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Rundgang

Beim Eingang kann man zunächst eine Dokumentation mit Modellen, Re­kons­truk­tio­nen und vielen Fotos der um­fang­rei­chen Ausgrabungen im Gebiet von Mália be­trach­ten, die 1915 began­nen und bis heu­te nicht beendet sind.


Sorgt immer wieder für Diskussionen: der rätselhafte Kernos

Westflügel: Vom Eingang kommend, betritt man zunächst den vorgelagerten West­hof. Reste der Pflasterung sind erhalten, ein etwas erhöhter „Prozes­sions­weg“ 1 läuft parallel zur Fassade. Eine Abzweigung des Weges führt in die Süd­westecke zu den Grundmauern von acht Rundbauten, wahrscheinlich Ge­treide­speicher 2. Die Mau­ern der recht verwinkelten Fassade sind nur hüft- bis schulter­hoch, etwa in der Mit­te liegt der Zugang 3 ins Innere. Vorbei an Vorrats­räumen gelangt man auf dem Kor­ridor 4 nach links bis zur Be­grenzungsmauer und dann rechts bis zum sog. Vor­bereitungs­raum 5, in dem ein Tonpythos steht. Man hat in die­sem Raum ein mit einem Pan­therkopf geschmücktes Zepter und ein großes Schwert mit ei­nem Knauf aus Berg­kristall und einer vergoldeten Klinge gefunden.

Erhöht da­neben liegt die Log­gia 6 mit Säulenbasen und Fun­da­men­ten von Altar und Thron. Die­se Halle war zum Zentralhof offen, ein paar Stu­fen führen hinunter. Von etwas er­höh­ter Warte nahm der „König“ an Ver­an­stal­tungen und Kult­hand­lun­gen teil, die die im Hof Versammelten eben­falls ver­fol­gen konnten.

Gleich daneben führte eine breite Treppe 7 ins obere Stockwerk (heute nicht mehr vorhanden). Wieder dane­ben liegt der große Vorraum zur Pfei­lerkrypta 8 mit Res­ten einer Bank, viel­leicht eine Art Audienzsaal. Dahin­ter liegt die Krypta 9 mit zwei mar­kanten quadratischen Pfeilern, in die kleine Doppeläxte und an­dere Kult­zei­chen eingemeißelt sind (z. T. heute noch zu sehen).

Ganz unten in der Südwestecke des Zentralhofs sieht man eine weitere breite Schau­treppe 10, vielleicht eine Art Theater. Gleich daneben befindet sich der be­rühmte Ker­nos 11, ein kreis­runder Opferstein mit 90 cm Durch­messer und 34 klei­nen Vertiefun­gen am äußeren Rand entlang. Die Bedeu­tung dieses Stei­nes ist unge­klärt, man ver­mu­tet, dass Samenkörner und die ersten Früchte ei­ner Pflan­ze als Dank­opfer an die Gott­heit in die Schälchen gelegt wurden. Die­se Art der Danksa­gung für Ernte und Frucht­barkeit war auf Kreta weit ver­brei­tet - man hat in den mi­noischen Aus­gra­bun­gen nicht wenige dieser Op­fer­steine ge­fun­den.


Südflügel: Der gepflasterte Korridor im südlichen Teil des Palastes ist der Süd­ein­gang 12. In diesem Teil der Anlage lagen Werkstätten und ein klei­nes Hei­lig­tum, wo man Kultgeräte gefun­den hat.

Zentralhof: Der zentrale Hof ist klei­ner als in Knossós und Festós. Wahr­schein­lich war er vollständig ge­pflastert, in der Mitte gegenüber der Krypta er­kennt man die Res­te eines Brandopferaltars 13 mit vier Stützen zum Aufle­gen des Ros­tes. Eine sol­che Vorrichtung hat man in keinem anderen Zentral­hof gefun­den.

