Читать книгу Wild West Extra Großband Sommer 2018: 9 Western - Pete Hackett - Страница 25
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"Mein Gott, das Biest trampelt ihn tot...!"
Aus schreckgeweiteten Augen starrte Slim Jim in den Korral. Wie in einer altertümlichen Arena kämpfte Buck Porter dort um sein Leben. Und es sah ganz danach aus, als würde er diesen Kampf verlieren!
Jim war kreidebleich. Er hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen – ach was, er fürchtete, sich jede Sekunde die Seele aus dem dürren Leib zu kotzen!
Seine Hand lag auf dem Griff seines Revolvers, der im Gürtelholster steckte. Doch die Waffe schien tonnenschwer. Er brachte es nicht fertig, sie zu ziehen, geschweige denn auf den Teufelshengst anzulegen und zu schießen.
Slim Jim fühlte sich gelähmt, war starr vor Schrecken. Entsetzen steckte ihm wie Eis in den Gliedern und machte jede Bewegung unmöglich.
"Devil's Fellow" führte inmitten des Korrals einen wütenden Tanz auf. Buck Porter lag unter dem stampfenden Tier, kroch hierhin und dorthin, versuchte wegzukommen von den mörderischen Hufen, doch der Hengst folgte jeder seiner Bewegungen.
Jede Sekunde konnte Bucks letzte sein. Wenn sein Schädel von einem solchen Tritt getroffen wurde, war's aus. "Devil's Fellow" würde Porters Kopf wie einen Kürbis zermalmen.
Slim Jim zwang sich zur Vernunft, mit leidlichem Erfolg. Immerhin aber schaffte er es endlich, den Revolver aus dem Holster zu zerren, wenn auch elend langsam. Seine Hand zitterte, noch bevor er den Sechsschüsser auch nur angehoben und auf den Hengst angelegt hatte.
Er war ein lausiger Schütze. Buck Porter war ihm auch in dieser Hinsicht turmhoch überlegen.
Jim schluckte. Sein Adamsapfel zuckte auf und ab, als hinge er an einem Gummiband.
Was, wenn er so sehr zitterte, dass er nicht das Pferd traf, sondern einen der Umstehenden, die mittlerweile dicht an dicht rund um das eingezäunte Geviert standen? Vielleicht würde seine Kugel sogar Buck Porter erwischen?
Immer noch besser als qualvoll von einem durchgedrehten Pferd zu Tode getrampelt und zu Brei zerstampft zu werden, dachte Jim, und ein irrer Laut kam ihm von den Lippen.
Wie etwas unglaublich Schweres wuchtete er die Revolverhand hoch und stützte das Gelenk auf dem obersten Querbalken des Zaunes ab. Trotzdem zitterte sein Arm noch wie ein Ast im Sturm.
Der Hengst war allenfalls 20 Schritte entfernt. Dennoch gelang es Jim kaum, das Tier aufs Korn zu nehmen. Mal hatte er es im Visier, oder glaubte es wenigstens, dann tänzelte der Teufelsbraten wieder zur Seite, und Slim Jim vollzog die Bewegung mühsam mit dem Revolver nach.
Dann endlich meinte er, einen halbwegs sicheren Schuss anbringen zu können. Mit dem Daumen spannte er den Hahn. Klickend schnappte er ein. Sein Zeigefinger krümmte sich. Der Abzug erreichte den Druckpunkt. Eine Winzigkeit noch und –
– eine Bewegung aus den Augenwinkeln ließ Slim Jim erschrocken hochsehen. Gleichzeitig ging ein erstauntes Raunen durch die Zuschauer des tödlichen Kampfes Mann gegen Tier.
Ein heller Schemen hetzte durch den Korral.
Slim Jim kniff die Lider fest zusammen, öffnete sie wieder, und blinzelte noch einmal. Weil er glaubte, seinen Augen nicht trauen zu können.
Doch sie trogen ihn nicht – es war tatsächlich die scharfe Brünette, die da mit wehendem Haar auf "Devil's Fellow" nicht nur zustürmte, sondern sich jetzt auch noch vorwarf, irgendwie den Hals des Hengstes zu packen bekam und dann auch noch das Kunststück fertig brachte, sich auf den Rücken des tobenden Tieres zu schwingen!