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Die (Pro-)Kuratoren – römische „Sorgetragende“
ОглавлениеKuratoren waren in republikanischer Zeit Verwaltungsbeamte außerhalb des cursus honorum. Sie wurden aus der Staatskasse bezahlt und waren für spezielle Aufgaben wie zum Beispiel die Wasser- oder die Lebensmittelversorgung – ein praefectus annonae in der Kaiserzeit jedoch für die mit Getreide –, das Bauwesen in Rom oder die italischen Straßen verantwortlich. Meist handelte es sich bei ihnen um Gremien, etwa diverse Zehn- oder Zwanzigmänner, vereinzelt aber auch um Einzelbeamte: Pompeius Magnus etwa, der zu dieser Zeit mit Caesar verbündet war, war 57–53 v. Chr. infolge schwerer Ausschreitungen curator annonae mit zahlreichen Befugnissen. Seit Augustus, der die Leitung der cura viarum, der „Sorge um die Wege“, zeitweise selbst innehatte, bezeichnete dieser Titel vor allem Sonderbeauftragte senatorischen Ranges. Sie wurden vom Kaiser oder vom Senat ernannt. Ihnen stand eine große Zahl öffentlicher Sklaven als Arbeitspersonal zur Verfügung, falls nicht private Unternehmen einsprangen.
Auch in den italischen Städten gab es curatores. Sie wurden entweder vom Stadtrat, dem Rat der ehrenamtlich arbeitenden decuriones aus der lokalen Oberschicht, für ähnliche Aufgaben gewählt oder für finanzielle Angelegenheiten vom Kaiser selbst betraut. Letztere wirkten als solche auch in den Provinzen.
Als curator aquarum, betraut mit der besonders geschätzten und nur von Konsularen besetzten Kontrolle über die reibungslose Wasserversorgung Roms, wirkte der bekannte Staatsmann Sextus Iulius Frontinus Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Als solcher verfasste er eine bedeutende Schrift über Aquädukte. Er bekleidete hohe politische Ämter, war praetor urbanus, Suffektkonsul, Statthalter in Britannien und Asia, begleitete Kaiser Domitian (81 bis 96 n. Chr.) auf einem Feldzug nach Germanien, war Konsul der Jahre 98 und 100.
Prokuratoren wie etwa der procurator monetae waren kaiserzeitliche, teilweise hoch bezahlte Beamte, die meist dem Ritterstand entstammten. Oft hatten sie wichtige finanzielle Aufgaben, zum Beispiel die Münzprägung, die Kontrolle der Einnahmen und der kaiserlichen Besitztümer in den Provinzen, von denen sie einige sogar anstelle eines Statthalters leiteten, oder auch in Rom selbst als Leiter von Gladiatorenschulen (vgl. lanista) oder der kaiserlichen Kanzlei.