Читать книгу Psychische Störungen bei Säuglingen und Kleinkindern - Margarete Bolten - Страница 41
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ОглавлениеDas Schütteltrauma ist eine spezielle Form der Kindesmisshandlung, in deren Folge durch ein stumpfes Trauma und/oder durch heftiges Schütteln es zu Schädigungen an Schädelknochen, Gehirn und Rückenmark kommt (Narang, Fingarson, Lukefahr, Council On Child, & Neglect, 2020). Häufig kommt es zu intrakraniellen Verletzungen, die mitunter zu einer Gehirnschädigung führen können. Treten subdurale sowie retinale Blutungen in Kombination mit einer akuten Enzephalopathie auf, wird dies als »Shaken-Baby-Syndrom« oder »Abusive Head Trauma« genannt.
Ein Schütteltrauma tritt meist bei sehr jungen Kindern auf und beruht vor allem auf zwei Umständen:
1. Das Schütteln eines Kindes wird vorrangig durch Phasen intensiven Schreiens getriggert.
2. Die Verletzungsfolgen durch das Schütteln sind bei Säuglingen aufgrund der Größen- und Gewichtsrelation des Kopfs zum Körper sowie der geringeren Kopfkontrolle wahrscheinlicher als bei älteren Kindern.
Die Symptome eines Schütteltrauma variieren je nach Ausmaß und Art der Gewalt stark. Sie können von einer leichten Schädelprellung bis hin zu einer schweren diffusen Hirnschädigung mit akuter Enzephalopathie mit Todesfolge reichen. Äußerliche Verletzungszeichen fehlen auch bei einem schwerem Schütteltrauma häufig. Jedoch führt ein schweres Schütteltrauma in den meisten Fällen zu zentralneurologischen Phänomenen wie Bewusstlosigkeit und Krampfanfällen. Säuglinge und Kleinkinder fallen zunächst durch ausgeprägte Schläfrigkeit oder Unruhe, Trinkunlust, reduzierte Spontanmotorik, verlangsamte Reagibilität sowie vegetative Symptome wie Temperaturregulationsstörungen auf. Es können aber auch periphere Lähmungen oder Augenbewegungsstörungen auftreten.