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Lassíthi-Hochebene

Das kreisrund abgezirkelte Plateau der Oropédio Lassithíou im Díkti-Massiv liegt 800 m über dem Meer. Rings­um ragen steile Fels­grate in die Höhe, nur wenige kur­vige Passstraßen durch­brechen die aufgetürmten Stein­barrieren.


Sommer auf der Lassíthi-Hochebene

Landwirtschaft wird in dieser Berg­einsamkeit seit Tausenden von Jahren betrie­ben. Weit über 10.000 Windräder mit charakteristischen weißen Segeln pump­ten früher das nötige Wasser aus versteckten Hohlräumen im unterirdi­schen Kalk­gestein. Und min­destens ebenso viele Fotos verdanken den pit­to­res­ken Be­span­nungen den letz­ten Pfiff. Jedoch konnten es sich in den letz­ten Jahrzehnten im­mer weniger Bauern leis­ten, die Bewässerung ihrer Fel­der vom Wind abhän­gig zu machen. Viele Wind­rä­der wurden von diesel­betrie­benen Motorpumpen ab­gelöst und die wenigen in­tak­ten Anlagen wer­den hauptsächlich für die Tou­ris­ten instand gehalten.

Aber auch ohne Wind­radkultur ist die Lassíthi-Hoch­ebene ein lohnendes Ziel, um eine der cha­rakteristischsten und gleichzeitig frucht­barsten Land­schaftsformen der In­sel zu erleben. Hier oben herrscht eine völ­lig andere Atmosphäre als an der Kü­ste: Vom Rummel abgeschirmt, ist sie trotz stetigem Touristenstrom und zahlloser Sou­ve­nir­lä­den an der Durchgangs­straße typisch kretisches Bauern­land geblie­ben. Dicht an dicht lie­gen die zahl­lo­sen Felder und Obstplantagen, im Früh­som­mer leuch­tend grün, im Herbst braun, abge­erntet und verdorrt. Ledig­lich die kli­matisierten Rei­sebusse von der Küste sig­na­li­sie­ren die touri­stische Bedeutung der Lassíthi-Hochebe­ne. Sie haben in der Re­gel nur ein Ziel: Diktéon Ándron, die sagenhafte Ge­burts­höhle des Zeus bei Psich­ró (→ Link).

8-10 km lang und 5-6 km breit ist die Lassíthi-Ebene. Angebaut werden vor al­lem Kartoffeln, Weizen Äpfel, Bir­nen und verschiedene Gemüse. Ins­ge­samt 21 Dörfer lie­gen hier, verbunden durch eine Straße, die im wei­ten Bogen um die Ebene herum­führt. Alle Orte sind an die unteren Berg­hän­ge gebaut - zum ei­nen, um mög­lichst we­nig kost­bares Ackerland zu ver­schwe­n­den, vor allem aber we­gen der all­jährlichen Über­schwemmungen zur Zeit der Schnee­schmelze im Früh­jahr. Von den um­ge­ben­den Zweitausendern wer­den dann solche Wasser­mas­sen hinunter ge­spült, dass die ge­samte Ebene oft me­ter­hoch überschwemmt ist und ein riesiger See ent­steht. Nur die Obst­bäu­me und Ge­rüste der Windräder ragen noch heraus. Wenn das Wasser ab­sickert, sam­melt es sich im Kalk­gestein unter der Ebene in rie­sigen Hohl­räu­men, die durch Spal­ten mit der Ober­fläche verbun­den sind. Mit den oben er­wähn­ten Mo­tor­pum­pen wird es dann wie­der heraufgepumpt und zur Be­wäs­se­rung verwendet, bei Ágios Konstan­tínos gibt es aber auch zwei seeförmige Was­ser­spei­cher. Auch die umgeben­den Berg­ketten bestehen aus hellem Mar­mor­kalk­stein, höch­ster Berg ist mit 2148 m der Díkti (auch Kakó Kefalí ge­nannt, wört­lich übersetzt: „Schlech­ter Kopf“) ge­nau im Süden. Der benach­barte Afén­dis Chris­tós ist 7 m nied­ri­ger.