Ostflügel (überdacht): An der Ost­seite des Hofs trennten Pfeiler und Säulen eine längliche Hal­le 14 ab, vielleicht eine Art Zuschauerraum bei Ver­an­stal­tungen im Zen­tral­hof, z. B. beim be­rühm­ten Stierspringen. Dahinter er­streckt sich eine Reihe von Maga­zinen 16, die zum Lagern von Öl dienten. Rechts davon liegt der Ostein­gang 15 zum Palast.

Nordflügel: Auch im nördlichen Teil des Palastes steht eine Säulenhalle 17. Da­hin­ter liegen, durch eine Mauer ab­ge­trennt, ein Vorraum 18 mit einem Pfei­ler und eine mar­kante Pfeilerhalle 19 mit sechs Pfeilern. Wahrscheinlich be­fanden sich darü­ber die offiziellen Ban­kett­räume des Königs. Die Treppe rechts führte hin­auf.

Ein schmaler Gang verbindet den Zen­tral­hof mit dem Nordhof 20. Das schräg hin­ein­ge­baute Heiligtum 21 wurde wahr­scheinlich erst nach der Zer­stö­rung des Pa­las­tes er­rich­tet. Süd­westlich davon liegt ein weiterer Hof, der Hof des Wach­turms 22. Der kleine Raum gleich südlich anschlie­ßend war wohl die kö­nig­liche Schatz­kam­mer 23.

Ein Stück in Richtung Westen kommt man schließlich zum sog. Megaron des Kö­nigs 24. Der ehemals gepflasterte Raum mit seinen vielen Türen (Polythyron) und dem Licht­schacht muss beeindruckend gewesen sein. Daneben liegt ein gepflasterter Vor­raum 25 und wie in jedem minoi­schen Palast das geheimnisvolle Kult­becken 26.

Um den Nordhof liegen Lagerräume und Werkstätten. Durch das Nordtor 27 kommt man auf den gepflasterten Weg zum Hafen. Hier stehen auch noch zwei gro­ße, vielhenklige Tonpithoi.

Umgebung des Palastes

Nordwestlich vom Palast sieht man einen über­dach­ten Komplex, die sog. Säu­len­krypta 28 mit daneben liegen­den Magazi­nen 29. Man nimmt an, dass es sich bei den halb im Erdreich lie­gen­den Mauern um eine Art Stadt­halle ge­handelt ha­ben könnte, wo sich die Bewohner der Stadt versammeln und dis­kutieren konn­ten - also viel­leicht eine Art rudimentärer Demo­kratie. Dahin­ter er­streckt sich eine etwas tiefer liegende Agorá.

Ein kleines Stück weiter westlich liegt das sog. Quartier M mit mehreren Bauten, großzügigen Räumen, Licht­schächten, Höfen und Lagerräumen. Es wird manch­mal als ein zweites ad­ministratives Zentrum des Palastes interpretiert und ist heute zum Schutz vor Witterungseinflüssen überdacht. Von einem erhöhten Geh­weg aus kann man die Ausgrabung betrachten.

Noch vor dem Palasteingang führt von der Straße beim Parkplatz aus ein breiter Pfad etwa 100 m nach Westen zu einem weiteren überdachten Gebäu­dekomplex.

Sísi(auch: Síssi, Síssion)

Sísi liegt am Ausgang einer hügeligen Küstenebene mit einem Meer von Oli­ven­bäumen. Noch bis Ende der Acht­ziger konnte man von einem „Ort“ kaum sprechen. Damals gruppierten sich lediglich einige alte Häu­ser um den idyllischen Fischer­hafen, der gut geschützt in einen maleri­schen Fel­sen­fjord gebaut ist. Doch 1992 wurde das Großhotel „Kalimera Kriti“ an einer Sandbucht östlich vom Ort er­öffnet, dies lockte zahlreiche Unternehmer nach Sísi. Innerhalb weni­ger Jah­re ent­stan­den zahlreiche Apartmenthäuser, Hotels und „Villages“, neue As­phalt­stra­ßen wur­den gezogen und zahl­reiche Auto­vermieter, Taver­nen und Bars bieten mitt­lerweile ihre Dienste an. Trotz al­ler Neuerungen blieb die ruhige Atmo­sphäre aber bislang erhal­ten, wenn auch alles recht bunt zu­sam­men­ge­wür­felt wirkt.


