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1.2 RELIGION WIRD EINES TAGES VERSCHWINDEN

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Noch in den 1980er Jahren waren sich so gut wie alle Religionssoziologen und Historiker einig, dass mit der Ausbreitung von Bildung, Wohlstand und modernen Lebensformen religiöse Weltsichten mehr und mehr an Überzeugungskraft verlieren und durch wissenschaftlich fundierte, säkulare Weltdeutungen ersetzt werden. Diese sogenannte Säkularisierungsthese besagt, dass in dem Grad, in dem die Modernisierung einer Gesellschaft voranschreitet, auch die Stabilität und Vitalität religiöser Institutionen schwinden. Die Prozesse der Modernisierung wie Industrialisierung, Wohlstandsvermehrung, Demokratisierung, Individualisierung, Alphabetisierung, Urbanisierung, Etablierung sozialer Sicherungssysteme wirkten sich negativ auf das religiöse Bewusstsein aus. Religion – so die Überzeugung jener Zeit – spiegelt eine prämoderne Entwicklungsstufe des menschlichen Denkens wider. Religiöse und metaphysische Vorstellungen werden durch wissenschaftliche Rationalität überwunden und durch diese ersetzt. Kurz: Religion ist altmodisch und wird aus immer mehr Lebensbereichen verdrängt werden. 1968 prognostizierte der Religionssoziologe Peter L. Berger: »Im 21. Jahrhundert wird man religiöse Gläubige möglicherweise nur in kleinen Gruppen finden, wo sie eng zusammengedrängt einer weltweiten säkularen Kultur widerstehen.«2

Gottloser Westen?

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