Trotz ge­nü­gend Wasser, Frucht­bar­keit und üppi­ger Vegetation kön­nen es die Bauern der Las­síthi-Ebene nur zu beschei­denem Ein­kommen bringen. Vor allem die star­ke Par­zel­lierung des Lan­des verhindert Wohlstand. Die schlich­ten Dorfhäu­ser sind aus gro­ben Bruch­stei­nen errichtet, es gibt kaum Neu­bau­ten und nur we­nige Autos. Die Tou­ris­ten brin­gen zwar Geld, aber nur selten bleibt jemand län­ger als für einen Tagesausflug.

Geschichte

Wegen ihrer Fruchtbarkeit war die Lassíthi-Ebene schon vor 5000 Jah­ren be­siedelt. Auch aus minoischer Zeit hat man Sied­lungs­reste und Kultstätten ent­deckt, u. a. die sagenhafte Zeus-Höhle. Nach der Erobe­rung Kretas durch die Dorer war die Ebene ein idea­les Rück­zugsgebiet der minoischen Be­völ­kerung und wahr­scheinlich durch­gehend besiedelt.

Auch als die Venezianer im 13. Jh. die Insel besetzen, ziehen sich kretische Auf­ständi­sche in diese natürliche Fes­tung mit ihren gewaltigen Mauern zu­rück. 1263 stür­men die Venezianer das Widerstandsnest, genannt „Spina nel cuore di Venezia“ (Stachel im Herzen Venedigs), vertreiben alle Bewoh­ner und machen die gesamte Ebene zur Sperrzone. Wer es wagt hinauf­zustei­gen, wird mit dem Tod be­straft. Über 200 Jahre wird die Lassíthi-Hoch­ebene zur einsamen Berg­wild­nis, nur ge­le­gent­lich verirren sich Hirten mit ih­ren Herden hierher.

En­de des 15. Jh. gehen den Vene­zia­nern die Getreidevorräte aus und in aller Ei­le wer­den Land­wirt­schafts­exper­ten beauftragt, das Schwemmland wie­der zu kul­tivie­ren. In­nerhalb weni­ger Jahre durchzieht ein schachbrett­artiges Ka­nal­sys­tem das Pla­teau. Die ur­bar ge­machten Felder werden an Kreter und Flüch­t­lin­ge vom Pe­lo­pon­nes zwangs­ver­pachtet. Ein Drittel ihrer Ern­te müs­sen sie künf­tig an die Ve­ne­zia­ner ab­lie­fern. Das venezianische Be­wäs­serungs­sy­stem hat bis heute Be­stand.

Im 18. und 19. Jh. wird die Ebene noch einmal Zufluchts- und Sammelort kreti­scher Widerstandskämpfer, dies­mal gegen die Türken, sie wird das ost­kretische Pen­dant zur Sfakiá im Wes­ten. Der Belage­rungs­zu­stand ist jetzt Alltag, die Häuser werden zu kleinen Festungen umgebaut, eins ist noch erhalten (→ Ágios Geórgios). Bis 1867 können alle An­griffe abgewehrt wer­den, Manolis Kaza­nis ist der Anführer der Aufständischen. Dann zieht der gefürchtete Ismael Fe­rik Pascha mit einer Ar­mee von fast 40.000 Türken und ägyptischen Hilfstrup­pen herauf. Sie metzeln alles nieder, was ih­nen vor die Säbel kommt und ma­chen die Dör­fer dem Erdboden gleich. Das Tra­gi­sche: Ismael selber ist Kreter aus der Las­síthi-Ebene, er wurde als Kind gefan­gen, nach Kairo verschleppt, dort zum fana­tischen Muselman er­zogen und schaffte den Auf­stieg bis zum Kriegsmi­ni­ster.


Praktische Infos

Anfahrt mit eigenem Fahrzeug Zwei durchgehend as­phal­tierte Straßen mit meh­re­ren Zufahr­ten von der Nordküste steigen in die Las­sít­hi-Ebene hinauf:

Die erste zweigt westlich von Liménas Cher­so­nísou von der Straße Iráklion - Má­lia ins Bergland ab, Zufahrten gibt es aber auch ab Sta­lída über Mochós und von Má­lia nach Krá­si. Über den Pass von Am­bé­los erreicht man zu­nächst Tzermiá­don, den Hauptort der Ebene.

