Читать книгу Kreta Reiseführer Michael Müller Verlag - Eberhard Fohrer - Страница 25
ОглавлениеLassíthi-Hochebene
Das kreisrund abgezirkelte Plateau der Oropédio Lassithíou im Díkti-Massiv liegt 800 m über dem Meer. Ringsum ragen steile Felsgrate in die Höhe, nur wenige kurvige Passstraßen durchbrechen die aufgetürmten Steinbarrieren.
Sommer auf der Lassíthi-Hochebene
Landwirtschaft wird in dieser Bergeinsamkeit seit Tausenden von Jahren betrieben. Weit über 10.000 Windräder mit charakteristischen weißen Segeln pumpten früher das nötige Wasser aus versteckten Hohlräumen im unterirdischen Kalkgestein. Und mindestens ebenso viele Fotos verdanken den pittoresken Bespannungen den letzten Pfiff. Jedoch konnten es sich in den letzten Jahrzehnten immer weniger Bauern leisten, die Bewässerung ihrer Felder vom Wind abhängig zu machen. Viele Windräder wurden von dieselbetriebenen Motorpumpen abgelöst und die wenigen intakten Anlagen werden hauptsächlich für die Touristen instand gehalten.
Aber auch ohne Windradkultur ist die Lassíthi-Hochebene ein lohnendes Ziel, um eine der charakteristischsten und gleichzeitig fruchtbarsten Landschaftsformen der Insel zu erleben. Hier oben herrscht eine völlig andere Atmosphäre als an der Küste: Vom Rummel abgeschirmt, ist sie trotz stetigem Touristenstrom und zahlloser Souvenirläden an der Durchgangsstraße typisch kretisches Bauernland geblieben. Dicht an dicht liegen die zahllosen Felder und Obstplantagen, im Frühsommer leuchtend grün, im Herbst braun, abgeerntet und verdorrt. Lediglich die klimatisierten Reisebusse von der Küste signalisieren die touristische Bedeutung der Lassíthi-Hochebene. Sie haben in der Regel nur ein Ziel: Diktéon Ándron, die sagenhafte Geburtshöhle des Zeus bei Psichró (→ Link).
8-10 km lang und 5-6 km breit ist die Lassíthi-Ebene. Angebaut werden vor allem Kartoffeln, Weizen Äpfel, Birnen und verschiedene Gemüse. Insgesamt 21 Dörfer liegen hier, verbunden durch eine Straße, die im weiten Bogen um die Ebene herumführt. Alle Orte sind an die unteren Berghänge gebaut - zum einen, um möglichst wenig kostbares Ackerland zu verschwenden, vor allem aber wegen der alljährlichen Überschwemmungen zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr. Von den umgebenden Zweitausendern werden dann solche Wassermassen hinunter gespült, dass die gesamte Ebene oft meterhoch überschwemmt ist und ein riesiger See entsteht. Nur die Obstbäume und Gerüste der Windräder ragen noch heraus. Wenn das Wasser absickert, sammelt es sich im Kalkgestein unter der Ebene in riesigen Hohlräumen, die durch Spalten mit der Oberfläche verbunden sind. Mit den oben erwähnten Motorpumpen wird es dann wieder heraufgepumpt und zur Bewässerung verwendet, bei Ágios Konstantínos gibt es aber auch zwei seeförmige Wasserspeicher. Auch die umgebenden Bergketten bestehen aus hellem Marmorkalkstein, höchster Berg ist mit 2148 m der Díkti (auch Kakó Kefalí genannt, wörtlich übersetzt: „Schlechter Kopf“) genau im Süden. Der benachbarte Aféndis Christós ist 7 m niedriger.
Trotz genügend Wasser, Fruchtbarkeit und üppiger Vegetation können es die Bauern der Lassíthi-Ebene nur zu bescheidenem Einkommen bringen. Vor allem die starke Parzellierung des Landes verhindert Wohlstand. Die schlichten Dorfhäuser sind aus groben Bruchsteinen errichtet, es gibt kaum Neubauten und nur wenige Autos. Die Touristen bringen zwar Geld, aber nur selten bleibt jemand länger als für einen Tagesausflug.
