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1.6 Komorbide Störungen
ОглавлениеDie weitaus größte Zahl der Kinder und Jugendlichen mit einer ADHS (bis zu 80 %) weist zusätzlich mindestens eine oder mehrere komorbide psychische Störungen auf (Jensen, Martin & Cantwell, 1997; Jensen & Steinhausen, 2015;). Tabelle 1.3 gibt einen Überblick über die Häufigkeit der Begleitstörungen ( Tab. 1.3). Die komorbiden, d. h. begleitend auftretenden und diagnostisch abgrenzbaren Störungen entwickeln sich entweder in der Folge der ADHS, besonders wenn keine suffiziente Behandlung eingesetzt hat (z. B. Angststörungen und Depressionen), oder sie liegen auch unabhängig von der ADHS vor, wie z. B. Tic-Störungen oder Teilleistungsstörungen. In der Betrachtung des Störungsbildes handelt es sich deswegen in vielen Fällen nicht um die Entscheidung, ob eine ADHS oder ein anderes Störungsbild vorliegt, sondern eher, ob neben einer ADHS zusätzlich ein anderes Störungsbild vorliegt.
Tab. 1.3: Komorbide Störungen bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS (adaptiert nach Döpfner, Frölich & Lehmkuhl, 2013, S. 7; Wajszilber, Santiseban & Gruber, 2018; Davis & Kollins, 2012)
Komorbide StörungPrävalenzRelevanz