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»AAAAUUUU!«

Ulv träumt, ein Troll reißt und zerrt an seinem Backenzahn. Es tut so WEH!

Er schreit so laut, dass alle im Haus aufwachen. Die Tränen laufen die Wangen hinunter. Es hilft nichts, dass Ville versucht, sie abzuschlecken.

Der Zahn! Der Zahn!!!

Anneli nimmt ihn in die Arme, obwohl er schon ein großer Junge ist. Sie fühlt, dass er brennend heiß ist. Und sie weiß sofort, was zu tun ist.

Gegen Zahnschmerz hat sie eine gute Medizin oben auf dem Dachboden. Sie hat im Frühjahr die erste Kreuzotter in eine Flasche Branntwein gelegt. Schlangenfleisch ist gut gegen vieles und die erste Schlange im Frühling besitzt besondere Kraft. Sie aber muss sich jetzt sieben Jahre lang äußerst in Acht nehmen, wenn sie in den Wald geht. Die Schlangen werden versuchen, sich zu rächen.

Aber das Fieber ... Was hat sie, was dagegen hilft? Ja doch, zerbröseltes Schwalbennest, gekocht mit Schmutz vom Pferdehuf. Wenn man sie nur ein Weilchen in Frieden ließe, damit sie das Benötigte zubereiten könnte! Doch Gertrud steht neugierig neben ihr und wartet, was sie tun wird.

»Leg dich wieder hin«, bittet Anneli, »ich werde mich um ihn kümmern!«

Nein, weder Gertrud noch Bengt haben Ruhe zum Schlafen.

»AAAUUU!«

Der Schmerz reißt an dem armen Kind. Anneli zögert, doch schließlich kümmert es sie nicht länger, was Gertrud sieht. Der Junge schreit und brüllt und in ihr schmerzt es ebenso wie in seinem Zahn.

Endlich kann sie ihm die bitteren Tropfen aus Schlangengift und Branntwein einflößen. Sofort verstummt er und schafft es kaum, die zweite Arznei hinunterzuschlucken, ehe er in tiefen Schlaf fällt.

Anneli schaut ihm in den Mund. Der Zahn hat ein Loch, also ist es das Beste, ihn herauszuziehen, solange der Junge schläft. Ist er erst wieder aufgewacht, geht es nicht so leicht.

Morgen wird sie den Zahn in eine Birke bohren. Dann kommt der Zahnschmerz nie wieder.

Hinterher prahlt Ulv vor dem Nachbarn mit seinem Zahn und eines Abends kommt dieser auf den Hof geschlichen.

»Ulv hat erzählt, du kannst Zahnweh heilen«, flüstert er Anneli zu. »Nun frage ich mich, ob du vielleicht etwas gegen mein Rückenleiden tun kannst.«

Anneli erschrickt.

»Der Junge hat einen Alptraum gehabt«, antwortet sie kurz, doch ihr Herz hämmert.

Niemand im Dorf darf von ihrem Wissen erfahren! Sie vergisst niemals, wie es Ylva ergangen ist.

Ulv muss versprechen, nie mehr von seinem Zahn zu erzählen. Doch weshalb er schweigen soll, sagt man ihm nicht. Verstohlen schaut er Anneli an und findet es sonderbar.

Als Bengt eines Abends unter Bauchgrimmen leidet, wagt Anneli zunächst nicht, ihm zu helfen, obwohl sie es könnte. Als sie schließlich doch gezwungen ist, tut sie es heimlich.

»Geh die Rüben verziehen«, sagt sie zu Ulv.

Doch Gertrud lässt sich nicht so leicht überlisten. Sie bleibt stur im Haus sitzen. Anneli muss ein paar Tropfen vom Schlaftrunk aus Mohnsaft in die Suppenschale der Alten geben, ehe sie Bengt behandeln kann.

Schon am Abend ist er wieder gesund. Wie gewöhnlich hilft ihre Medizin.

Hexenjunge

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