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Blende - Welten in der Welt

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Mario sitzt noch immer in der U-Haftanstalt, in der Strafhaft ist kein Zimmer frei. Das Fenster seiner Zelle doppelt vergittert, eine Betonsichtblende davor, der Raum um ihn herum klein und beschränkt, schmutzig und grau. Von draußen dringt diffuses Licht des sonnigen Tages und die üblichen Gefängnisgeräusche herein.

Was heißt:

Schrilles metallenes Schlüsselgeklapper

Dumpfes Stahltürenschlagen

Hallende Betongänge


Hin und wieder ein Schrei der

Verzweiflung und Einsamkeit


Mario sitzt in einer kleinen grausamen Welt, auf dem weiß-blau karierten Bettzeug, nahe bei das Waschbecken und die versiffte Kloschüssel und starrt auf die graue Zellenwand. Dort gibt es diesen bunt schillernden Schimmelfleck. Und er verliert sich in dessen Landschaft, wandert in den Weiten seiner inneren Welt.

Draußen, vorm Gefängnis,

der Film des alltäglichen Irrsinnes, Realität genannt.

Ja das Leben läuft weiter, dreht sich wie ein riesengroßes Rad, ob langsam oder schnell, wer weiß das schon? Dieses Leben, das so skurrile Geschichten schreibt. Geschichten, wie sie sich kein Erzähler skurriler ausdenken kann. Geschichten, die in letzter Zeit immer heftigere Formen annehmen. Formen, geprägt von Hektik, Aggression, Angst, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung, Zerstörung; aber auch von Neubeginn, Wandlung der Werte, der Lebensinhalte. Das Alte wird zerstört, um dem Neuen Platz zu machen. Im Empfinden des Menschen ist die Natur oft grausam, doch das Spiel funktioniert.

Am Ende bleibt das Lachen - Teil II

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