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Auf der Suche nach dem besseren Geldsystem

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Doch was ist die Alternative? Ludwig von Mises, der wohl herausragendste Ökonom des 20. Jahrhunderts, hat eine Rückkehr zum Goldstandard und eine Abkehr vom Teilreservesystem vorgeschlagen. Jeder Geldschein wäre dann nichts weiter als eine Quittung für bei einer Bank gelagertes Gold. Durch eine solche Volldeckung des Geldes müssten die Regierungen wesentlich disziplinierter wirtschaften, als sie es heutzutage tun, denn Gold lässt sich nicht wie Papier oder digitales Geld beliebig vermehren. Überbordende Staatsverschuldung und chronische Inflation, wie sie heutzutage gang und gäbe sind, wären ausgeschlossen. Auch Kriege wären kaum mehr finanzierbar.

Doch werden sich die Mächtigen die Kontrolle über das Geld wirklich freiwillig aus der Hand nehmen lassen? Das bezweifle ich. Auch wenn ein neuer Goldstandard viele Vorteile hätte, müssten sich alle wichtigen Regierungen darauf einigen, was extrem unwahrscheinlich ist. Wenn wir ein besseres Geldsystem wollen, geht das nur ohne die Regierungen. Der österreichische Ökonom und Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek hat bereits 1976 eine Trennung von Geld und Staat und einen freien Wettbewerb der Währungen als Lösung vorgeschlagen. „Der einzige Weg, letztlich die Zivilisation zu retten, wird darin bestehen, den Regierungen ihre Macht über das Geld zu entziehen“, schreibt Hayek in seinem Buch „Entnationalisierung des Geldes“. „Die bisherige Instabilität der Marktwirtschaft ist eine Folge davon, dass der wichtigste Regulator des Marktmechanismus, das Geld, seinerseits von der Regulierung durch den Marktprozess ausgenommen wurde.“7

Damals erschien dieser Vorschlag utopisch, doch heute ist er durch Kryptogeld zur Realität geworden. Und eventuell wird Ludwig von Mises’ Wunsch nach einem neuen Goldstandard ja in Form einer goldgedeckten, dezentralen Kryptowährung umgesetzt.

Krisenfest

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