Der Hafen von Sísi

Ein wirkliches High­light ist jedoch nach wie vor der Naturfjord. Sofokles Sfakia­nos, der Inhaber des Ho­tels Palm Bay, hatte an seiner Westseite Mitte der 80er Jahre auf dem nack­ten Fels und dem felsigen Abhang zum Hafen Erde anfahren lassen und meh­rere hun­dert Palmen gepflanzt, die schnell wuchsen, weil sie seitdem im Som­mer täglich gewäs­sert wurden - so ist ein gro­ßer und ge­pflegter Palmenhain ent­stan­den, der sich zum genussvollen Bum­mel an­bie­tet.

Baden in Sísi

Die Bademög­lichkeiten in und um Sísi sind eher bescheiden. An der Nord­west­ecke des Hafenfjords liegt in ge­schützter Lage ein klei­ner, aufge­schüt­teter Sandstrand mit Bar/Kiosk, Liegen und Sonnen­schirmen. In Rich­tung Wes­ten kommt man nach ca. 3 km zum schönen Strand von Agía Var­vára mit vorgelagerter Insel, wo das „Greco­tel Meli Pa­lace“ gebucht werden kann. Östlich vom Ort liegen die beiden Sand­buchten Boúkos und Avláki zwi­schen fel­si­gen Klippenrändern, zum Liegen gar nicht schlecht, im Wasser gibt es allerdings z. T. dicke Steine. In der er­sten größeren Bucht Liege­stühle, Son­nenschirme und Strand­bar, nach­mittags oft laute Musik­beschal­lung. Die zweite Bucht ist dagegen klein und ruhig, auch dort gibt es Son­nenschirme und Liegen. Auf dem Kap zwischen beiden Stränden ist eine archäologische Ausgrabung einge­zäunt. Wei­ter östlich folgt der lange, künstlich angelegte Ba­de­strand beim Hotel „Kali­me­ra Kriti“.

Anfahrt/Verbindungen In den letzten Jah­ren fuhr 1 x tägl. (außer So) ein Bus von Irák­lion nach Sísi und zurück, ebenfalls 1 x tägl. gab es einen Bus ab Ágios Nikólaos. Häufiger ver­kehren die Busse auf der New Road, dort­hin sind es 2 km zu Fuß.

Übernachten Es gibt nur wenige Privat­zim­mer, das meiste läuft pauschal. Das 5-Sterne-Hotel „Kalimera Kriti“ wird seit 2016 von der Gruppe Helios Hotels geführt (www.kalimerakriti.gr).

**** Maritimo, große Anlage mit Pool, schö­ner Gartenanlage und gu­tem Essen im haus­eigenen Restaurant. Net­te Lage west­lich vom Fjord, fast direkt am Meer, aber nicht alle Zim­mer mit Meer­blick. Kein Strand vor dem Haus. DZ/F ca. 80-120 €. Tel. 28410-71645, maritimo.gr.

*** Palm Bay, links oberhalb vom Fjord, schö­ne Anlage mit viel Blumengrün in ei­nem herrlichen Palmenpark mit Avocado-, Zitronen- und Bananenpflanzen, kleiner Pool, Ca­fé „Palm Bay“ (→ Bars/Cafés). 72 ein­fache und saubere Zim­mer. DZ/F ca. 40-70 €. Tel. 28410-71607, www.palmbay-sisi.gr.

**** Angela Suites Boutique Hotel, ele­gante und ruhig gelegene Anlage, ein Stück zurück vom Wasser. Hübscher Pool mit Bar, sau­bere und gepflegt eingerichtete Stu­dios und Apts., freundlich geführt von So­phia und George, angeboten werden di­ver­se Entspan­nungstherapien. Deluxe-DZ/F ab ca. 100 €. Tel. 28410-71121, www.angelasuites.com.

