Читать книгу Gesetzlose Städte, raue Männer: Alfred Bekker präsentiert 9 Western - R. S. Stone - Страница 28

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Der Bursche, auf den ich dreimal gefeuert hatte, war tot. Der andere hatte meine Kugel in die rechte Brustseite bekommen. Er lebte. Die beiden anderen waren so weit unversehrt, abgesehen von dem Loch im Oberschenkel des einen, den ich mit einer Kugel gestoppt hatte. Er hatte sich das Halstuch darum geschlungen. Allerdings hatten sie von meinen Schlägen mit dem Gewehr Beulen und kleine Platzwunden davongetragen und die Schädel würden ihnen ziemlich schmerzen.

Bei dem fünften der Kerle, der die Flucht ergriffen hatte, handelte es sich um Cole Ferguson.

Die beiden Parsonjungs, zwanzig und zweiundzwanzig Jahre alt, erklärten sich bereit, am folgenden Morgen den Leichnam, den Verwundeten und die beiden Gefangenen mit einem Fuhrwerk nach Channing zu bringen. Auch ihre Mutter war einverstanden, nachdem ich ihr meinen Plan erläutert hatte. Ich ritt los, als ein heller Streifen im Osten den Sonnenaufgang ankündigte. Wenn die beiden Jungs in Channing ankamen, wollte ich zur Stelle sein. Es war neblig und kühl. Aber die ersten Vögel begannen schon zu pfeifen.

Als ich die Stadt erreichte, war es hell. Auf Schleichwegen brachte ich mein Pferd in den Mietstall und gebot dem Stallmann, keinem Menschen etwas über meine Anwesenheit in Channing zu erzählen. Er gab mir sein Wort und ich war mir sicher, dass er schwieg.

Ich verließ den Mietstall.

Mehr als zwei Stunden später kamen die Parsonsjungs mit dem Fuhrwerk in die Stadt. Auf der Ladefläche lag der Tote unter einer Plane, neben ihm lag der Verwundete, dessen Wunde Mrs Parson versorgt hatte. Die beiden Gefangenen saßen mit dem Rücken an die Bordwand gelehnt. Ich hatte sie in der Nacht noch so gefesselt, dass sie in dieselbe Richtung blicken konnten.

Das Fahrzeug rumpelte und polterte, die Räder drehten sich quietschend, Neugierige schlossen sich ihm an und immer mehr Menschen verließen ihre Häuser, damit ihnen ja nichts entging.

Das Ziel des Gespanns war der Saloon, in dessen oberem Stockwerk Glenn Jensens Wohnung lag.

Als es noch etwa fünfzehn Schritte vom Saloon entfernt war, kam aus dem Schankraum Cole Ferguson. Und oben trat Glenn Jensen auf den Balkon, zu dem an der Giebelseite eine Außentreppe hinaufführte.

Bill Parson, der ältere der beiden Brüder, stemmte sich gegen die Zügel und die beiden Zugtiere blieben stehen.

Langsam schritt Ferguson auf das Gespann zu. Als er auf drei Schritte heran war, hielt er an und rief: „Das sind Männer der Diamant-J. Was ist geschehen?“

„Das weißt du doch selbst am allerbesten, Ferguson“, antwortete Bill Parson. „An deiner Stelle hätte ich nicht in Channing angehalten. Hinter Jensen kannst du dich nämlich nicht mehr verstecken. Der hat sich den Ast, auf dem er saß, selbst abgesägt.“

„Wovon sprichst du, Junge?“, rief nun Glenn Jensen vom Balkon. „Und nun spann uns nicht länger auf die Folter. Was war los? Wieso …“

Nun trat ich in Erscheinung. Ich war dem Saloon gegenüber auf ein Dach geklettert und hatte mich hinter der falschen Fassade verborgen. Jetzt hatte ich mich erhoben und die Fassade deckte mich bis zur Brust. „Das Spiel ist aus, Jensen. Es waren fünf Raureiter, die in der Nacht der Parson Farm einen höllischen Besuch abstatteten. Vier befinden sich auf dem Fuhrwerk. Einer von ihnen hat mit dem Leben bezahlt, einer hat eine Kugel in der Brust. Der fünfte Mann war Ihr Vormann. Und die fünf ritten in Ihrem Auftrag. – Heben Sie die Hände und kommen Sie auf die Straße. Und sie, Ferguson, ziehen jetzt vorsichtig den Revolver und werfen ihn fort, und dann nehmen auch Sie die Hände in die Höhe. Jungs, nehmt eure Waffen und haltet die beiden Banditen in Schach.“

Ich hatte kaum zu Ende gesprochen, als alles ganz schnell ging.

Ferguson griff nach dem Sechsschüsser.

Jensens Hand fuhr hinter seinen Rücken, und als sie wieder zum Vorschein kam, hielt sie den Griff eines schweren Coltrevolvers umklammert.

Ich schoss auf Ferguson, den ich für den Gefährlicheren von beiden hielt, tauchte hinter der Fassade ab, hörte einen Revolver knallen, kam einen Schritt weiter links wieder hoch und nahm Jensen aufs Korn. Und ich traf ihn, ehe er seinen zweiten Schuss abfeuern konnte. Er kippte nach vorn über das Balkongeländer, verlor das Gleichgewicht, überschlug sich einmal in der Luft und krachte auf die Straße.

Jetzt konnte ich auch registrieren, dass Ferguson reglos auf der Fahrbahn lag.

Ich zog mich zurück …

Als ich auf die Straße trat, wandte sich mir einer der Parsonbrüder zu und rief: „Ferguson ist tot. Jensen hingegen lebt. Wahrscheinlich aber erlebt er den Mittag nicht.“

Ich schritt zu Jensen hin, der auf dem Rücken lag und rasselnd atmete. Ein Blutfaden, mit Speichel vermischt, rann aus seinem rechten Mundwinkel. „Wer hat auf Hawkins geschossen?“, fragte ich.

Seine Lippen bewegten sich, was er sprach, war nur unartikuliertes Gestammel, aus dem ich aber einen Namen heraushören konnte: Cole Ferguson.

„Er hat es in Ihrem Auftrag getan, nicht wahr?“

Jensen senkte die Lider, was wohl soviel wie ja bedeuten sollte. Ich fasste es zumindest so auf. Als ich ihn fragen wollte, ob der Überfall auf die Siedler Ferguson und den vier Revolverschwingern zuzuordnen war, war sein Lebenslicht erloschen.

Der Mann, der sich hier in Channing und am Mustang Creek über das Gesetz stellen wollte, war tot. Dem Recht war Genüge getan.

„Schafft den Verwundeten zum Arzt“, trug ich den Parsonbrüdern auf, und liefert den Toten beim Undertaker ab. Vorher aber helft mir, die beiden anderen ins Gefängnis zu bringen.“

So geschah es.

Am darauffolgenden Tag brach ich auf. Ich lenkte ein leichtes Fuhrwerk, auf dem die beiden Coltschwinger festgekettet waren. Mein Pferd hatte ich hinten an den Wagen gebunden. Recht und Ordnung waren wieder hergestellt in Channing. Ich war mir aber sicher, dass der Richter schon auf mich wartete, weil es einen neuen Job zu erledigen gab.

Ja, es war mein Job. Recht und Gesetz standen im Panhandle noch auf recht schwachen Beinen. Wir Deputy Marshals hatten ihm Geltung und Respekt zu verschaffen.

E N D E

Gesetzlose Städte, raue Männer: Alfred Bekker präsentiert 9 Western

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