Читать книгу Selbstversorgung - Marie Diederich - Страница 7

Du sehnst dich nach Gesellschaft? Auf in den Stall, die Wiese, zur Weide!

Оглавление

Wer Hühner hält, braucht keinen Fernseher. Sie sind einfach urkomisch! Und sie sind alle unterschiedlich: Es gibt die zutraulichen, die am liebsten den ganzen Tag herumgetragen werden, die neugierigen, die dir durch den ganzen Garten folgen und jeden Handgriff beobachten, und die Freiheitskämpferinnen, die in den Obstbäumen nisten und jede Gelegenheit nutzen, den Garten deiner Nachbar*innen zu plündern.

Es hat etwas Friedliches, frühmorgens in den Garten zu gehen, um die Stalltür zu öffnen. Es ist ein schöner Start in den Tag, wenn man hört, wie die Hühner voller Vorfreude gackern, sobald sie bemerken, dass du kommst. Und zu beobachten, wie sie aufgeregt über die Wiese rennen und sich auf den Komposthaufen stürzen. Oder abends leise mit ihnen zu reden, wenn sie schon alle auf ihren Stangen sitzen. Sie antworten dann mit einem zarten, fast liebevollen Gurren.

Hühner und Kaninchen sind die perfekten Selbstversorger*innen-Einsteigertiere. Sie brauchen wenig Pflege und Platz, eine überschaubare Grundausstattung, und sie sind so klein, dass selbst deine Kinder sie ohne Probleme versorgen können.

Aber auch das Melken unserer Ziegen ist eine besondere Zeit. Es ist eine große Verpflichtung, jeden Tag zur selben Uhrzeit zuhause zu sein, um zu melken. Doch ich möchte diese intime, meditative Zeit bei den Tieren nicht missen. Es ist erstaunlich, wie schnell man beim rhythmischen Spritzen der Milch in den Melkeimer nach einem hektischen Tag zur Ruhe kommt. Egal ob du Ziegen, Schafe oder Kühe melkst: Es schweißt dich mit deinen Tieren zusammen. Ich empfinde für keines unserer Tiere eine so tiefe Liebe und Verbundenheit wie für meine Milchziegen. Und das will was heißen, hier wird nämlich jedes Tier heiß und innig geliebt!

Es ist so wertvoll, nicht mehr nach einem Siegel suchen zu müssen, das deinen ethischen und ökologischen Werten entspricht. Massentierhaltung und Gammelfleisch? Nein, danke! Unsere Tiere leben ein so freies und glückliches Leben, wie wir es ihnen nur ermöglichen können. Und der einzige Lebensmittelskandal, um den wir uns sorgen müssen, ist, wenn die Hühner marodierend durch die Erdbeerbeete ziehen.

Aber: Tiere bringen immer auch Verantwortung mit sich. Sie wollen jeden Tag verpflegt werden, egal ob du krank bist, es den ganzen Tag wie aus Eimern schüttet oder der Sommerurlaub ansteht. Wenn du viel unterwegs bist, solltest du dir also eine zuverlässige „Urlaubsvertretung“ organisieren, bevor die ersten Tiere einziehen.

Hast du jetzt so richtig Lust bekommen, dich mit der Tierhaltung auseinanderzusetzen? Das kann ich gut verstehen – im Kapitel „Auf Tuchfühlung mit Hühnern, Ziegen, Schafen“ ab Seite 212 erzähle ich dir von unserem Leben mit Tieren.


Es geht doch nichts über ein Glas eingekochter Pflaumen, in dem der Sommer steckt.

Selbstversorgung

Подняться наверх