Читать книгу Selbstversorgung - Marie Diederich - Страница 5
ОглавлениеJEDES HUHN HAT SEINE GANZ EIGENE PERSÖNLICHKEIT.
Die große Frage, eine, die wir uns immer öfter stellen, ist die nach dem, was wir wirklich brauchen. Oder anders gesagt: Geht es nicht einfacher, können wir nicht leichter werden? Viele sehnen sich nach Entschleunigung, nach weniger. Es erdet ungemein, im Garten zu arbeiten, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen und Wind und Wetter zu spüren. Und abends am Lagerfeuer zu sitzen, ist so viel erfüllender als der nächste Serienmarathon.
Das Schöne an der Selbstversorgung, egal ob teilweise oder voll, ist die Wertschätzung, die man zurückgewinnt: für das Gemüse, Obst, überhaupt für sein Essen, für die Tiere – und für die Dinge, die wir schon so gewohnt sind, dass wir gar nicht mehr wissen, woher sie kommen oder wie sie entstehen. Frische Sommergemüse wie Tomaten und Zucchini gibt’s bei uns nur in den warmen Monaten. Was sich erst mal nach einem entbehrungsreichen Leben anhört, ist eigentlich genau das Gegenteil: Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie groß unsere Vorfreude auf die erste Tomatenernte ist. Der süße Geschmack einer selbstgezogenen Tomate ist einfach unvergleichlich. Und wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, kann eine wässrige Wintertomate, die in den kalten Monaten in einem weit entfernten Gewächshaus gewachsen ist, nicht mehr mithalten.
Auch die Hühner machen im Winter eine Legepause – wir sorgen zwar vor und machen den Sommer über Eier für den Winter haltbar, aber wenn die aufgebraucht sind, legen auch wir eine Eierpause ein und können es kaum erwarten, dass die Tage länger werden und unsere Hennen wieder anfangen zu legen (Du willst gleich mehr darüber wissen? Schau doch auf Seite 224). Das erste Ei im Jahr ist immer ein kleines Festmahl.
Wir kennen die Geschichte hinter den Lebensmitteln, die wir selbst anbauen. Wir haben das, was wir essen, mit eigenen Händen erzeugt, und das fühlt sich einfach gut an. Wer Selbstversorgung ausprobiert, wird ganz automatisch verzaubert: vom Brot, das man selbst gebacken hat, von den unterschiedlichsten Farben, in denen Hühnereier leuchten können, oder vom Geschmack selbstgezogener Karotten, den man eigentlich schon vergessen hatte. Selbstversorgung ist magisch!
Also: Was brauchen wir wirklich? Was wollen wir selbst machen und vor allem: Was können wir überhaupt selbst machen? Und was passt zu dir? Das sind die großen Fragen, die gleich zu Beginn aufkommen. Denn sich selbst zu versorgen, heißt auch planen.
Ich bin der festen Überzeugung, dass du dir viel zutrauen solltest. Alles auf einmal zu wollen und sofort durchzustarten mit der Rundum-Selbstversorgung, ist aber (fast) unmöglich – zumindest, wenn man noch ganz am Anfang steht und sich all die alten Fertigkeiten und Fähigkeiten neu aneignen muss. Deswegen möchte ich dir mit diesem Kapitel helfen, zu entscheiden, wo zum Himmel du anfangen sollst, mit deinem Kopf voller Ideen und deinem Herzen voller Träume. Was braucht es für welche Teile der Selbstversorgung und wie zeitaufwändig ist das alles? Lass uns gemeinsam herausfinden, wie deine nächsten Schritte aussehen können!