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Als ich früher aus dem Fenster sah

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Meine Großeltern wohnten im dritten Stock eines großen Sandsteinhauses, in der Stadtmitte von St. Georgen, in der Gerwig-Straße 31. Das Küchenfenster in der ziemlich großen Wohnung bot einen herrlichen Ausblick auf den Stockwald. Ich stieg dann als Sechsjähriger auf einen kleinen dunklen Holzhocker, öffnete das dick weiß gestrichene zweiflügelige Küchenfenster mit dem dünnen Glas und konnte mich dann an dem Anblick der Wälder, die bis zum Horizont reichten, nicht satt sehen.

Mein Opa benutze das Küchenfenster, wenn er sich rasieren musste oder wollte. Ich weiß nicht, ob er diesbezüglich Vorgaben von der Oma bekommen hat. Jedenfalls hängte er dann seinen kleinen Rasierspiegel, mit dem dicken beige gestrichenen Rahmen und mit der kleinen Aufhängeschnurr am Kopfende, an dem Fenstergriff auf und legte dann los. Pinselte sich ein und rasierte sich mit einem extrem scharfen Rasiermesser äußerst vorsichtig, mit Blick auf den Stockwald. Danach war das Fenster für mich wieder frei.

Wenn mein Blick mal nicht in die Ferne schweifte, sondern wenn ich direkt, aus luftiger Höhe, heruntersah, dann standen die Hallen der Firma Heinemann direkt vor mir. Ich hörte die geheimnisvollen Geräusche der Maschinen und sah die Fabrik arbeiten.


Im Hintergrund des Bildes, rechts oben am Bildrand, ist das Haus meiner Großeltern zu sehen.

Einfach harte Arbeit

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