Geschichte
Wegen ihrer Fruchtbarkeit war die Lassíthi-Ebene schon vor 5000 Jahren besiedelt. Auch aus minoischer Zeit hat man Siedlungsreste und Kultstätten entdeckt, u. a. die sagenhafte Zeus-Höhle. Nach der Eroberung Kretas durch die Dorer war die Ebene ein ideales Rückzugsgebiet der minoischen Bevölkerung und wahrscheinlich durchgehend besiedelt.
Auch als die Venezianer im 13. Jh. die Insel besetzen, ziehen sich kretische Aufständische in diese natürliche Festung mit ihren gewaltigen Mauern zurück. 1263 stürmen die Venezianer das Widerstandsnest, genannt „Spina nel cuore di Venezia“ (Stachel im Herzen Venedigs), vertreiben alle Bewohner und machen die gesamte Ebene zur Sperrzone. Wer es wagt hinaufzusteigen, wird mit dem Tod bestraft. Über 200 Jahre wird die Lassíthi-Hochebene zur einsamen Bergwildnis, nur gelegentlich verirren sich Hirten mit ihren Herden hierher.
Ende des 15. Jh. gehen den Venezianern die Getreidevorräte aus und in aller Eile werden Landwirtschaftsexperten beauftragt, das Schwemmland wieder zu kultivieren. Innerhalb weniger Jahre durchzieht ein schachbrettartiges Kanalsystem das Plateau. Die urbar gemachten Felder werden an Kreter und Flüchtlinge vom Peloponnes zwangsverpachtet. Ein Drittel ihrer Ernte müssen sie künftig an die Venezianer abliefern. Das venezianische Bewässerungssystem hat bis heute Bestand.
Im 18. und 19. Jh. wird die Ebene noch einmal Zufluchts- und Sammelort kretischer Widerstandskämpfer, diesmal gegen die Türken, sie wird das ostkretische Pendant zur Sfakiá im Westen. Der Belagerungszustand ist jetzt Alltag, die Häuser werden zu kleinen Festungen umgebaut, eins ist noch erhalten (→ Ágios Geórgios). Bis 1867 können alle Angriffe abgewehrt werden, Manolis Kazanis ist der Anführer der Aufständischen. Dann zieht der gefürchtete Ismael Ferik Pascha mit einer Armee von fast 40.000 Türken und ägyptischen Hilfstruppen herauf. Sie metzeln alles nieder, was ihnen vor die Säbel kommt und machen die Dörfer dem Erdboden gleich. Das Tragische: Ismael selber ist Kreter aus der Lassíthi-Ebene, er wurde als Kind gefangen, nach Kairo verschleppt, dort zum fanatischen Muselman erzogen und schaffte den Aufstieg bis zum Kriegsminister.
Praktische Infos
Anfahrt mit eigenem Fahrzeug Zwei durchgehend asphaltierte Straßen mit mehreren Zufahrten von der Nordküste steigen in die Lassíthi-Ebene hinauf:
Die erste zweigt westlich von Liménas Chersonísou von der Straße Iráklion - Mália ins Bergland ab, Zufahrten gibt es aber auch ab Stalída über Mochós und von Mália nach Krási. Über den Pass von Ambélos erreicht man zunächst Tzermiádon, den Hauptort der Ebene.
Die zweite Straße führt von Osten herauf und hat zwei Zufahrten: aus Richtung Ágios Nikólaos kommend und von Neápolis, das zwischen Mália und Ágios Nikólaos liegt. Bei Ágios Konstantínos trifft man auf die Straße rund um die Ebene.
Die frühere Schotterpiste, die im Süden von Émbaros über Katofígi die Ebene erreicht, ist nun durchgehend asphaltiert und gut ausgebaut.
Anfahrt mit dem Bus Die wenigen Busse von Iráklion (etwa 3-4 x wöch., Fahrtzeit ca. 2 Std.) fahren auf der Straße hinauf, die westlich von Liménas Chersonísou abzweigt. Auch von Ágios Nikólaos fährt man auf dieser Strecke (1-2 x wöch.) Fahrtzeit ca. 1:30 Std.). Alle Busse fahren über Ágios Geórgios nach Psichró mit der berühmten Höhle Diktéon Ándron (Geburtshöhle des Zeus).
Achtung: Erkundigen Sie sich genau nach den Abfahrtstagen und Uhrzeiten für Hin- und Rückfahrt! Sonst kann es passieren, dass man auf der Ebene festhängt.
