet nichts, worauf man stolz sein könnte. Der Lastwagen ist ein uraltes Relikt aus der Zeit, als man hier noch Tropenhölzer fällte und versuchte eine Holzindustrie aufzubauen. Dieser Versuch scheiterte zum Glück an den Bedingungen. Es gab keine Möglichkeit mit grossen Schiffen das Dorf zu erreichen. Deshalb wurde der Versuch relativ schnell aufgegeben und die Insel zum Naturschutzgebiet erklärt.

«Ein guter Lastwagen», erklärt Jusuf, «ist das einzige Fahrzeug in dieser Gegend.»

«Ich hoffe, das alte Ding läuft noch», entgegnet Olivia, «ein Fussmarsch wäre zu anstrengend.»

Mit einem zuversichtlichen Grinsen beantwortet Jusuf ihre Bedenken. Er ist etwa eins siebzig gross, mit braun glänzender Haut und breiten Schultern. Für Olivia dürfte er etwas grösser sein, doch er gefällt ihr recht gut.

Jusuf springt auf die Ladefläche und verstaut die Kisten, welche von den Frauen angeliefert werden. Lediglich den Rucksack mit Olivias persönlichen Sachen hängt sie sich selber um.

«Komm, ich zeige dir, wo du heute Nacht schlafen kannst», erklärt Jusuf, nachdem er eine Plane über die Kisten gespannt hatte, «wir haben für dich ein Feldbett, die Hängematten sind für Europäer etwas unbequem».

Ihr reicht es schon, dass sie ohne das Schwanken des Schiffes schlafen kann. Im Dschungeldorf wird sie sich später noch an die Hängematte gewöhnen müssen.

«Ich lade dich ein, auf dem kleinen Platz hinter dem Dorf werden heute Abend Fische gebraten und eine kleine Feier veranstaltet, es würde uns freuen, wenn du unsere Einladung annimmst.»

«Ja gerne, kann ich mich noch etwas frisch machen?»

Die Frage war eigentlich nicht nötig. Sie zieht die Schuhe aus und springt vom Steg, im Shirt und den Shorts in Meer. Schon beim untertauchen sieht sie, dass sie in ein Traumwelt eingetaucht ist. Die Augen brennen, aber diese fantastische Unterwasserwelt muss sie einfach sehen. Immer wieder taucht sie zu den Korallen ab und kann nicht genug sehen. Als sie kurz auftaucht, erinnert sie Jusuf daran, dass sie noch eingeladen ist und sich beeilen muss. Sie watet aus dem Wasser. Ihr Shirt klebt an ihrem Körper. Ihr BH zeichnet sich deutlich ab. Jusuf wird etwas verlegen und weiss nicht wo er hinschauen soll.

«Gibt es eine Dusche», fragt sie Jusuf.

«Natürlich, die Hütte hat nebst dem Bett auch eine einfache Dusche, ich warte am Feuer auf dich, du kannst es nicht verfehlen.»

Die Dusche war kalt und das Wasser reichte kaum aus, das Shampoon auszuwaschen. Dann suchte sie ihm Rucksack ihre besten Jeans heraus und machte sich mit hochgesteckten Haaren auf, zum Feuer.

Der über dem Feuer gebraten Fisch schmeckt ausgezeichnet. Trotzt erheblichen Sprachproblemen wird es ein lustiger Abend. Doch schon kurz nach Sonnenuntergang zieht man sich zurück. Man will morgen bei Tagesanbruch aufbrechen und Olivia braucht dringend noch etwas Schlaf. Wer weiss, wann sie wieder in einem Bett schlafen kann?

Es ist noch dunkel, als Jusuf an ihre Türe klopft. Sie windet sich aus dem Schlafsack und schiebt das Moskitonetz zur Seite. Verschlafen öffnet sie die Türe.

«In einer halben Stunde fahren wir los», erklärt Jusuf und stellt ihr einen Krug mit heissem Kaffee auf den Tisch, «beeil dich, der Fahrer wartet nicht gerne, jede Minute ist kostbar.»

Ein kurze Dusche und schon ist Olivia munter. Auf was hat sie sich da eingelassen? Doch für Bedenken ist es zu spät, jetzt kann sie nicht mehr abbrechen.

