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Wontorra II

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Er läßt nicht locker. Da hatten wir ihn endlich aus unserem Gedächtnis gestrichen, schon reicht er die Scheidung ein und streckt uns beinahe täglich aus der Zeitung sein bumsfideles Face entgegen. Also gut, Wontorra, dann schauen wir in Deine Autobiographie Halbzeit mit Helden – Geschichten, die der Fußball schreibt (Düsseldorf/München 1997) hinein, doch, tun wir glatt, wir haben wirklich nichts Besseres zu schaffen, und was lesen wir?

Franz Beckenbauer »ist halt in der Zusammenarbeit mit uns Journalisten ein absoluter Profiund einfach auch ein netter Mensch. Er hat in dem Moment erkannt, daß ich etwas riskiere, einen unkonventionellen Weg gehe.« Yeah, Wonti! Du arbeitest echt unkonventionell, risikofreudig und journalistisch! Daß das nie zusammenpaßt, dämmert Dir freilich nicht. Du bist nämlich damit beschäftigt, Deine erbärmliche »Laufbahn« zu heroisieren, Deinen mutigen Kampf gegen Vorgesetzte, »kantige« Spieler und Funktionäre (»Rummenigge, der seine Denkanstöße so gleichmäßig verteilt wie weiland die Flanken«; »schon so manchem Verein hat Hoeneß das Herz herausgerissen«).

Es war schwer, denn »ich galt bei meinem Eintritt in seine [Fritz Kleins] Redaktion als ausgewiesener Linker«, der es schließlich fertigbrachte, den Kaiser anzusprechen, ohne gefeuert zu werden: »Damals habe ich eine ganze Menge erfahren über den Menschen Franz Beckenbauer. Daß er einer ist, der es am liebsten wirklich jedem recht machen will, manchmal sogar gegen seine Überzeugung.«

Wir haben das Buch von Mister »Mittlerweile duze ich auch Franz Beckenbauer. Aber dahin führte ein langer Weg« sogar wegen unserer Überzeugung einfach weggeworfen. Was Du, Wontorra, mit Deiner »Karriere« genauso machen könntest, oder? – Wutsch!

Na bitte.

Fußball! Vorfälle von 1996-2007

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