Die zweite Straße führt von Osten herauf und hat zwei Zufahrten: aus Richtung Ágios Ni­kó­laos kommend und von Neápo­lis, das zwi­schen Mália und Ágios Nikólaos liegt. Bei Ágios Konstantínos trifft man auf die Stra­ße rund um die Ebene.

Die frühere Schotterpiste, die im Süden von Émbaros über Ka­to­fígi die Ebene er­reicht, ist nun durch­gehend asphaltiert und gut aus­gebaut.

Anfahrt mit dem Bus Die wenigen Busse von Iráklion (etwa 3-4 x wöch., Fahrtzeit ca. 2 Std.) fah­ren auf der Straße hinauf, die westlich von Limé­nas Chersonísou abzweigt. Auch von Ágios Ni­kólaos fährt man auf dieser Stre­cke (1-2 x wöch.) Fahrtzeit ca. 1:30 Std.). Alle Bus­se fahren über Ágios Geórgios nach Psichró mit der be­rühmten Höhle Dik­téon Ándron (Geburts­höhle des Zeus).

Ach­tung: Erkundigen Sie sich genau nach den Abfahrtstagen und Uhr­zei­ten für Hin- und Rückfahrt! Sonst kann es pas­sie­ren, dass man auf der Ebe­ne fest­hängt.

Von Liménas Chersonísou auf die Lassíthi-Ebene

Landschaftlich imposant und viel Inte­res­santes am Weg, das einen kur­zen Stopp lohnt. Zunächst folgt man der be­schilderten Abzweigung westlich von Liménas Cher­so­ní­sou. Bald pas­siert man das große Spaßbad „Acqua Plus“ (www.acquaplus.gr) und die schön an­gelegte 18-Loch-Anlage des „Crete Golf Clubs“, neben einem 9-Loch-Platz in Eloúnda der bis­lang einzige Golfplatz Kre­tas (www.cretegolfclub.com).

Kurz nach dem Ab­zweig zur Pro­vinz­stadt Kastélli (→ Link), wo im grü­nen Talgrund des Flus­ses Apo­se­lé­mis einige Tavernen auf Gäste war­ten, stehen rechts neben der Stra­ße die Res­te eines großen römi­schen Aquä­dukts. Er transportierte einst die Was­ser­mas­sen aus den Las­síthi-Bergen in die Hafenstadt Liménas Chersonísou. Diese Stre­cke nach Kas­télli führt durch üp­pi­ge Oliven­haine und ist besonders reiz­voll zu fahren.

Wasser für Iráklion und Ágios Nikólaos

Der künstliche Aposelémis-See zwischen Potamiés und Avdoú staut das von der Las­síthi-Hochebene kommende Was­ser des Flus­ses Apo­se­lé­mis und dient so als Reser­voir für Iráklion und Ágios Nikólaos und die großen Urlaubsorte an der Nordküste. Er wurde trotz hefti­ger Pro­tes­te durch Be­völkerung und Um­welt­grup­pen an­ge­legt, das Dorf Sfendíli wurde dabei überflutet, seine Be­woh­ner hat man entschädigt und um­ge­sie­delt.

Die Straße in Richtung Lassíthi-Hoch­ebene folgt im Weiteren der Apose­lémis-Schlucht durch das Tal von La­gá­da, in dem ein großer Stausee an­ge­legt wurde. Ab Potamiés wird die Stra­ße westlich um den See herum geleitet.

Potamiés

Kurz vor dem Ort ist das Kloster Moní Panagías Gouverniótissas an der Straße ausgeschil­dert. Die um­mau­erte Anlage wurde vor Kurzem restauriert, es gibt einen großen Parkplatz (viele Busse), ein schönes, kleines Museum, einen Laden und eine Cafeteria. Im In­neren der Kreuzkuppelkirche sind Wand­ge­mälde aus dem 14. Jh. erhalten. Das Fest der Panagía wird am 15. August gefeiert.

