Читать книгу Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag - Eberhard Fohrer - Страница 30

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Der Osten der Messará-Ebene

Im Gegensatz zum Westen ist der Osten touristisch wenig entwickelt. Die Strän­de sind großteils nur über lang­wierige, aber mittlerweile durchweg asphal­tierte Zufahrten hoch über die Aste­roú­sia-Berge zu erreichen. Aber auch in diesen abgele­genen Küs­ten­dörfern sind in den letzten Jahren zahl­rei­che Neubauten entstanden.

Eine gut ausgebaute Durchgangs­straße verbindet die Landwirtschafts­dörfer zwi­schen Wein- und Oliven­plantagen - ohne Probleme kann man von der Messará-Ebene durch die Aus­läufer der Díkti-Berge in den Süd­osten der In­sel fahren und um­ge­kehrt. Busse befahren diese Route allerdings nicht, nach Ierápet­ra muss man den Weg über Ágios Nikólaos nehmen.

Pírgos, der Hauptort der östlichen Messará-Ebene, wird von Touristen kaum be­sucht. Es gibt eine Geschäfts­straße mit mehreren Kafe­nia und Res­tau­rants, einige Be­sitzer spre­chen recht gut Deutsch. Jeden Dienstag findet ein Markt statt.

Größter Bade­ort ist Tsoút­souros am öst­li­chen Ende der Ebene. Von Káto Kastellianá führt eine as­phaltierte Stra­ße hoch auf den rauen Kamm der Küs­ten­berge und senkt sich in stei­len Ser­pentinen zum Meer.

Tsoútsouros

Tsoútsouros ist vor allem bei Griechen als Urlaubsziel beliebt. Jede Menge Neu­bauten drängen sich in eine weite Bucht, zahlreiche Unter­künf­te, Ta­ver­nen und Bars warten auf Urlauber.

Die lange Promenade bietet viel Platz für Spa­zier­gän­ge und es gibt zwei gute Strän­de, die zusammen mehr als 1 km lang sind - einer liegt im öst­lichen Ortsbe­reich, der andere zieht sich mit schattigen Tamarisken west­lich vom graffitibemal­ten Fi­scher­ha­fen ent­lang der separaten Bucht Agía Paraskeví, wo ein eigener Ortsteil ent­stan­den ist.

In letzterer Bucht liegt hinter den Häu­sern, nur 80 m vom Meer entfernt, eine an­ti­ke Kulthöhle, die der Eilei­thýia, der Göttin der Fruchtbarkeit und Geburts­hil­fe, ge­weiht war. Die Opfer­gaben, die man hier gefunden hat, stam­men haupt­säch­lich aus dem 7. Jh. v. Chr. (eine weitere Eileithýia-Höhle gibt es in der Nä­he von Irá­k­lion). Grundmauern der mykeni­schen Sied­lung Ínatos, die in en­gen Han­dels­be­zie­hun­gen zu Ägyp­ten stand, sollen im Wasser vor der Küste zu sehen sein. Au­ßerdem gibt es Aus­grabungen aus byzantinischer Zeit im Westteil der Bucht um den Bach Míndris.

Übernachten Fedra (Faidra) Apart­ments, am Ostende von Tsoútsouros, direkt an der Strandstraße. Prima Lage mit Meerblick, von Morfoula und Manolis sehr nett geführt. Apt. ca. 50-70 €. Tel. 28910-92311, www.faidrasapartments.com.

Michalis, zentrale Lage an der Uferstraße, kurz vor dem Fi­scher­hafen, alteingesessene Taver­ne mit Zim­mer­ver­mie­tung, freundliche Besitzerin Maria, Zimmer etwas klein, aber okay. DZ ca. 35-50 €. Tel. 28910-92250.


Serpentinenfahrt nach Tsoútsouros

Venetia, wenige Schritte weiter, schlichte, aber geräumige Zim­mer mit Kochnische und Bad. Unten im Haus die Kafeteria „Gianna“ mit recht or­dent­licher Küche. DZ ca. 35-50 €. Tel. 28910-92258, www.venetia-rooms.gr.

Lyttos, das letzte Haus am Hafen, geräumige Apartments mit gro­ßen Balkonen, nettes Be­sit­zer­ehepaar. Apt. ca. 50-70 €. Tel. 28910-92321, www.hotellyttos.com.

Edelweiss, neueres Haus am Strand west­lich vom Fischerhafen, Zimmer mit Kühlschrank, rundum laufende Bal­kone, schöner Meer­blick, Liegen am Strand inbegriffen. DZ/F ca. 40-60 €. Tel. 28910-92451.

Essen & Trinken Mehrere Tavernen lie­gen an der Ufer­promenade, überall sitzt man schön mit Meerblick.