Sie setzt sich eben hin, um den Kaffee zu trinken, als von aussen ein ohrenbetäubender Lärm zu hören ist. Eine Fehlzündung nach der anderen weckt das ganze Dorf. Olivia befürchtet, dass der Motor nie in Gang kommt. Als sie den Kaffee getrunken hat, läuft der Motor bereits ohne Unterstützung des Anlassers. Noch könnte man ihn nicht belasten, immerhin, er tönt immer besser. Es wird Zeit, dass sie ihre Sachen in den Rucksack verstaut und zum Lastwagen eilt.

Während Jusuf hinten auf der Ladefläche sitzt, hat sie das Privileg, neben dem Fahrer zu sitzen. Ein wilder Kerl. Leider versteht er kein Wort Englisch, alles deutet auf eine langweilige Fahrt hin.

Noch immer ist der Fahrer bemüht, den Motor besser einzustellen. Durch sanftes Antippen des Gaspedals versucht er, den Motor in Schwung zu bringen. Der Motor beantwortet seine Bemühungen mit einer dicken schwarzen Rauchwolke, die aus dem über der Fahrerkabine angebrachten Auspuff in den Himmel entweicht.

Ein breites Grinsen des Fahrers deutet darauf hin, dass es gleich losgeht. Geräuschvoll legt er den ersten Gang ein. Dann gibt es einen kleinen Ruck und der Lastwagen setzt sich in Bewegung. Zuerst nur langsam und von heftigem Rucken begleitet, doch dann schafft er es, den zweiten Gang einzulegen, nun wird die Fahrt schneller und ruhiger. Die Strasse ist in einem recht guten Zustand und mit dem ersten Sonnenstrahl verlassen sie das Küstendorf.

Schon nach zehn Minuten wird die Strasse steiler und vor allem schlechter. Der Lastwagen braucht die ganze Strassenbreite. Die engen Kurven werden ohne abzubremsen durchfahren. Olivia hat am Anfang Angst, wenn jetzt einer entgegen kommt, dann kracht es. Erst allmählich wird sie ruhiger. Das Risiko, dass ein Fahrzeug entgegen kommt, ist ausgeschlossen, es ist ja das einzige Fahrzeug weit und breit. Zudem hört man sie sicher schon aus einigen Kilometer Entfernung.

Auch wenn der Fahrer kein Wort spricht, die Fahrt ist alles andere als langweilig. Mal rutscht der Lastwagen gefährlich auf die Seite und droht in den nun sehr dichten Dschungel auszubrechen, oder dann hängen Äste sehr weit hinunter. Geschickt weicht der Fahrer aus oder verlangsamt die Geschwindigkeit soweit, dass der Ast ohne Probleme von Jusuf weg geschoben werden kann.

Wenn die Büsche etwas Platz lassen, riskiert Jusuf einen Blick ins Heckfenster, das keine Scheibe mehr hat und erkundigt sich nach ihrem Befinden. Mit gehobenem Daumen zeigt sie an, dass alles in Ordnung ist.

Für Olivia ist die Fahrt durch den dichten Urwald ein Ereignis. Sie kann sich an der unterschiedlichen Pflanzenwelt nicht satt sehen. Bei ihrem Ethnologie Studium hat sie Biologie, also die Pflanzenfauna zur Zeit der Pfahlbauer in der Schweiz, als ihr Hauptthema gewählt. Deshalb hat sie sich auf dieses Abenteuer eingelassen. Seit der Fernsehsendung über die Pfahlbauer interessiert sie sich für dieses Thema. Sahen die Wälder zur Zeit der Pfahlbauer in der Schweiz ähnlich aus, wie dieser Urwald? Nun, in sechs Wochen kann sie die Frage hoffentlich beantworten.

Sicher hatten die Pfahlbauer keine solch halsbrecherischen Fahrten mit einem Lastwagen zu bestreiten. Der Fahrweg steigt inzwischen stark an. Auf dem glitschigen Weg ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie nicht mehr weiter kommen. Olivia hält sich krampfhaft am Haltegriff fest. Noch geht es im Schritttempo vorwärts. Auf der Ladebrücke hält Jusuf ein dickes Holzstück bereit. Als es nicht mehr weiter geht, springt er ab und schiebt das Holzstück unter die Hinterräder. So verhindert er, dass der Lastwagen zurückrollen kann.

