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Superhelden am Lagerfeuer Warum sich Superman, Iron Man & Co. im Mayversum wie zu Hause fühlen würden
ОглавлениеDick Hammerdull: „Das kann kein Mensch wissen.“
Old Shatterhand: „Wenn kein Mensch das wissen kann, so sind wir beide, Winnetou und ich, keine Menschen, denn wir wissen es.“
Karl May, Old Surehand III
(Karl Mays gesammelte Reiseerzählungen
Band 19, Freiburg 1896)
Mayhelden sind einfach super. Sie sind stets erfolgreich, zweifeln selten und wissen grundsätzlich, was zu tun ist. Unerschrocken streiten sie für das Gute und bringen böse Wichte zur Strecke. Dabei können sich ihnen noch so viele Gegner in den Weg stellen, sie räumen sie doch zur Seite – entweder durch Schläue oder mit Körperkraft. Würden sie sich auch noch ein verrücktes Outfit anziehen und über außerordentliche Fähigkeiten verfügen, sie könnten glatt als Superhelden durchgehen … Uffuff!
Wohin man auch blickt, überall sieht man heutzutage Superhelden. Mit bunten Kostümen und – zumeist – unerschütterlicher Lauterkeit haben sie sich die Herzen der Menschen erobert. Doch wenn man sie genauer begutachtet, dann beschleicht den Mayleser sehr schnell ein Gefühl der Vertrautheit.
Hat unser Reiseschriftsteller etwa in Wirklichkeit Superheldengeschichten geschrieben? Würde sich Batman nicht ziemlich gut im Wilden Westen machen? Gibt es vielleicht sogar einen Superman im Mayversum? Wer ist eigentlich Tony Stark und warum kommt er uns Maylesern so vertraut vor? Und wie konnte ein Saubermann aus dem Zweiten Weltkrieg, der sich die amerikanische Flagge anzieht, wenn er zur Arbeit geht, und auch noch Captain America heißt, im angeblich so abgeklärten 21. Jahrhundert die Kinocharts stürmen? Was wollen die Menschen eigentlich noch mit Typen, die andauernd Gutes tun? Die Antworten auf diese Fragen verraten uns viel über Mays große und kleine Helden. Denn Helden, die so richtig super sind, liegen total im Trend.