Zorbas, im östlichen Buchtbereich, gutes Essen beim netten Wirt Kostas. Tel. 6974-491368.

Sarakina, an der Uferpromenade, darunter der Strand. Tel. 28910-92233.

Inatos, ebenfalls gute, allerdings etwas teu­rere Fisch­taverne im Hafen, auch Zim­mer­ver­mietung. Tel. 28910-92224.

Umgebung von Tsoútsouros: Ein inte­res­santer Ausflug führt von der West­bucht auf ei­nem malerischen Küsten­wanderweg in die etwa 2 km entfernte Bucht von Mari­dáki am Ausgang der Ligiofárango-Schlucht. Einige Häuser gruppieren sich um den kleinen Kies­strand, am Bachlauf hinter dem Ort stehen hohe Platanen.

Man kann noch weiterlaufen bis zum etwa 3 km entfernten Kloster Ágios Nikítas mit üppiger Ve­getation und einer freskenbemalten Höhlen­kirche über einer einsamen Ba­de­bucht, die zwi­schen steilen Felsen eingelagert ist. Kurz zuvor passiert man das Denk­mal für die Argo II, ein Fischerboot, mit dem Partisanen am 17. September 1941 die abenteuerliche Überfahrt nach Ägyp­ten machten, um die grie­chi­sche Exil­regierung auf die schwie­rige Lage der kretischen Wider­stands­kämp­fer auf­merksam zu ma­chen. Diese konn­ten daraufhin nach Ägyp­ten evakuiert wer­den.

Östlich von Tsoútsouros ist die 10 km lange Küstenstraße nach Kerató­kambos voll­stän­dig asphaltiert. Schöne Fahrt entlang des menschen­leeren Kies­strands von Kaboulá, an den noch zahlreiche unbe­bau­te Grundstücke gren­zen (→ Link). Kurz vor Kastrí liegt der wildromantische Listís Beach. Ein steiler Pfad führt hinunter zum Kiesstrand, parken kann man an der Straße.

Tris Ekklisiés

Abgelegener Küstenort mit Kiesstrand, am besten zu erreichen von Chará­kas über Paránimfi auf einer breiten, erst 2017 vollständig asphal­tierten Ser­pen­tinenstraße. Westlich vom Ort liegt ein langer Strand, an dem frei ge­zeltet werden kann. Es gibt einige wenige Tavernen und Privat­zimmer, mittler­wei­le wird aber auch hier gebaut.

Etwas landeinwärts liegt auf einem Hochplateau das Dörfchen Paránimfi, noch vor wenigen Jahrzehnten Schau­platz eines archai­schen Brauchs: Im­mer wenn ein Un­glück drohte, um­wo­ben die Frauen das kleine Dorf kom­plett mit einem Baum­woll­fa­den. Aus­gehend von der Kirche Ágios Andréas wurde dabei jedes Haus „um­garnt“.

Aktivurlaub im Süden Kretas

Kapetanianá ist ein guter Standort im touristisch noch gänz­lich un­be­rühr­ten Ge­biet um den Berg Kófinas. Seit vielen Jahren be­treibt hier die aus Öster­reich stammende Luisa Schuschnigg ihre völlig ruhig gelegene „Berg-Pension“ Kofinas mit drei DZ und Ge­meinschaftsküche. Ak­tiv­ur­lau­ber kön­nen reiz­volle Wan­derungen un­ternehmen und auch Moun­tain­bi­ker und Kletterer finden reich­hal­tige Möglichkeiten. Leckere kretische Natur­produkte können bei Luisa jeweils nach der Ernte einge­kauft bzw. bestellt werden: Olivenöl, Tomaten, Kapern, Honig, Meer­salz etc. Falls Sie im Hau­se Schuschnigg unter­kommen möchten, empfiehlt es sich, Zim­mer vorzubestellen. Von Mitte Juni bis Mitte Sept. be­steht auch die Option, den ganzen Gästetrakt bzw. Wohnbereich als Fe­rien­haus zu mie­ten. Tel. 6984-974365, de.korifi.de.

Nach Süden hin fällt das Plateau von Paránimfi an einer Abbruchkante gut 500 m tief ab - eine eindrucksvolle Fels­landschaft mit herrlichem Blick auf die weit unten lie­gende Küste, auch Tris Ekklisiés ist zu sehen. Nach hefti­gen Regenfällen bilden sich hier mäch­tige Wasserfälle. Auch einige Ruinen von Was­ser­mühlen stehen hier noch.

