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Umschulung /1940
ОглавлениеNach einigen schönen Abenden mit Gabi, muss Willi wieder nach Norden. In Putlos steht wieder Ausbildung auf dem Programm. Die meisten Rekruten im Umschulungskurs sind neu. Sie hatten eben eine militärische Grundausbildung abgeschlossen und sind jetzt bei den Panzertruppen eingeteilt worden.
Willi fühlt sich an den ersten Tag vor einem Jahr erinnert. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich einzuordnen. Erst als seine Gruppe vom Zugführer übernommen wird, kann er diesen informieren, dass er schon im Polenfeldzug dabei war.
Nun ändert sich alles schlagartig. Er wird zum Stellvertreter des Zugführers ernannt und erhält den nötigen Respekt. Sein Zugführer hat selber noch keine Kampferfahrung, er kommt direkt von der Offiziersschule. Für Willi geht es bei diesem Umschulungskurs darum, den neuen Panzer 35T kennen zu lernen. Dieser kann endlich in grossen Stückzahlen an die Wehrmacht ausgeliefert werden, doch es fehlt noch an Soldaten, welche das Gefährt bedienen können.
Es dauert noch eine Woche, bis Willi sein neues Gefährt endlich inspizieren kann. Mit dem PZkw ll hat der neue Panzer nicht mehr viel Vergleichbares. Lediglich die Lenkung über die Ketten ist noch gleich. Das neue Gefährt braucht eine vierköpfige Besatzung. Zu den beiden MGs gehört neu, eine Kanone mit der Geschosse von Kaliber 3,72 cm verschossene werden können. Die wird es auch brauchen, falls der neue Feind die Franzosen und Engländer sind, die verfügen über ähnliche Panzer, da könnten sie mit dem PZkw ll einpacken.
Auf dem Waffenplatz Putlos wird nun intensiv geübt. Willi wird als Instruktor bei der Ausbildung der Fahrer eingesetzt. Der grössere Teil seiner Kompanie trainiert die Bedienung der Geschütze. Es ist nicht einfach, die Kanone schnell nachzuladen, der Platz im Panzer ist eng. Es braucht Übung, bis der Leutnant zufrieden ist. Es wird später im Kampf wichtig sein. Wie lange es vom ersten bis zum zweiten Schuss dauert, kann über Leben und Tod entscheiden.
Ende März wurde die Ausbildung für abgeschlossen erklärt. In einer feierlichen Zeremonie werden sie vom Kommandant verabschiedet. Willi wird zum Leutnant befördert. Danach fährt die Kompanie zum Bahnhof und mit dem Zug nach Kleve in Westfalen. Ausserhalb von Kleve beziehen sie ein Zeltlager. Das Zeltlager ist grösstenteils im Wald errichtet und gut getarnt. Das Tagesprogramm besteht jetzt in theoretischen Panzerschlachten. In einem Zelt ist eine grosse Landkarte aufgeklebt. Mit Panzermodellen wird nun das taktische Vorgehen bei einem Angriff theoretisch durchgespielt.
Die Karte enthält Angaben über Flüsse, Brücken, Wälder und unwegsamen Gebieten wie Sümpfe. Die Ortschaften tragen keine Namen. Es brauchte einige Zeit, bis Willi bemerkte, dass das keine Phantasiekarten zum üben sind, die Karten zeigten Gebiete in Holland, deutlich erkennt er den Verlauf der Maas und der Waal. Seine Beobachtung behält er für sich, es wunderte ihn, dass man mit den Panzermodellen bis weit nach Holland vordringt.
Nach einer Woche mit intensiven Kriegsspielen, wird die Kompanie an einem Abend zum Bahnhof von Kleve gefahren. Sie mussten sich in Formation aufstellen, dann kommandiert der Feldwebel Achtung Stellung und meldet die Kompanie dem Kommandanten als bereit.
Normalerweise richtet sich der Kommandant nach so einem Aufmarsch an seine Truppe, doch diesmal schaut er auf die Bahngleise. Nach zwei langen Minuten hörte man das Nahen eines Zugs. Der verlangsamt seine Fahrt und hält genau vor der Formation an.
«Kompanie run!», schrie jetzt der Kommandant.
Jetzt kann man auch erkennen, was der Zug geladen hatte. Es sind Panzer. Willi zählt auf den Güterwagen 32 neue Panzer 35T.