Von Liménas Chersonísou auf die Lassíthi-Ebene
Landschaftlich imposant und viel Interessantes am Weg, das einen kurzen Stopp lohnt. Zunächst folgt man der beschilderten Abzweigung westlich von Liménas Chersonísou. Bald passiert man das große Spaßbad „Acqua Plus“ (www.acquaplus.gr) und die schön angelegte 18-Loch-Anlage des „Crete Golf Clubs“, neben einem 9-Loch-Platz in Eloúnda der bislang einzige Golfplatz Kretas (www.cretegolfclub.com).
Kurz nach dem Abzweig zur Provinzstadt Kastélli (→ Link), wo im grünen Talgrund des Flusses Aposelémis einige Tavernen auf Gäste warten, stehen rechts neben der Straße die Reste eines großen römischen Aquädukts. Er transportierte einst die Wassermassen aus den Lassíthi-Bergen in die Hafenstadt Liménas Chersonísou. Diese Strecke nach Kastélli führt durch üppige Olivenhaine und ist besonders reizvoll zu fahren.
Wasser für Iráklion und Ágios Nikólaos
Der künstliche Aposelémis-See zwischen Potamiés und Avdoú staut das von der Lassíthi-Hochebene kommende Wasser des Flusses Aposelémis und dient so als Reservoir für Iráklion und Ágios Nikólaos und die großen Urlaubsorte an der Nordküste. Er wurde trotz heftiger Proteste durch Bevölkerung und Umweltgruppen angelegt, das Dorf Sfendíli wurde dabei überflutet, seine Bewohner hat man entschädigt und umgesiedelt.
Die Straße in Richtung Lassíthi-Hochebene folgt im Weiteren der Aposelémis-Schlucht durch das Tal von Lagáda, in dem ein großer Stausee angelegt wurde. Ab Potamiés wird die Straße westlich um den See herum geleitet.
Potamiés
Kurz vor dem Ort ist das Kloster Moní Panagías Gouverniótissas an der Straße ausgeschildert. Die ummauerte Anlage wurde vor Kurzem restauriert, es gibt einen großen Parkplatz (viele Busse), ein schönes, kleines Museum, einen Laden und eine Cafeteria. Im Inneren der Kreuzkuppelkirche sind Wandgemälde aus dem 14. Jh. erhalten. Das Fest der Panagía wird am 15. August gefeiert.
Im Talgrund liegt der beliebte Zoopark „Kritiki Farma“ von Manolis Rasidakis und seiner schwedischen Frau. Man kann dort Ziegen, Pfaue und andere Tiere betrachten und füttern (Futtertüten werden verkauft) sowie auf Eseln reiten (Tour ca. 30 Min.). Auch eine kleine, preiswerte Taverne gehört dazu. Service und Angebot werden gelobt.
♦ Kritiki Farma, April bis Okt. tägl. außer Mo 9-19 Uhr, Eintritt ca. 2,50 €, Eselreiten ca. 15 €/Pers. Tel. 28970-51546, 6944-678666.
Avdoú
Am Dorfplatz abseits der Durchgangsstraße liegen einige schlichte Tavernen und Cafés. Beschildert ist der Weg zum Kirchlein Ágios Antónios. In der Wölbung des Altarbereichs sind Reste rußgeschwärzter Wandmalereien aus dem 14. Jh. erhalten.
Tipp: Von Avdoú führt eine 9 km lange Asphaltstraße Richtung Westen nach Askí (→ Link), von wo man über Kastélli nach Iráklion weiterfahren kann.
Goniés
Das große Dorf liegt bereits am Fuß der steilen Felswände, die die Hochebene begrenzen. Im Zentrum gibt es eine Tankstelle und zwei, drei Tavernen. Im weiteren Verlauf schraubt sich die Straße in Serpentinen hinauf zum Pass, wobei sich großartige Ausblicke auf die tief unten liegende Ebene und die umgebenden Bergketten bieten. Kurz nach Goniés folgt eine Kreuzung, an der man über die Hochebene von Mochós nach Stalída hinunter fahren kann bzw. von dort heraufkommt.