Wie friedlich wäre es doch, jetzt in einem Einbaum über einen ruhigen See zu paddeln. Stattdessen beobachtet sie wie Jusuf mit dem Ende eines Drahtseils, welches jetzt von der Winde abgewickelt wird, versucht den steilen Weg hochzusteigen. Je höher er kommt, umso schwerer wird das Drahtseil. Olivia steigt aus, sie will ihm helfen. Mit ihren guten Schuhen hat sie besseren Halt als Jusuf, welcher barfuss im Schlamm steht. Mit vereinten Kräften schaffen sie es, einen starken Baum zu erreichen und das Seil zu befestigen.

Nun heult der Motor wieder auf. Das Seil spannt sich. Langsam bewegt sich der Lastwagen die Steigung empor. Meter um Meter wird der Lastwagen hochgezogen. Olivia und Jusuf sind damit beschäftigt, das Holzstück nachzuschieben. Nach zwanzig Meter wird die Position gesichert und das Seil an einem Baum weiter oben befestigt. Meter um Meter überwinden sie die Steigung. Endlich wird es etwas flacher und auch der Weg ist trockener. Das Seil kann eingerollt werden und es geht wieder zügiger weiter.

Stunden später scheint die Passhöhe erreicht zu sein. Auf einem kleinen Platz stellt der Fahrer den Lastwagen ab. Unter den Bäumen ist ein Unterstand. Zeit für eine Pause. Olivia sucht sich im Rucksack etwas zu essen. Noch hat sie einige Reserven mit Proviant aus der Zivilisation. Jusuf lehnt den Schokoriegel, den sie ihm angeboten hat, ab, er hat seine eigene Verpflegung. Er kaut auf einer Wurzel, noch hält sich ihr Forscherdrang im Rahmen. Sie fragt gar nicht, um welche Pflanze es sich handelt. Sie ist total erschöpft und will jetzt noch keine Experimente mit fremden Nahrungsmitteln eingehen. Später im Dorf muss sie sich an die einheimische Nahrung gewöhnen.

Nun nimmt sie den kleinen Fotoapparat hervor. Am Morgen hat sie ganz vergessen, einige Bilder von dieser abenteuerlichen Fahrt zu schiessen. Nun holt sie es nach. Von Lastwagen sieht man beinahe nichts mehr. Er ist vollständig mit einer Schlammschicht bedeckt. Während der Fahrer noch einigermassen sauber aussieht, sehen Jusuf und Olivia aus, wie wenn sie eben vom Schlammkatschen kommen. Stolz stellen sie sich vor den Laster und der Fahrer macht einige Fotos. Ihre Freundin Anna wird sich kranklachen wenn sie diese Bilder sieht. Die liegt jetzt in Basel in ihrer Studentenbude und wird noch tief schlafen. Eine solche Fahrt wäre sicher nichts für sie, da könnten ja ihre Fingernägel schmutzig werden.

Nachdem sie sich etwas erholt haben, winkt ihr der Fahrer zu. Anscheinend soll sie im Folgen. Hinter dem Unterstand führt ein schmaler Fussweg in den Wald. Sie folgt ihm mit einem mulmigen Gefühl. Der Weg steigt nochmals leicht an, ist jedoch nicht so glitschig. Sie kommen gut voran.

Nach einer Viertelstunde lichtet sich der Wald. Sie erreichen eine baumfreie Zone. Am einen Ende der Lichtung ist eine Kante sichtbar. Offensichtlich befinden sie sich auf einem Berg, dessen Flanke auf einer Seite beinahe senkrecht abfällt. Vorsichtig nähert sie sich der Kante und ist verzaubert. Von diesem Punkt aus kann man weit über die Insel blicken. Ein unglaublicher Ausblick. Der Wald unter ihr muss unendlich gross sein. Soweit man schaut, eine geschlossene grüne Decke. Sie macht zahlreiche Fotos.

«Dort ist dein Dorf», erklärt ihr Jusuf und zeigt auf einen Punkt in der Ferne.

«Das ist noch sehr weit weg», meint Olivia, «kann man diesen Felsen vom Dorf aus sehen?»

«Vermutlich nicht, die Bäume sind zu hoch. Die Dorfbewohner kennen vermutlich eine Stellen, von der aus man die Wand sehen kann.»

Olivia kann sich kaum satt sehen. So viel Natur auf einmal, hat sie noch nie gesehen. Welche Tiere leben wohl in diesem Wald? Sicher ist, man muss höllisch aufpassen, dass man sich nicht verläuft, man würde nie mehr herausfinden.

«Komm», erklärt Jusuf, «es gibt noch eine Überraschung!»

