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Legende
ОглавлениеDer heilige Nikolaus wurde in Patara (Lycien/Kleinasien) als Kind reicher und gottesfürchtiger Eltern geboren. Er war ein außerordentlich fleißiger und gelehriger Schüler und las nur Bücher, die seiner Tugend oder der Wissenschaft dienten. Nie hatte er Interesse, mit anderen Kindern zu spielen, geschweige denn, mal Streiche auszuhecken. Überhaupt vermied er alles, was als „böse“ angesehen wurde und züchtigte seinen Leib mit Fasten, Wachen und Bußgürteln. Auf diese Weise bewahrte er seine erste Unschuld in allen Gefahren.
Als er mit seiner Gelehrsamkeit und in allen Tugenden sehr gute Fortschritte gemacht hatte, wurde er von seinen Onkel und Taufpaten, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht und als Abt im Kloster Sion nahe seiner Heimatstadt eingesetzt. Er führte sein Amt mit großer Sorgfalt und Pünktlichkeit. Von dem Tag seiner Ernennung an verdoppelte er die Strenge gegen sich selbst, im Gebete und in allen anderen guten Werken. Die reiche Erbschaft, welche ihm durch den Pest-Tod seiner Eltern zugefallen war, verwendete er nur zur Linderung und zum Troste der Notleidenden.
Inzwischen hatte der heilige Nikolaus durch seine innige Liebe zu Jesus das Verlangen, die heiligen Orte im gelobten Lande zu besuchen und einen Platz zu finden, wo er Gott in aller Stille dienen konnte. Kaum hatte er am Tage der Abreise das Schiff bestiegen, prophezeite er den Schiffsleuten, dass bald ein entsetzliches Unwetter aufziehen würde. Die Schiffsleute, welche die Sache besser verstehen wollten, glaubten ihn nicht und lachten ihn aus. Als kurze Zeit später tatsächlich ein so heftiger Sturm auf dem Meer tobte, dass alle Reisenden sich für verloren hielten, ersuchten sie den Heiligen, dafür zu sorgen, dass die augenscheinliche Gefahr des Unterganges abgewandt wird. Kaum begann der heilige Nikolaus mit seinem Gebet, legte sich das Unwetter und der Sturm nahm ein Ende.
Nach seiner Ankunft im gelobten Lande wurde er in einer göttlichen Offenbarung ermahnt, zurückzukehren. Er gehorchte, schiffte sich bei nächster Gelegenheit wieder ein und kam zurück ins Kloster, wo er vorher eingesetzt war. Lange blieb er dort aber nicht, denn Gott verlangte von ihm, dass er sich nach Myra, der Hauptstadt von Lykien begeben sollte. Dort sollte zu dem Zeitpunkt eine Bischofswahl stattfinden, da der Amtsinhaber gerade gestorben war. Aus diesem Grunde hatten sich die benachbarten Bischöfe versammelt, um zu beratschlagen, wer denn sein Nachfolger werden sollte. Während sie dies taten, offenbarte ihnen Gott, sie sollten denjenigen zum neuen Bischof wählen, der am folgenden Morgen als erstes die Kirche betreten würde und dessen Name Nikolaus wäre.
Der heilige Nikolaus betrat als erstes die Kirche, ohne etwas von dieser Offenbarung zu wissen. Ein hierzu bestellter Bischof nahm ihn sogleich bei der Hand und führte ihn zu den versammelten Bischöfen, die ihm den göttlichen Willen anzeigten und ungeachtet seiner Tränen und Einwendungen die bischöfliche Weihe erteilten. Sogleich lebte Nikolaus noch heiliger als zuvor. Er übte noch strenger Buße, aß täglich nur einmal, allerdings nie Fleisch und nahm seine Nachtruhe für kurze Zeit nur auf einem Strohsack. Sehr viel Zeit verwendete er für Andachtsübungen. Er predigte an allen Sonn- und Festtagen, besuchte alle Pfarreien, sowie die Kranken, Gefangenen und Armen in der Stadt, unter welche er fast alle seine Einkünfte austeilte.
Die Legende zeichnet ihn als temperamentvollen Streiter und zugleich als Mann der fähig war, diplomatisch zu vermitteln und Gnade vor Recht ergehen zu lassen. In Myra gab es noch immer sehr viele Heiden mit ihren Götzentempeln und es wurden sehr viele Beamte vom Kaiser Licinius eingesetzt, die das Heidentum wieder einführen sollten. Nikolaus tat sein Möglichstes, um dies zu verhindern. So ging er, ohne die Gefahr, Verfolgung oder den Tod für sich selbst zu befürchten, durch alle Gassen, in alle Winkel und Häuser und ermunterte die Christen zur Standhaftigkeit. Dabei wurde er im Jahr 310 zusammen mit vielen anderen von den kaiserlichen Beamten ergriffen, in den Kerker geworfen und immer wieder schwer gefoltert. Erst unter Kaiser Constantin der Große konnte er befreit werden und so der Marter entkommen. Wie groß war seine Freude, als der Kaiser erlaubte, die Götzentempel niederzureißen und christliche Kirchen zu erbauen. Er selbst legte Hand an und ruhte nicht, bis in seinem Bistume alle Götzentempel zerstört waren. Unter anderen zerstörte er auch den großen prunkvollen Tempel der Heidengöttin Diana, die in den Küstenorten Lykiens als Patronin der Seefahrer verehrt wurde. Nikolaus' Gedenktag, der 6. Dezember ist in der Mythologie Dianas Geburtstag.
Bei diesen außerordentlichen Gnadengaben blieb der heilige Nicolaus so demütig, dass er am Ende seines Lebens nur durch die Barmherzigkeit Gottes die Seligkeit erhoffte. Gott tröstete ihn aber hierüber mit den Worten: „Nikolaus, ich werde deine Treue belohnen.” Als der Herr seinen Heiligen von dieser Welt zu sich in die ewige Freude nehmen wollte, bat ihn Nikolaus, ihm einen Engel zu senden. Mit gebeugtem Haupt sah er die Boten Gottes zu sich schweben und begann den Psalm "In te domine speravi" bis zu den Worten "in manus tuas" zu beten, das spricht "Herr, in deine Hände befehle ich meinen Geist". Er starb an einer leichten Krankheit mit dem Troste der heiligen Sakramente am 6. Dezember vermutlich im Jahre 345 in Myra. Damit schied der St. Nikolaus von dieser Welt und es ward ein süßer himmlischer Gesang vernommen. Zur Ruhe gebettet wurde er in einem Sarkophag aus Marmor in Myra.