Im Talgrund liegt der beliebte Zoo­park „Kritiki Farma“ von Manolis Rasida­kis und seiner schwedischen Frau. Man kann dort Ziegen, Pfaue und andere Tiere be­trachten und füttern (Futtertüten werden verkauft) sowie auf Eseln reiten (Tour ca. 30 Min.). Auch eine kleine, preis­werte Taverne gehört dazu. Service und Angebot wer­den gelobt.

♦ Kritiki Farma, April bis Okt. tägl. außer Mo 9-19 Uhr, Eintritt ca. 2,50 €, Eselreiten ca. 15 €/Pers. Tel. 28970-51546, 6944-678666.

Avdoú

Am Dorfplatz abseits der Durch­gangs­straße liegen einige schlichte Taver­nen und Ca­fés. Beschildert ist der Weg zum Kirchlein Ágios Antó­nios. In der Wöl­bung des Altar­bereichs sind Re­ste ruß­ge­schwärzter Wand­malereien aus dem 14. Jh. erhalten.

Tipp: Von Avdoú führt eine 9 km lange Asphaltstraße Richtung Westen nach Askí (→ Link), von wo man über Kas­télli nach Iráklion weiterfahren kann.

Goniés

Das große Dorf liegt bereits am Fuß der steilen Felswände, die die Hoch­ebene begrenzen. Im Zentrum gibt es eine Tankstelle und zwei, drei Taver­nen. Im wei­teren Ver­lauf schraubt sich die Stra­ße in Serpentinen hinauf zum Pass, wo­bei sich groß­artige Ausblicke auf die tief unten liegende Ebene und die um­ge­ben­den Berg­ketten bieten. Kurz nach Goniés folgt eine Kreuzung, an der man über die Hoch­ebene von Mochós nach Stalída hinunter fah­ren kann bzw. von dort he­rauf­kommt.

Krási

Etwas abseits der Hauptroute, doch der 2 km lange Umweg lohnt. Die mäch­ti­ge Platane am schattigen Dorfplatz soll die größte Kretas und eine der größ­ten Eu­ro­pas sein, ihr Umfang beträgt fast 18 m. Laut Unter­suchungen der Jah­resringe wird ihr Alter mit etwa 2000 Jahren angegeben! In der Felswand ober­halb vom Platz liegt ein schlichter venezianischer Brun­nen mit zwei gro­ßen Becken. Eine lan­ge, weiße Mauer mit Rundbögen fasst die unermüdlich spru­delnde Quelle ein.

Be­rühmt auf Kreta ist der örtliche Rakí, denn die sü­ßen, kernlo­sen Trau­ben von Krási eig­nen sich beson­ders gut für seine Herstel­lung. Man kann ihn flaschen­weise kau­fen (ca. 5 €) oder lässt ihn sich in der Taverne un­ter der großen Platane mit einem Glas Was­ser und einem kleinen Teller mit Gurken­scheiben, Oliven, Bohnen und Brot servieren.

Mein Tipp Essen & Trinken Kares, die von Familie Psarakis-Meier ausnehmend freundlich ge­führte Ta­verne liegt kurz vor dem Dorf­platz linker Hand. Unter Nussbäumen kann man hier haus­ge­machte Spezia­li­tä­ten kosten, die z. T. nach alten kretischen Re­zep­ten gekocht sind. Frau Psarakis-Meier stammt aus der Schweiz und spricht Deutsch. Es gibt einen ge­müt­li­chen In­nen­raum mit Ka­min, dazu einen ver­glas­ten Win­tergarten und eine Au­ßen­ter­rasse. Gu­te Qualität, fai­re Preise und sehr aufmerk­sa­me Bedie­nung. Wo­chentags bis 19.30 Uhr, Sa bis 24 Uhr. Tel. 28970-51862.

Kloster Kerá Kardiótissa(Moní Kerá Kardiótissa)

Kurz vor dem gleichnamigen Ort liegt das Kloster der „Kerá Kardiótissa“ (Her­rin/Got­tes­mutter des Herzens) rechts unterhalb der Straße an einem Zypressenhang. Es gehört zu den wich­tigsten religiösen Zentren der Insel und wird heute von Nonnen bewohnt, denen ein Abt vorsteht.