Jusuf folgt der Kante der Felswand und winkt. So schnell wie möglich versucht sie ihm zu folgen.

Einige Meter von der Kante entfernt sieht sie eine mit Blättern bedeckte Hütte. Jusuf geht direkt auf sie zu. Als sie sich nähern, tritt ein Mann aus der Hütte.

«Komm, hier kannst du telefonieren», erklärt Jusuf voller Stolz.

«Was, Telefonieren?»

«Ja, die Regierung hat hier ein Satellitentelefon installiert.»

«Du meinst ich kann nach Hause telefonieren?»

«Ja, und erst noch kostenlos. Die Regierung ist sehr grosszügig. Eigentlich muss Prior den Wald beobachten und Waldbrände oder andere Vorkommnisse nach Jakarta melden, doch ein privates Gespräch ist nicht verboten.»

Prior ist ein kleiner jünger Eingeborener mit einem breiten Lachen im Gesicht. Mit einem verschmitzten Grinsen bittet er Olivia ihm zu folgen.

Staunend betritt Olivia die Hütte. Prior bietet ihr einen Stuhl an. Dann bemerkt sie das Gerät. Auf einem Tisch steht tatsächlich ein Satellitentelefon.

«Hast du die Nummer, welche du anrufen willst?»

«Ihr Telefonbuch hat sie nicht mitgenommen, die Nummer ihrer Wohnung weiss sie natürlich auswendig. Schnell schreibt sie sie auf ein Blatt Papier. Prior beginnt zu wählen. Es knackt und rauscht, dann ein Summton. Wieder Knacken und endlich hört sie den vertrauten Summton. Viermal, fünfmal, sechsmal. Ist Anna nicht zu Hause?

Dann endlich die verschlafene Stimme: «Ja, was gibt’s?»

«Olivia! - Hallo Anna, ich wollte mich noch einmal melden!»

«Bist du wahnsinnig geworden, mich um sechs morgens Uhr zu wecken?»

«Entschuldigung! – Ich weiss gar nicht welche Zeit ihr in der Schweiz habt. Seit mehreren Tagen habe ich erstmals die Möglichkeit zu telefonieren, da wollte mich kurz melden.»

«Ach du bist es, Olivia», langsam wird Anna wach und begreift, wer sie anruft, «natürlich darfst du mich um diese Zeit anrufen, ich bin nur noch nicht richtig wach», entschuldigt sich Anna.

«Du glaubst nicht wo ich bin?», beginnt Olivia.

«Also, mach’s nicht so spannend, schiess los, so früh am Morgen bin ich nicht für ein Quiz geschaffen.»

Damit war der Bann gebrochen. Olivia erzählt ihrer Freundin alles, was sie in den letzten Tagen erlebt hat. Die Männer schauen sich verwundert an. Sie verstehen kein Wort was die beiden miteinander zu besprechen haben. Sie wundern sich nur, dass es so lange dauert. Was will man machen, sie haben Verständnis, schliesslich ist es für Olivia das letzte Telefongespräch für längere Zeit.

«Ach Olivia, ich muss leider abbrechen, es ist Zeit, ich muss zur Uni. Dein Anruf hat mich gefreut.»

«Gut Anna, ich mache jetzt Schluss, die Männer schauen auch schon langweilig in der Gegend rum, sie wollen weiter. Ich wollte nur, dass du weisst, das ich unterwegs bin.»

«Bist du sicher, dass du das durchstehst?», fragt Anna, «für mich tönt es sehr gefährlich.»

«Ich bin auch nicht mehr sicher, dass ich hier heil rauskomme, es dürfte eine harte Prüfung werde. Doch jetzt ist es zu spät, ich kann nicht mehr zurück. Drück mir die Daumen, ich glaube ich werde es brauchen.»

«Mach ich, - übrigens Tim hätte gern einige Steine von dieser Insel, wenn du etwas findest, bringe sie mit. Er meint die Insel könnte geologisch sehr interessant sein.»

«Geologisch interessant? – Ich sehe nur Bäume, vielleicht finde ich doch noch einige Steine, dann bringe ich sie mit, allerdings nur kleine.»

«Schon gut, wenigstens einige Steinchen, das wird ihn zufrieden stellen.»

«Also, tschüss», Olivia kommen beinahe die Tränen, sie muss das Gespräch beenden.

«Tschüss Olivia, - pass auf dich auf!»

Mutige Studenten

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