«Abladen!», schreit der Kommandant, «aber schnell. Die Offiziere wissen was zu tun ist, folgt den Anweisungen.»
Ab sofort verwandelte sich der Bahnhof in einen Ameisenhaufen. Zwei Stunden später rollte der Konvoi in gemächlichem Tempo in Richtung ihres Camps am Waldrand. Die Fahrer haben die Anweisung, möglichst leise zu fahren, zum einen will man möglichst wenig Aufmerksamkeit erregen, zum anderen müssen die Motoren noch eingefahren werden.
In den folgenden Tagen werden, auf einer vorbereiteten Strecke im Wald, die Panzer vorsichtig eingefahren. In Kleve darf nichts bemerkt werden. Höchsten ein leichtes brummen ist zu hören, doch das könnte auch von LKWs herrühren.
Nach einer Woche hatte jeder der 32 Panzer die notwendigen Einfahrkilometer abgespult. Nun müssen noch die MGs und vor allem die Kanone eingeschossen werden. Das ist nicht ohne Lärm möglich. Das MG-Feuer ist kein Problem, das ist in der Nähe von Truppen nicht aussergewöhnlich.
Damit der Lärm der Kanonen, möglichst nur lokal zu hören ist, wird jeweils ein Panzer in eine Kiesgrube gefahren, wo er seine ersten drei Schüsse abgeben kann. Genau zum Zeitpunkt der Schussabgabe, fliegt eine Bomberformation mit neun Do111 im Tiefflug über Kelve, so sind die Schüsse der Kanone kaum noch zu hören.
Anfang Mai führen immer fünf Panzer Übungen im Formationenfahren durch, dazu nutzte man ein Naturschutzgebiet, welches schon lange für Besucher gesperrt ist. Die Kompanie ist vorbereitet, jeder spürt, dass es nächstens losgeht. Die politische Lage ist angespannt. Offiziell haben Frankreich und England den Deutschen den Krieg erklärt, doch bis jetzt gab es höchstens mal ein Schusswechsel entlang der deutschfranzösischen Grenze. Das deutsche Volk ist immer noch im Siegestaumel. Nebst Polen im letzten Herbst, wurde auch Dänemark und Norwegen ohne grossen Widerstand besetzt. Jeder ist begeistert, den Deutschen kann niemand das Wasser reichen.
Ab dem 5. Mai werden alle Aktivitäten der Truppe eingestellt. An den Fahrzeugen werden allfällige Reparaturen vorgenommen. Die Übungsmunition wird durch Kriegsmunition ersetzt. Die Tanks sind gefüllt und in jedem Panzer gibt es eine Ecke mit einem Notvorrat an Verpflegung. Für Willi steht fest, es wird bald losgehen. Der Führer ist schon klug. Die französischen Truppen stehen wie im Weltkrieg an der Maginot Linie und Hitler umgeht das Bollwerk. Sehr geschickt, wir Deutschen habe ein riesen Glück, so ein weitsichtigen Führer zu haben.
Am 8. Mai gibt es nochmals Ausgang in Kleve. Danach wird die Alarmstufe drei gelten, also noch einmal tüchtig feiern. In Kleve haben sie selten Ausgang, deshalb hat Willi noch keine Freundin. Lohnt sich auch nicht, sie werden sicher bald verlegt. Für den Ausgang müssen sie diesmal zivile Kleidung tragen, es darf niemand merken, dass es in Kleve so viel Militär gibt.
Um Mitternacht gibt es einige Soldaten, welche den Heimweg nicht allein geschafft hätten. Man hilft sich gegenseitig, beim Rapport wird keiner vermisst. Der nächste Tag verläuft für Soldaten untypisch. Nur zum Essen kommen sie aus den Zelten, sonst ist Ruhe angesagt. Bis zum Abendrapport sind alle wieder nüchtern. Für die Nacht wird erhöhte Wachbereitschaft gefordert. Geschlafen wird nur noch in Kampfuniform, höchstens die Jacke darf man ausziehen.
Um vier Uhr fünfundvierzig kommt der Befehl: «Aufsitzen, aber leise!»