Mein Tipp Aeolos, die Apart­ment­anlage am Ortsrand gehört Giorgos Pothos mit sei­ner deutschen Frau Heike, er ver­an­stal­tet im Palast von Mália interessante Füh­rungen (siehe dort). Die Studios und Apts. sind ein­fach, aber liebe­voll eingerichtet. Im Innen­hof kann man ge­mütlich zu­sam­men­sitzen. Giorgos bringt mor­gens frisches Brot, fragt nach, wer seinen Weinvorrat auf­frischen möch­te etc. Manchmal kocht er auch für seine Gäste. Zum Strand geht man 10 Min. Anfahrt: Bei den ers­ten Häu­sern von Sísi noch vor dem Metzger rechts ab­biegen und gleich wieder rechts. Studio für 2 Pers. ca. 35-58 €, Apt. für 2 Pers. ca. 52-65 €. Tel. 28410-22921, sissi-kreta.de.

Camping Sisi, 2 km westlich von Sísi an der nied­ri­gen Klippenküste, Gelände mit Ta­maris­ken, einem recht schönen Pool (da man hier im Meer nicht baden kann) und Kinder­becken, Bar und Meerblick. Sa­nitär einfach, Waschma­schi­ne vor­han­den. Tel. 28410-71247, www.sisicamping.gr.

Essen & Trinken An der Uferpromenade öst­lich vom Fjord rei­hen sich mehrere Taver­nen/Ouzerien, die recht malerisch auf die Klip­pen gebaut sind.

Apostolos, gute Fisch­ta­ver­ne in toller Lage di­rekt neben den Fi­scher­booten im Fjord­ha­fen. Tel. 28410-71750.

Remezzo, gepflegte Taverne mit schö­nem Holz­boden und Panoramablick ober­halb des Fjords. Tel. 6985-011444.

Thalassinos Cosmos, derselbe Vorzug der Lage, spezialisiert auf Fisch, gute Qualität. Tel. 28410-71089.

Mein Tipp Neromilos, gemütliche Ta­verne am Ortseingang, direkt an der Zu­fahrts­straße, aufmerksam bewirtschaftet von Niki, die gut Deutsch spricht. Täglich gibt es zwei Tages­gerichte, ansonsten wird alles frisch zubereitet, schmackhaft und preisgünstig. Auf der Ter­rasse kann man unter Orangen- und Zitro­nen­bäumen sitzen. Tel. 6972-031277.

Bio/Regional Liofito, ebenfalls am Ortseingang (ge­gen­über vom Metzger), hübsche Terrasse und Plätze unter Olivenbäumen. Georgios und Anna kochen leckere, stets frische Ge­richte, das meiste mit Produkten aus ei­genem Anbau. So geschl. Tel. 28410-71039.

Bars/Cafés Die Bars ober­halb des Ha­fens bieten herrlichen Fjord­blick, sehr schön, um z. B. bei Sonnenuntergang Cock­tails zu schlür­fen.

The Jolly Roger, an der Piste östlich vom Ha­fen terrassiert an den Hang gebaut, von netten Engländern geführt, Schilfdächer und Ta­ma­ris­ken, schöner Blick, mehrmals wöch. Livemusik.

Palm Bay, im Palmenpark an der Westseite des Fjords. Ruhige Sitzgelegenheiten in­mit­ten von Blumenrabatten, Fächer- und Fei­gen­pal­men.

Sonstiges Gepflegte Minigolfanlage (18 Löcher) mit Sun­set Bar am Ende der Café/Restaurantzeile am Hafen.

Epáno Sísi

Das fast verlassene Dörf­chen im Hin­ter­land von Sisi wurde durch den Tou­ris­mus zu neuem Leben erweckt, die Natur­steinhäu­ser sind frisch reno­viert und es gibt zwei Tavernen.

Bucht von Mílatos

6 km östlich von Sísi liegt die ruhige Bucht von Mílatos, die von der Straße nach Ágios Nikólaos auf einer Stich­straße erreicht werden kann. Man nimmt zu­nächst die Abzweigung nach Sísi, kurz darauf beginnt rechts die 6 km lange Stra­ße nach Mí­la­tos (beschil­dert). In Serpentinen geht es über einen Bergrücken mit Oliven­hai­nen zunächst zum alten Dorf Mílatos. Von hier erreicht man nach et­wa 1 km die Kü­ste.