Die Gottes­mutter-Ikone des Klos­ters ist auf Kreta hochberühmt, es wird behauptet, dass sie der le­gendäre La­za­rus ge­malt habe, den Jesus einst von den Toten er­weck­te. Die Le­gende erzählt wei­ter, dass sie von den Türken wiederholt nach Kon­stan­ti­no­pel ver­schleppt wurde, doch kehr­te sie, von Engeln geleitet, im­mer wieder in ihr Hei­matkloster zurück. Des­halb ket­teten sie die Türken schließlich an eine Mar­morsäule an - doch die Iko­ne flog mit­samt Kette und Marmorsäule zurück nach Kerá! Die Kette gilt als wun­dertätig, Gläu­bige legen sie sich auf Körperteile, um Heilung zu erbitten. Auch im 20. Jh. wurde die Ikone zwei­mal gestohlen, die Tä­ter konnten aber beide Male ge­fasst wer­den, be­vor sie die Insel verließen.

Am 8. September wird das große Fest der Panagía gefeiert. Tausende von Gläu­bi­gen kommen dann herauf und die Straße ist kilometerweit mit Autos ver­stopft.

Besichtigung: Das Kloster stammt aus dem frühen Mittelalter, wurde aber von den Tür­ken wiederholt zerstört und ist deshalb baulich stark verändert, Teile wur­den erst im 20. Jh. errichtet. Im stim­mungs­vol­len Innenhof steht die besagte Säule aus Kon­stantinopel. Die har­monisch-schlich­te Bruch­steinkirche besitzt drei Längs­schif­fe und ein Quer­schiff. Im Tem­plon hängt die Ikone der Panagía i Kerá, da­ne­ben ist die le­gen­däre Kette zu sehen. Die Wände sind von umfangrei­chen Wand­ma­le­reien aus dem 14. Jh. bedeckt. Aus Angst vor den Türken waren sie über­malt wor­den und wurden erst in den 1970er Jah­ren entdeckt. Sie sind heute stark ge­dun­kelt, können aber mit Strahlern be­leuch­tet werden.

Auch eine Geheim­schule aus dem 19. Jh. gibt es im Kloster. Wäh­rend der tür­ki­schen Be­setzung brachten hier die Mönche den grie­chischen Kin­dern Le­sen und Schreiben bei und unter­rich­teten sie im orthodoxen Glauben. Heute ist darin das klei­ne Klos­ter­museum mit Ikonen, kirch­lichen Ge­wändern und sakralen Ge­gen­stän­den un­ter­ge­bracht. Die Nonnen verkaufen Bücher, Repro­duk­tionen von Ikonen und Kräuter.

♦ Mo-Sa 10-15 Uhr, So 10-14 Uhr. Eintritt ca. 2 €.


Verfallene Windmühlen am Pass von Ambélos

Kerá

Das Örtchen liegt neben der Straße. Eine Taverne an der Straße lädt zur Rast ein, in der Taverne Niki ein paar Meter weiter genießt man gleicher­maßen Küche und Aussicht. Dahinter kann man ein paar Schritte durch den Ortskern schlendern.

„Homo Sapiens Village“

Kurz hinter der Ortschaft Kerá trifft man auf eine groß auf­ge­machte Ca­fe­te­ria mit geräumigem Parkplatz, meh­re­ren Nachbauten von Wind­müh­len und einem Souvenirshop. Ange­gliedert ist ein sog. „Frei­licht­mu­seum“, in dem mit dürftigen Exponaten die Ent­wick­lung des Menschen vom prä­his­to­ri­schen Höh­len­bewohner bis zur Erfin­dung des Rads und der Schrift dar­ge­stellt wird. Wir empfehlen den Besuch nicht.

Eine ausgeschilderte Piste führt zur spätminoi­schen Flucht­siedlung am Berg Karfí (→ Link).

♦ Tägl. 9-19 Uhr, Eintritt ca. 3 €.