Jeder bezieht seine Position. Bereits stimmen die ersten Vögel ihren Gesang an, von den über hunderten Männern in den Panzer, ist nichts zu hören. Willi lauscht mit gespannter Erwartung auf das was jetzt folgt. Ist es nur eine Übung oder geht es gleich los? Noch ist das Funkgerät ruhig, es herrscht Sendeverbot. Die Spannung steigt mit jedem neuen Vogel, welcher ins Morgenkonzert einstimmt.
Der Leutnant rennt von Panzer zu Panzer: «Mit dem fünf Uhr Schlag der Kirchenuhr starten alle gleichzeitig die Motoren und danach in Formation auffahren.»
Welche Formation gemeint ist, weiss jeder, man hat sie hundert Mal geübt. Dann, die Kirchenuhr beginnt zu schlagen. Sekunden später erzittert der Wald in einem infernalen Getöse der Panzer. Die Vögel werden Mühe haben, heute eine Partnerin zu finden, aber Willi hat jetzt andere Sorgen. Er darf den vorderen Panzer nicht aus den Augen verlieren. Im leichten Morgennebel, der sie beim Verlassen des Waldes erwartet, ist das gar nicht so einfach. Nach zehn Minuten weicht die sonst übliche Route von den bisherigen Übungen ab, statt nach rechts, biegt der Führungspanzer nach links in Richtung Holländisch Grenze ab.
Jetzt weiss jeder was es geschlagen hat, endlich kann man in den Kampf ziehen. Als das Tal breiter wird, Fächern sich die Panzer auf und fahren in Sechserreihe Richtung Grenze.
Jeder weiss was zu tun ist. Noch ein Kilometer, dann dürfte die Grenzbefestigung in Schussweite liegen. Man weiss, dass der Grenzübergang mit zwei Kanone gesichert wird, noch bevor die Panzer in Schussweite der Kanonen gelangen, stürzt sich ein Verband von vier Stuckas auf die Bunker und deckt diese mit einem Bombenhagel ein. Die Truppe wurde beim Üben auf dem Kartentisch auch auf drei Panzer aufmerksam gemacht, welche normalerweise immer in der gleichen Position stehen. Diese auszuschalten ist die Aufgabe der drei mittleren Panzer.
Mit sechs gezielten Schüssen sind die drei Panzer ausgeschaltet, bevor sie selber feuern können. Dann steigt plötzlich eine Rauchwolke aus dem mittleren Panzer, er wird getroffen. Willi gibt sofort den Schiessbefehl. Durch die aus der Kanone des bisher nicht bemerkten vierten Panzers austretende Rauchwolke ist das Ziel nun gut zu erkennen. Der Schuss den Willis Panzer abgibt, trifft. Sofort wird nachgeladen. Vorsichtshalber nimmt das MG das Umfeld des Gegners unter Beschuss. Inzwischen wird der holländische Panzer vom Panzer links neben Willi ebenfalls beschossen.
Sicherheitshalber lässt Willi nochmals schiessen. Dann wird nachgeladen und das Gelände hinter der Grenze genau beobachtet. Es gibt noch einige Grenzschutzsoldaten, welch mit ihren Karabiner auf die Panzer feuern, aber mit einem Karabiner kann man die Panzer nicht ärgern, die Kugeln prallen ab.
Die Sechserreihe rückt weiter vor. Der getroffene Panzer bleibt zurück, seine Position wird sofort von einem Panzer aus der zweiten Reihe eingenommen. Die Grenzschützer werden mit MG-Garben bekämpft. Der Schlagbaum auf der Strasse wird von vordersten Panzer weggeschoben, wie ein Streichholz bricht er. Das Grenzhäuschen hat einen Volltreffer abbekommen. Die erste Schlacht ist geschlagen, es wird wieder ruhiger.
Hinter der Grenze wird es eng. Es können nur noch vier Panzer nebeneinander vorrücken. Mit einer gewissen Vorsicht rückt die Kompanie vor. Inzwischen fahren alle auf holländischem Gebiet. In regelmässigen Abständen werden sie von Stuckas überflogen. Die nehmen alles unter Beschuss, das für die Panzer gefährlich werden könnte.
Nächstes Ziel ist der Ort Tiel an der Waal. Genau wie nach dem auf dem Kartentisch durchgespielten Übungsverlauf, rücken sie jetzt im Ernstfall vor. Es kommt zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Die Holländer sind total überraschte und so lauten die letzten Meldungen aus den Flugzeugen, sie ziehen sich zurück. Sie hoffen in einer massierten Stellung weiter im Landesinnern, auf die Unterstützung durch die Franzosen, solange weichen sie dem direkten Kampf aus.