Mílatos

Das ruhige Dorf liegt etwa 1 km land­ein­wärts vom Meer am Hang. Am Nord­ausgang des Dorfes folgt man den Schildern zur 3 km entfernten Höhle, aus­geschildert mit „Milatos Cave“.

Mein Tipp Übernachten Milatos Village, gepflegte Anlage am nordöstlichen Ortsrand, freundlich geführt von Alice und Kate aus Frankreich. Schöne Apartments, prima Pool, leckeres Früh­stücksbuffet, auch gutes Abend­essen möglich. Apt/F ca. 70-110 €. Tel. 694-5051846, www.milatosvillage.com.

Mein Tipp Essen & Trinken En Milato, klei­ne Taverne mit leckerer, authen­tischer Küche und familiärer Gast­freundschaft, am Wochen­ende häufig Live­musik durch die Wirtsfamilie und Freunde - wer will, tanzt mit. Nur abends, Di geschl.

Mein Tipp Nick’s Koutouki, ein wenig außer­halb, an der Straße zur Paralia, sehr netter und großzügiger Service durch Nikos und Eleni, leckeres, stets frisches Essen zu fairen Preisen. Tel. 28410-81352.

Höhle von Mílatos (Spílio Milátou)

Die Höhle liegt hoch über Mílatos im Berg und ist vom Dorf aus auf einer Asphaltstraße zu errei­chen (ausge­schil­dert), oben wunder­barer Blick über die gan­ze Bucht.


Die Höhle von Mílatos war Schauplatz eines Massakers

Vom Parkplatz sind es etwa 300 m auf befe­stigtem Weg zwischen Johan­nisbrot- und Oliven­bäumen durch wil­de Fels­land­schaft, dann erreicht man den Ein­gang zur Höhle, die sich wie ein Lab­y­rinth durch die rostrote, senkrecht ab­fallende Wand zieht. Zwi­schen Tropf­stein­säu­len tastet man sich auf dem un­ebe­nen Boden hinein. Der Ein­gangs­bereich ist nur schulter­hoch und anfangs stockdunkel (Taschenlampe mi­tneh­men). Doch bald sieht man den Licht­schein, der am Ende des etwa 50 m breiten, teilweise sehr nied­ri­gen Areals (Vor­sicht mit dem Kopf!) durch einen seitlichen Höh­len­ausgang auf eine weiße Al­tar­wand fällt, die hier in die Höhle gebaut wurde. In einem stei­ner­nen Schrein wer­den Sie Menschen­knochen fin­den - Erinnerung an das blu­tige Mas­saker, das vor über 180 Jahren hier statt­fand. Linker Hand der Altar­wand führen nied­rige Höh­len­gänge in stock­dunkle Tiefen, ohne Taschen­lampe sollte man hier kei­nes­falls weiterge­hen.

Im Februar 1823 hatten sich in der Höhle 3600 kretische Frauen und Kinder un­ter dem Schutz von nur 150 Män­nern vor den mordenden ägyp­tisch-türki­schen Hor­den ver­steckt. Sie wurden ausfindig gemacht, vom gegen­über liegen­den Hü­gel mit schwe­ren Kanonen beschossen und belagert. Der schmale Eingang konn­te leicht ver­teidigt wer­den, die Belagerung zog sich über Wochen hin. Doch Ent­satz von au­ßen durch kre­tische Partisanen schei­terte wie­derholt, die Einge­schlos­senen wurden aus­ge­hun­gert. Schließ­lich mussten sie aufgeben. Die wehr­fä­higen Männer wurden teils sofort er­schla­gen, teils nach einem „Triumph­zug“ durch die Dörfer der Region auf der Festungsinsel Spina­lónga erschos­sen (→ Ágios Nikó­laos). Unter den Frau­en und Kindern such­ten sich die tür­kischen Of­fi­ziere Sklavinnen und Skla­ven he­raus, der Rest wurde von Pfer­den zer­trampelt oder in die Schlucht geworfen.