Pass von Ambélos(Selí Ambélou)

Die Eingangspforte zur Lassíthi-Ebene liegt in 900 m Höhe. Bei kla­rer Sicht ist der Ausblick nach beiden Seiten fan­tastisch: tief unten die Ebene, aus der Sie gerade gekommen sind, dahin­ter in der Ferne das Meer, vor Ih­nen die fast un­wirk­lich erscheinende Lassíthi-Ebe­ne mit ihren Feldern und Obst­baum­plan­ta­gen.

Aus Norden fegen im Sommer die Meltémi-Winde über den Pass, rechts und links vom Ein­schnitt stehen deshalb die mäch­ti­gen Rui­nen ehe­ma­liger Ge­trei­de­mühlen. Ihre riesigen Wind­räder maßen fast 10 m im Durch­mes­ser, auch die alten Mahlwerke im Inneren kann man noch gut erken­nen.

Essen/Shopping Seli Ambe­lou, groß aus­gebaute Taverne mit schatti­ger Ter­rasse direkt am Pass, ob­li­ga­to­ri­scher Stopp für Aus­flugs­busse. Das Fleisch wird am Ein­gang im maleri­schen Grillkamin ge­bra­ten. Toi­letten sau­ber und kos­ten­los. Da­vor zwei Ge­schäf­te mit An­sichts­kar­ten, Bü­chern, Keramik, Web­stof­fen usw. Tel. 0844-22595.

Von Stalída auf die Lassíthi-Ebene

Von Stalída geht es in drei gro­ßen Ser­pen­tinenschleifen mit herrlicher Aus­sicht auf die Küste über einen Pass nach Mochós, das hinter einer Berg­kette liegt. 3 km wei­ter erreicht man die im vorhergehenden Abschnitt bespro­che­ne Zufahrt zum Pass von Ambé­los.

Von Mália auf die Lassíthi-Ebene

Diese Straße ist mit ihrer Länge von etwa 10 km bis Krási die mit Abstand kürzeste Verbindung von der Nord­küste zur Las­síthi-Ebene. In steilen Haar­nadelkurven geht es in die Berge hin­auf, auf hal­ber Stre­cke passiert man das Aufforstungsgebiet Hamoprína, einen gro­ßen Steinei­chen­wald. Orte wer­den bis Krási keine berührt, dann folgt man der im vor­her­ge­hen­den Ab­schnitt besprochenen Zufahrt zum Pass von Ambélos.

Von Ágios Nikólaos auf die Lassíthi-Ebene

Schöne Fahrt durch kilometerweite Olivenhaine und teils dicht bewaldete Hänge hinauf, herrliche Panoramen, jedoch keine historischen Sehenswür­dig­keiten. Die Straße ist sehr kurvig, aber durchgehend gut ausgebaut.

Man nimmt zunächst die Ausfall­straße nach Kritsá und zweigt nach der gro­ßen Kreu­zung mit der New Road auf die kleine Nebenstraße über Schísma und Cha­mi­ló ab. Es geht durch Oliven­haine und kleine Dörfer, wobei man auf die Beschilde­rung achten muss, da sich die Straße mehrmals ver­zweigt, und erreicht über Ágios Konstantínos schließ­lich in Drássi die von Neá­po­lis kommende Zufahrt zur Las­síthi-Hoch­ebene. Bald ge­nießt man den herr­li­chen Blick auf die steil aufragenden Berge, die die Las­síthi-Ebene umgeben. Hin­ter Amig­dáli geht es ins üppig grüne Tal von Po­ta­mí mit den beiden Dörfern Éxo und Méssa Potamí. Das Waldgebiet, das man dort durch­quert, gehört zu den größ­ten Kretas.

Zénia

Früher war der Ort für seine traditio­nellen Holzlöffelschnitzer be­kannt. Heu­te führt hier der geschäfts­tüchtige Manolis Farsaris die weithin bekannte Taverne „Moutsou­nas“ (Tel. 28410-23697) direkt an der Straße, kombiniert mit Souvenirshop (Oliven­holz­pro­dukte), Wein-, Öl-, Rakiverkauf und „Folklore­museum“. An den Tischen auf der gegen­überliegenden Straßenseite kann man die exzellente Aus­sicht genießen.