Kapetanianá

Ruhiges Bergdorf an der Südseite der Aste­roú­sia-Ber­ge, 800 m hoch am Fuß des Kófinas (1236 m) gelegen, herr­li­cher Blick zum Li­by­schen Meer. Seinen Na­men hat der Ort von den „Ka­pe­tánes“, den An­führ­ern der kreti­schen Unter­grundbewegung gegen die Tür­ken. Tat­sächlich han­delt es sich um eins der Dör­fer, die nie von den Türken betreten worden sind.

Kapetanianá ist erreichbar über eine 8 km lan­ge Asphaltstraße ab Loúkia. Es be­steht aus ei­nem Ober- und Unterdorf (Áno und Káto Kapetanianá), knapp hundert Menschen wohnen noch hier, die weit­gehend von der Schaf- und Ziegen­zucht und der Imkerei leben. Es findet kein Durch­gangs­verkehr statt, die Autos parken auf den Parkplätzen vor den beiden Orts­teilen. Im un­teren Dorf steht die by­zantini­sche Panagía-Kirche mit Fresken aus dem 14. Jh.

Die Um­ge­bung ist ideal für Out­door-Aktivitäten wie Wandern, Klettern und Moun­tain­biken. Die näch­ste Ba­de­mög­lichkeit bietet der abgelegene Strand von Ágios Io­ánnis, mit dem Auto in etwa 25 Min. über eine Schotterstraße zu errei­chen.


Idyllische Lage: Kloster Koudoumá unterhalb von Kapetanianá

Übernachten/Essen Kofinas, mit Vor­be­stellung kann man bei Luisa Schusch­nigg in Áno Kapetanianá übernachten (→ Kas­ten).

Thalori Traditional Village, eine ganze Wohn­siedlung mit gelungen restaurierten Stein­häusern in Káto Kapetanianá, schöne La­ge mit herrlichem Blick auf Berge und Meer (thá­lassa = Meer, óri = Berge), en­ga­giert geführt von Markos und Popi. Die ge­müt­lichen Studios und Apts. (alle mit Kamin) sind unter­schiedlich groß, schöner Infinity Pool mit Blick, aus­ge­zeich­nete Taverne. Studio/Apt. ca. 80-110 €, Früh­stück allerdings 12 €/Pers. Tel. 28930-41762, www.thalori.com.

Mein Tipp To Vriskoumeno, in Loúkia (s. o.), lohnender Stopp bei der Anreise nach Kape­ta­nianá, authentische Küche in ausgezeichneter Qualität. Tel. 28930-41579.

Kloster Koudoumá (Moní Koudoumá): schöne Lage in einer baumbestandenen Bucht einige Ki­lo­me­ter westlich von Tris Ekklisiés, zu Fuß zu erreichen ab Ka­pe­ta­nianá oder auf ei­ner Ser­pen­ti­nen­pi­ste (robustes Fahrzeug nötig, aber nicht unbe­dingt All­rad­an­trieb) ab Stér­nes hoch über die Asteroúsia-Berge, nah am höchsten Berg Kó­finas (1231 m) vorbei. Das Kloster stammt vom Ende des 19. Jh. und wird noch von Mön­chen be­wirtschaftet. In den letzten Jahren wur­de es grund­le­gend renoviert, vor al­lem die Panagía-Kirche erstrahlt in neuem Glanz. Der Strand ist an beiden Sei­ten von Felshängen mit Höhlen gesäumt, in der Um­ge­bung lebten frü­her zahlrei­che Eremi­ten.

Kófinas: mit 1231 m der höchste der Aste­roúsia-Berge mit einem imponie­ren­den Gip­fel, auf dem ein minoisches Heiligtum entdeckt wurde (Funde im Arch. Mu­seum von Iráklion). Am 14. Sep­tember findet das Fest der Kreuz­aufrichtung statt, ei­ne feierliche Prozession steigt dann zur Gipfel­kapelle Tímios Stavrós hinauf.

Ágios Antónios: In eine Felsengrotte wurde eine Kapelle hineingebaut, ein schöner Fleck ca. 45 Fußminuten west­lich vom Kloster Kou­doumá. Da­neben liegt der Zugang zu einer Tropf­stein­höhle mit mehreren erfri­schen­den Süß­wasser­becken.

Ágios Ioánnis: Die kleine Küsten­sied­lung auf dem pittoresken Kap Pónta ist auf ei­ner mit etwas Vorsicht befahr­baren Serpen­tinenpi­ste zu erreichen, die öst­lich von Kapetanianá abzweigt. Das namen­gebende Höhlenkloster mit seiner fres­ken­be­mal­ten Kirche ist noch erhalten. Im Umkreis sind zahlreiche Ferien­häuser ent­stan­den und es gibt zwei Tavernen. In der idyllischen Feinkies­bucht östlich vom Kap tum­meln sich am Wo­chen­ende viele kreti­sche Familien. Ein wei­terer Strand liegt west­lich des Kaps.

Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag

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