Krási
Etwas abseits der Hauptroute, doch der 2 km lange Umweg lohnt. Die mächtige Platane am schattigen Dorfplatz soll die größte Kretas und eine der größten Europas sein, ihr Umfang beträgt fast 18 m. Laut Untersuchungen der Jahresringe wird ihr Alter mit etwa 2000 Jahren angegeben! In der Felswand oberhalb vom Platz liegt ein schlichter venezianischer Brunnen mit zwei großen Becken. Eine lange, weiße Mauer mit Rundbögen fasst die unermüdlich sprudelnde Quelle ein.
Berühmt auf Kreta ist der örtliche Rakí, denn die süßen, kernlosen Trauben von Krási eignen sich besonders gut für seine Herstellung. Man kann ihn flaschenweise kaufen (ca. 5 €) oder lässt ihn sich in der Taverne unter der großen Platane mit einem Glas Wasser und einem kleinen Teller mit Gurkenscheiben, Oliven, Bohnen und Brot servieren.
Mein Tipp Essen & Trinken Kares, die von Familie Psarakis-Meier ausnehmend freundlich geführte Taverne liegt kurz vor dem Dorfplatz linker Hand. Unter Nussbäumen kann man hier hausgemachte Spezialitäten kosten, die z. T. nach alten kretischen Rezepten gekocht sind. Frau Psarakis-Meier stammt aus der Schweiz und spricht Deutsch. Es gibt einen gemütlichen Innenraum mit Kamin, dazu einen verglasten Wintergarten und eine Außenterrasse. Gute Qualität, faire Preise und sehr aufmerksame Bedienung. Wochentags bis 19.30 Uhr, Sa bis 24 Uhr. Tel. 28970-51862.
Kloster Kerá Kardiótissa(Moní Kerá Kardiótissa)
Kurz vor dem gleichnamigen Ort liegt das Kloster der „Kerá Kardiótissa“ (Herrin/Gottesmutter des Herzens) rechts unterhalb der Straße an einem Zypressenhang. Es gehört zu den wichtigsten religiösen Zentren der Insel und wird heute von Nonnen bewohnt, denen ein Abt vorsteht.
Die Gottesmutter-Ikone des Klosters ist auf Kreta hochberühmt, es wird behauptet, dass sie der legendäre Lazarus gemalt habe, den Jesus einst von den Toten erweckte. Die Legende erzählt weiter, dass sie von den Türken wiederholt nach Konstantinopel verschleppt wurde, doch kehrte sie, von Engeln geleitet, immer wieder in ihr Heimatkloster zurück. Deshalb ketteten sie die Türken schließlich an eine Marmorsäule an - doch die Ikone flog mitsamt Kette und Marmorsäule zurück nach Kerá! Die Kette gilt als wundertätig, Gläubige legen sie sich auf Körperteile, um Heilung zu erbitten. Auch im 20. Jh. wurde die Ikone zweimal gestohlen, die Täter konnten aber beide Male gefasst werden, bevor sie die Insel verließen.
Am 8. September wird das große Fest der Panagía gefeiert. Tausende von Gläubigen kommen dann herauf und die Straße ist kilometerweit mit Autos verstopft.
Besichtigung: Das Kloster stammt aus dem frühen Mittelalter, wurde aber von den Türken wiederholt zerstört und ist deshalb baulich stark verändert, Teile wurden erst im 20. Jh. errichtet. Im stimmungsvollen Innenhof steht die besagte Säule aus Konstantinopel. Die harmonisch-schlichte Bruchsteinkirche besitzt drei Längsschiffe und ein Querschiff. Im Templon hängt die Ikone der Panagía i Kerá, daneben ist die legendäre Kette zu sehen. Die Wände sind von umfangreichen Wandmalereien aus dem 14. Jh. bedeckt. Aus Angst vor den Türken waren sie übermalt worden und wurden erst in den 1970er Jahren entdeckt. Sie sind heute stark gedunkelt, können aber mit Strahlern beleuchtet werden.
Auch eine Geheimschule aus dem 19. Jh. gibt es im Kloster. Während der türkischen Besetzung brachten hier die Mönche den griechischen Kindern Lesen und Schreiben bei und unterrichteten sie im orthodoxen Glauben. Heute ist darin das kleine Klostermuseum mit Ikonen, kirchlichen Gewändern und sakralen Gegenständen untergebracht. Die Nonnen verkaufen Bücher, Reproduktionen von Ikonen und Kräuter.
♦ Mo-Sa 10-15 Uhr, So 10-14 Uhr. Eintritt ca. 2 €.