Éxo Potami

Eine üppige grüne Oase, geschützt unter hohen Platanen, Kastanien und Eichen. Dank eines Fluss­laufs, der von den Bergen herunterkommt, gibt es mehr als reich­lich Was­ser. Trotz­dem woh­nen fast nur noch alte Leute in dem klei­nen Ort.

Méssa Potámi

Die große Taverne „Marianna“ (Tel. 28440-22497) liegt dekorativ von Kürbissen und Tomaten überrankt direkt an der Straße, das Essen ist aus­gezeichnet, vieles stammt aus dem eigenen Garten. Marianna und ihr Mann Onasis (ein echter Kreter!) sind ausnehmend freundlich. Fazit: ein schöner Platz für einen Stopp.

Pass Patéra tá Sélia

Auf dem 1100 m hohen Pass liegt die familiär geführte Ta­ver­ne „Skapanis“ mit Souvenirshop und kleinem Folk­lore-Museum (Tel. 6944-316520). Obwohl sie sehr touristisch wirkt, isst man lecker und kann in entspannter Atmo­sphäre den Blick auf die Ebene ge­nießen.

Die Straße zieht sich nun hinunter nach Méssa Lassíthi (870 m), das er­ste Dorf der Las­síthi-Ebene. Von Lesern gelobt wird die Taverne „Zorbas“, direkt rechts, bevor man auf die Ring­straße um die Ebene trifft.


Blick auf das Díkti-Gebirge von der Lassíthi-Ebene

Von Neápolis auf die Lassithí-Ebene

Bevor man bei Drássi auf die Straße von Ágios Nikólaos trifft, kann man zwei Non­nenklöster besichtigen.

Kloster Kremastón (Moní Kremastóu): Das bestens instand gehaltene Nonnen­kloster vom Ende des 16. Jh. (1593 steht am Haupteingang) liegt nur 2 km oberhalb von Neápo­lis unter ho­hen Zypres­sen und Kiefern. Blickpunkt ist die restaurierte Kir­che, die vor den Mauern des eigentlichen Klosters liegt. In der Türkenzeit gab es im Kloster seit 1840 die einzige Schule der Region.

Kloster Koufís Petrás (Moní Koufís Petrás): Das etwas versteckte Kloster (Abzweig kurz vor dem Dorf Vríses) wird wegen sei­ner großartigen Lage „Balkon der Mirabéllo-Bucht“ genannt. Es ist eine grü­ne Oase der Ruhe, der baumbestandene Innenhof ist über und über mit Blu­men­kübeln geschmückt. Die Nonnen sind freundlich und spre­chen z. T. sehr gut Englisch und sogar Deutsch. Man kann die zweischiffige Klos­ter­kir­che aus dem 17. Jh. be­sich­tigen, deren hinterer Flügel später an­gebaut wur­de. Das In­nere ist mit Fresken eines lokalen Malers ge­schmückt, die Ikonen stam­men teil­weise von einer Nonne des Klosters. Die Nonnen fertigen Hand­ar­bei­ten, Ikonen und reli­giö­sen Schmuck, die man auch er­werben kann.

♦ 9-13 und 16-20.30 Uhr. Eine kleine Spende ist angebracht.

Von Émbaros auf die Lassithí-Ebene

Die reizvolle Anfahrt aus Süden auf die Hochebene ist mittlerweile pro­blemlos mög­lich, denn die früher abenteuer­liche Piste von Ka­tofígi nach Kamináki ist nun durchgehend asphal­tiert und gut aus­gebaut (Vorsicht aber vor Stei­nen auf der Fahrbahn). Al­ler­dings ist die Straße in Katofígi so eng, dass man lediglich mit einem Pkw durch den Ort kommt. Unter­wegs hat man herrliche Aus­blicke in die Mes­sará-Ebene und ins Psilorítis-Gebirge, oft sieht man auch Geier kreisen, spek­takulär ist dann oben das Panorama der Lassíthi-Ebene.

Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag

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