Für den Kampfverband von Willi bedeutet das, in vorsichtiger Fahrt der Waal entlang vorrücken. Aus einem Haus an der Strasse werden die Panzer mit Tomaten beworfen. Der getroffene Panzer öffnet seine Lucke und wirft zum Dank eine Handgranate ins Fenster des Hauses, welches mit einem lauten Knall explodiert.
«Das wird euch lehren, Deutsche verhöhnt man nicht», ruft er noch und schliesst die Lucke wieder.
Der Angriff mit den Tomaten ist der einzige an diesem Morgen. So gelangten sie noch vor Mittag nach Tiel. Rund um Tiel schliesst sich der Verband in eine Verteidigungsstellung zusammen. Die wichtige Brücke wurde im Handstreich von Grenadieren besetzt. Der Ort wird mit einer Ausgangssperre für Zivilisten belegt. Einige mutige wagten sich trotzdem auf die Strasse und werden sofort beschossen. Nachdem drei Personen Tod auf der Strasse liegen, haben die anderen begriffen, dass man sich besser fügt.
Nun kann die Einheit mit Nachschub versorgt werden. Munition musste nicht viel nachgeliefert werden, aber die Tanks müssen mit Diesel nachgefüllt werden, die Motoren sind durstig.
Am Abend wird die Kompanie informiert, dass der Angriff bisher nach Plan abläuft. Der Widerstand sei geringer als erwartet, morgen früh rücken wir weiter vor. Nächste Ziel, Dortrecht, auch da muss die Brücke unbeschädigt eingenommen werden. Die Wachen müssen mit Sabotage durch Zivilisten rechnen, von der holländischen Armee droht momentan keine Gefahr.
Um fünf Uhr werden die Motoren gestartet. Der Konvoi setzt sich in gleicher Formation, dem Fluss Waal entlang, in Bewegung. In regelmässigen Abständen überfliegen Stuckas den Konvoi und bereiten den Weg vor. Alles was nur im Entferntesten nach einer militärischen Anlage aussieht, wird mit Bomben zerstört.
So können die Panzer von Willis Kompanie ungehindert vorrücken. Trotzdem bleiben sie vorsichtig. Drei Panzer haben die Lucke geöffnet, damit sie bessere Sicht haben. Dabei wird leider ein Soldat durch einen Kopfschuss getötet. Das Haus aus welchem der Schuss abgegeben wurde, wird von drei Panzern unter Beschuss genommen und fällt in sich zusammen.
Schon bald tauchen die ersten Gebäude von Dortrecht auf. Auch wenn keine Soldaten auszumachen sind, werden die Gebäude in unmittelbarer Nähe der Brücke mit massivem Feuer belegt. Die Kanonen der Panzer werden so richtig gefordert. Man will keine Überraschung erleben. Die Brücke ist noch intakt. Gegen Abend Rücken die Grenadiere vor und nehmen die Brücke im Handstreich. Das wichtigste Ziel ist erreicht.
Wie am Vortag in Tiel, wird eine Verteidigungsstellung errichtet. Die Brücke muss gesichert werden. In Dortrecht übernimmt nun die Infanterie die Sicherung. Entlang der Strasse und im Bereich der Brücke, werden die Zivilisten vertrieben. Die meisten verlassen die Stadt mit einem Koffer voll mit den wichtigsten Habseligkeiten und versuchen sich nach Norden in Sicherheit zu bringen.
Damit ist der Krieg gegen Holland für die Einheit von Willi schon vorbei. Sie müssen nur noch die Brücke halten. Es bleibt anderen Kompanien vorbehalten, weiter vorzurücken. Willis Kompanie muss sich mit aufmüpfigen Holländerinnen abgeben.
Den glorreichen Sieg der Wehrmacht an allen Fronten, können sie nur über die täglichen Frontberichte, welche der Feldwebel bei jedem Antrittsverlesen durch gibt, verfolgen. Danach müssen sie wieder ihre Posten in den Panzern beziehen. Eine unangenehme Aufgabe, denn die Holländerinnen verspotten sie und laufen vor ihren Panzern durch, dabei ist das Stadtzentrum Sperrgebiet. Das kümmert die Mädels nicht. Sie stolzieren, als ob es keinen Krieg gäbe durch die Strassen.