♦ Ständig offen, Eintritt frei.

Von der Höhle von Mílatos nach Latsída

Kurvige Fahrt hinauf ins Dörfchen Kou­ná­li, dort lohnt ein Stopp in der gleichnamigen Taverne mit schön de­ko­rierter Terrasse, ein netter Platz zum Rasten. Nach Latsída geht es an­schlie­ßend tief hin­un­ter, dort trifft man auf die Old Road und kann nach Mália oder Ágios Nikó­laos weiterfahren.

Paralía Mílatos (Mílatos Beach)

Der kleine Hafenort mit einer Handvoll Fischerboote und Tavernen ist schon lange aus seinem Dorn­röschenschlaf erwacht, vermittelt aber noch immer erholsame Ruhe.

2001 wurde 1 km westlich vom Ort die große 5-Sterne-Anlage „Mi­nos Imperial“ eröff­net, einige Jahre später das „Radisson Blue Beach Resort“, damit hatte auch Paralía Mílatos den „Anschluss“ an den Pau­schal­tou­ris­mus ge­fun­den. Trotzdem kann man nach wie vor in den Ta­ver­nen am klei­nen Haupt­platz aufs plät­schernde Meer blicken und seinen Ge­dan­ken nach­hängen. Die Bademöglichkei­ten sind eher be­schei­den: Östlich vom Ort liegt ein etwa 100 m langer Strand aus grobem Kies und im Fi­scher­hafen gibt es einen kleinen Sand­strand, der vor allem für Klein­kinder ge­eig­net ist.

Anfahrt/Verbindungen → Sísi.

Übernachten Es gibt fast ausschließlich Apart­ments mit Küche zur Selbstverpfle­gung, das Richtige für Familien.

Mein Tipp *** Angelika Apartotel, etwa 200 m landeinwärts vom Hafen, sehr gepflegt, freundlich und sauber, schöner Pool und prima Früh­stück. Studio/F ca. 60-75 €. Tel. 28410-90904, www.angelikahotel.com.

* Porto Bello Villas, moderne Anlage beim Fi­scherhafen, bestehend aus zehn Villen mit Pool und schönem Garten. Studio/F (2 Pers.) ca. 50-65 €, Apt. (4 Pers.) ca. 60-80 €. Tel. 28410-81001, www.portobello-villas.gr.

Mein Tipp Socrates, 100 m vom Hauptplatz nach Os­ten, geführt von der lie­bens­würdigen Fa­mi­l­ie Eleni und Sokratis Astroulakis, reich­hal­ti­ges Früh­stück, gute Taverne. Ba­den di­rekt vor der Haustür. Gut ein­gerichtete Studios und Apts. mit Küchenzeile und Balkon zum Meer, mit Früh­stück ca. 40-70 €. Tel. 6987-485868, www.socrates-rooms.gr.

Essen & Trinken In den einfachen Taver­nen am Hauptplatz gibt es immer frischen Fisch und Meeresfrüchte.

Meraklis, am Hauptplatz, älteste Taverne am Ort, auch viele Einheimische kommen hier­her. Tel. 28410-81223.

Socrates, gut geführtes Restaurant mit prima Küche, gehört zur gleichnami­gen Pen­sion (→ Übernachten).

Panorama, in der Terrassentaverne von Nek­tarios am Fi­scher­ha­fen treffen sich gerne die Fi­scher. Nektarios' Bru­der fährt nachts zum Fischen hinaus, Ge­müse aus dem eigenen Gar­ten, Kanin­chen­zucht. Gu­tes Preis-Leistungs-Ver­hält­nis. Tel. 28410-81213.

Bars/Cafés No Name Bar, am Strand beim Fi­scher­ha­fen (für Kunden Liegen/Schirme kostenlos), Abendtreff im Karibik­stil, ge­leg­ent­lich Livemusik.

Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag

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