Verfallene Windmühlen am Pass von Ambélos
Kerá
Das Örtchen liegt neben der Straße. Eine Taverne an der Straße lädt zur Rast ein, in der Taverne Niki ein paar Meter weiter genießt man gleichermaßen Küche und Aussicht. Dahinter kann man ein paar Schritte durch den Ortskern schlendern.
„Homo Sapiens Village“
Kurz hinter der Ortschaft Kerá trifft man auf eine groß aufgemachte Cafeteria mit geräumigem Parkplatz, mehreren Nachbauten von Windmühlen und einem Souvenirshop. Angegliedert ist ein sog. „Freilichtmuseum“, in dem mit dürftigen Exponaten die Entwicklung des Menschen vom prähistorischen Höhlenbewohner bis zur Erfindung des Rads und der Schrift dargestellt wird. Wir empfehlen den Besuch nicht.
Eine ausgeschilderte Piste führt zur spätminoischen Fluchtsiedlung am Berg Karfí (→ Link).
♦ Tägl. 9-19 Uhr, Eintritt ca. 3 €.
Pass von Ambélos(Selí Ambélou)
Die Eingangspforte zur Lassíthi-Ebene liegt in 900 m Höhe. Bei klarer Sicht ist der Ausblick nach beiden Seiten fantastisch: tief unten die Ebene, aus der Sie gerade gekommen sind, dahinter in der Ferne das Meer, vor Ihnen die fast unwirklich erscheinende Lassíthi-Ebene mit ihren Feldern und Obstbaumplantagen.
Aus Norden fegen im Sommer die Meltémi-Winde über den Pass, rechts und links vom Einschnitt stehen deshalb die mächtigen Ruinen ehemaliger Getreidemühlen. Ihre riesigen Windräder maßen fast 10 m im Durchmesser, auch die alten Mahlwerke im Inneren kann man noch gut erkennen.
Essen/Shopping Seli Ambelou, groß ausgebaute Taverne mit schattiger Terrasse direkt am Pass, obligatorischer Stopp für Ausflugsbusse. Das Fleisch wird am Eingang im malerischen Grillkamin gebraten. Toiletten sauber und kostenlos. Davor zwei Geschäfte mit Ansichtskarten, Büchern, Keramik, Webstoffen usw. Tel. 0844-22595.
Von Stalída auf die Lassíthi-Ebene
Von Stalída geht es in drei großen Serpentinenschleifen mit herrlicher Aussicht auf die Küste über einen Pass nach Mochós, das hinter einer Bergkette liegt. 3 km weiter erreicht man die im vorhergehenden Abschnitt besprochene Zufahrt zum Pass von Ambélos.
Von Mália auf die Lassíthi-Ebene
Diese Straße ist mit ihrer Länge von etwa 10 km bis Krási die mit Abstand kürzeste Verbindung von der Nordküste zur Lassíthi-Ebene. In steilen Haarnadelkurven geht es in die Berge hinauf, auf halber Strecke passiert man das Aufforstungsgebiet Hamoprína, einen großen Steineichenwald. Orte werden bis Krási keine berührt, dann folgt man der im vorhergehenden Abschnitt besprochenen Zufahrt zum Pass von Ambélos.
Von Ágios Nikólaos auf die Lassíthi-Ebene
Schöne Fahrt durch kilometerweite Olivenhaine und teils dicht bewaldete Hänge hinauf, herrliche Panoramen, jedoch keine historischen Sehenswürdigkeiten. Die Straße ist sehr kurvig, aber durchgehend gut ausgebaut.
Man nimmt zunächst die Ausfallstraße nach Kritsá und zweigt nach der großen Kreuzung mit der New Road auf die kleine Nebenstraße über Schísma und Chamiló ab. Es geht durch Olivenhaine und kleine Dörfer, wobei man auf die Beschilderung achten muss, da sich die Straße mehrmals verzweigt, und erreicht über Ágios Konstantínos schließlich in Drássi die von Neápolis kommende Zufahrt zur Lassíthi-Hochebene. Bald genießt man den herrlichen Blick auf die steil aufragenden Berge, die die Lassíthi-Ebene umgeben. Hinter Amigdáli geht es ins üppig grüne Tal von Potamí mit den beiden Dörfern Éxo und Méssa Potamí. Das Waldgebiet, das man dort durchquert, gehört zu den größten Kretas.