Zwei Mal haben sie versucht, eine der Gören zu verhaften. Sie hatten in ihren schweren Armeestiefel keine Chance, das Mädchen war schneller und konnte mit lautem Gelächter entkommen. Natürlich hätten sie auf die Göre schiessen können, doch das hat bis jetzt keiner gewagt. Nur wie lange lassen sich die Soldaten diese Provokationen noch gefallen. Willi hört immer öfter den Ruf, dass man durchgreifen muss.
Ein Schiessbefehl durch den Kompaniekommandanten bleibt bisher aus. Ohne ausdrücklichen Befehl wagen es die Soldaten nicht zu schiessen. Nachts wird Kriegsrat unter Soldaten gehalten. Es muss etwas passieren, das ist allen klar. Man beschliesst, dass Soldaten, welche zu keinem Wachdienst eingeteilt sind, sich auf die Lauer legen. So hofft man ein der Gören festzunehmen und ihr tüchtig einzuheizen.
Am nächsten Tag wird der Plan in die Tat umgesetzt. Wieder erscheint eine Holländerin und spaziert provozierend vor dem Panzer durch. Das Lachen vergeht ihr schnell, als sie plötzlich überrascht feststellt, dass sie umzingelt ist. Die Falle schnappt zu, zwei Soldaten bekommen sie zu fassen und Sekunden später ist sie von zehn Soldaten umringt. Drei Soldaten haben ihre Arme und den Kopf fixiert, je zwei weitere heben ihre Beine an und so wird sie in ein, von der Kompanie requiriertem Haus gebracht.
Im Keller wird sie in einer Ecke abgesetzt. Die Soldaten bilden einen geschlossenen Kreis. Die freche Göre sitzt nun kleinlaut in der Ecke und harrt der Dinge, die da auf sie zukommen. Sie bekommt Angst, aus dem frechen Spiel, ist Ernst geworden.
Es entbrennt eine heftig Diskussion, was man mit ihr anstellen könnte. Die Phantasien der Soldaten sind sehr kreativ. Die Wehrmacht hat den Befehl herausgegeben, die Holländer anständig zu behandeln, schliesslich sind es Arier wie die Deutschen.
Ungeschoren darf sie aber nicht davonkommen. Die vorgesehene Strafe wird unter den Soldaten geflüstert, das Mädel hat keine Ahnung, was sie mit ihr vorhaben.
Jetzt geben die Soldaten eine Gasse frei und einer taucht mit einem Wasserschlauch auf und als hinten jemand den Hahn aufdreht, spritzt er das Mädel mit kaltem Wasser ab. Jetzt windet sie sich und versucht dem Wasserstrahl auszuweichen. Schliesslich dreht einer den Wasserhahn zu, sie hat es überstanden. Einer reicht ihr ein Handtuch, damit sie sich abtrocknen kann, dann darf sie gehen.
In den folgenden Tagen verzichten die Holländerinnen auf weitere Provokationen. Der Wachdienst wird einfacher, wenn auch langweiliger. Immer mehr zeichnet sich ein durchschlagender Erfolg der deutschen Truppen ab. Die Holländer warten vergeben auf die Hilfe der Franzosen und auch die Engländer können nicht helfen, sie sind, der Wehrmacht unterlegen. Sie müssen froh sein, wenn sie sich zurückziehen können, ohne dass sie zu starke Verluste hinnehmen müssen.
Anfang Juni wird es langweilig. Es gibt keine Gegner mehr. Die Engländer haben sich in Dünkirchen abgesetzt. Holland und Belgien haben kapituliert. Hitler lässt sich feiern. Dass sich die Engländer zurückziehen konnten, ist ein kleiner Schönheitsfehler, doch er wird sie von ihrer Insel vertreiben, dann können sie nur noch nach Amerika rüber schwimmen, aber auch das wird man verhindern.
In den besetzten Gebieten übernimmt die SS das Kommando und beginnt die Jagt nach Juden und von denen gibt es im neuen besetzten Gebiet viele. Noch gibt es organisatorische Probleme, doch mit jedem Tag werden mehr Juden in die Lager nach Deutschland verfrachtet.