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7. JANUAR
ОглавлениеEs geht um alle
Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.
JOHANNES 12, 32
Mitten in den Wirren der letzten Tage seines Lebens macht Jesus diese erstaunliche Aussage. Vorausgegangen war sein triumphaler Einzug in Jerusalem. Vorausgegangen war auch der Abend in Bethanien, an dem Maria, die Schwester von Marta und Lazarus, Jesus mit dem kostbaren Nardenöl gesalbt hatte, als Vorbereitung für sein Begräbnis. Unmittelbar zuvor hatte Jesus davon gesprochen, dass er sein Leben geben wird wie ein Weizenkorn, das in die Erde fällt.
„Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen!“ Jesus geht es um alle. Alle sollen zu ihm finden. Der Schlüssel dafür, dass das möglich wird, ist seine „Erhöhung“. Damit ist zunächst gemeint: Sein Sterben am Kreuz. Dort hing er erhöht, angenagelt zwischen Himmel und Erde. Und zugleich ist es das Wort für seine Auferstehung und seine Thronbesteigung.
Das ist das Geheimnis: Dass Leiden und Herrlichkeit, Niederlage und Sieg zusammengehören. Bei Jesus und auch bei uns. Der erhöhte Jesus will die Menschen zu sich ziehen. Wie er das tut? Auf viele wunderbare Weisen. Und letztlich durch seinen Geist.
Aber auch: Durch uns. Wir dürfen mithelfen, dass Menschen zu ihm kommen. Wie damals die Jünger am See Genezareth die Netze noch einmal auswarfen und dann erlebten, dass sie übervoll waren, so geschieht es immer wieder: Wo sie am Ende sind und im Namen von Jesus noch einmal die Netze auswerfen, wird auf einmal ein großer Fang eingeholt. 153 Fische zählen sie (Johannes 21, 11). Das war nach damaliger Auffassung die Zahl aller Fischarten. Das bedeutet: Alle sollen zu Jesus finden. Jesus will alle zu sich ziehen.
Wie das geschehen kann, das bleibt ein Geheimnis. Aber dass das geschehen wird, das ist unsere Hoffnung. Und so steht am Ende die Frage im Raum: Haben wir alle Menschen im Blick? Wir sollen und dürfen es, weil Jesus alle im Blick hat.