Zénia
Früher war der Ort für seine traditionellen Holzlöffelschnitzer bekannt. Heute führt hier der geschäftstüchtige Manolis Farsaris die weithin bekannte Taverne „Moutsounas“ (Tel. 28410-23697) direkt an der Straße, kombiniert mit Souvenirshop (Olivenholzprodukte), Wein-, Öl-, Rakiverkauf und „Folkloremuseum“. An den Tischen auf der gegenüberliegenden Straßenseite kann man die exzellente Aussicht genießen.
Éxo Potami
Eine üppige grüne Oase, geschützt unter hohen Platanen, Kastanien und Eichen. Dank eines Flusslaufs, der von den Bergen herunterkommt, gibt es mehr als reichlich Wasser. Trotzdem wohnen fast nur noch alte Leute in dem kleinen Ort.
Méssa Potámi
Die große Taverne „Marianna“ (Tel. 28440-22497) liegt dekorativ von Kürbissen und Tomaten überrankt direkt an der Straße, das Essen ist ausgezeichnet, vieles stammt aus dem eigenen Garten. Marianna und ihr Mann Onasis (ein echter Kreter!) sind ausnehmend freundlich. Fazit: ein schöner Platz für einen Stopp.
Pass Patéra tá Sélia
Auf dem 1100 m hohen Pass liegt die familiär geführte Taverne „Skapanis“ mit Souvenirshop und kleinem Folklore-Museum (Tel. 6944-316520). Obwohl sie sehr touristisch wirkt, isst man lecker und kann in entspannter Atmosphäre den Blick auf die Ebene genießen.
Die Straße zieht sich nun hinunter nach Méssa Lassíthi (870 m), das erste Dorf der Lassíthi-Ebene. Von Lesern gelobt wird die Taverne „Zorbas“, direkt rechts, bevor man auf die Ringstraße um die Ebene trifft.
Blick auf das Díkti-Gebirge von der Lassíthi-Ebene
Von Neápolis auf die Lassithí-Ebene
Bevor man bei Drássi auf die Straße von Ágios Nikólaos trifft, kann man zwei Nonnenklöster besichtigen.
Kloster Kremastón (Moní Kremastóu): Das bestens instand gehaltene Nonnenkloster vom Ende des 16. Jh. (1593 steht am Haupteingang) liegt nur 2 km oberhalb von Neápolis unter hohen Zypressen und Kiefern. Blickpunkt ist die restaurierte Kirche, die vor den Mauern des eigentlichen Klosters liegt. In der Türkenzeit gab es im Kloster seit 1840 die einzige Schule der Region.
Kloster Koufís Petrás (Moní Koufís Petrás): Das etwas versteckte Kloster (Abzweig kurz vor dem Dorf Vríses) wird wegen seiner großartigen Lage „Balkon der Mirabéllo-Bucht“ genannt. Es ist eine grüne Oase der Ruhe, der baumbestandene Innenhof ist über und über mit Blumenkübeln geschmückt. Die Nonnen sind freundlich und sprechen z. T. sehr gut Englisch und sogar Deutsch. Man kann die zweischiffige Klosterkirche aus dem 17. Jh. besichtigen, deren hinterer Flügel später angebaut wurde. Das Innere ist mit Fresken eines lokalen Malers geschmückt, die Ikonen stammen teilweise von einer Nonne des Klosters. Die Nonnen fertigen Handarbeiten, Ikonen und religiösen Schmuck, die man auch erwerben kann.
♦ 9-13 und 16-20.30 Uhr. Eine kleine Spende ist angebracht.
Von Émbaros auf die Lassithí-Ebene
Die reizvolle Anfahrt aus Süden auf die Hochebene ist mittlerweile problemlos möglich, denn die früher abenteuerliche Piste von Katofígi nach Kamináki ist nun durchgehend asphaltiert und gut ausgebaut (Vorsicht aber vor Steinen auf der Fahrbahn). Allerdings ist die Straße in Katofígi so eng, dass man lediglich mit einem Pkw durch den Ort kommt. Unterwegs hat man herrliche Ausblicke in die Messará-Ebene und ins Psilorítis-Gebirge, oft sieht man auch Geier kreisen, spektakulär ist dann oben das Panorama der Lassíthi-Ebene.