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Abseits des Trubels

Pfelderer Höhenweg

Der abgelegene Ort Pfelders besitzt mit dem fast 3500 Meter hohen Gurgler Kamm eine beeindruckende Bergkulisse. Wir begeben uns auf halbe Höhe und schreiten die breite Front bis in den inneren Talwinkel ab – fantastische Ausblicke auf die Texelgruppe inbegriffen.

Tourencharakter

Alpiner Höhensteig, der streckenweise steile Hänge quert und bei starken Wildbächen oder Schneefeldern im Frühsommer Hindernisse aufwerfen kann. Trittsicherheit und gute Ausdauer wichtig. Der Abstiegsweg ist besser ausgebaut, bis auf die momentan noch etwas rudimentäre Umgehung des vermurten Bereichs.

Ausgangspunkt

Pfelders (1628 m), in einem Seitental des Hinterpasseier, Parkplatz vor dem Dorf, GPS: 46.796031, 11.091238 (Pfelders 1, 39013 Moos in Passeier).

Anfahrt

Von Meran durchs Passeiertal und bei Moos links ab Richtung Pfelders, auch per Bus.

Einkehr

Schneidalm (2159 m), Lazinser Alm (1860 m), Lazinser Hof (1782 m).




Unterwegs am Höhenweg über dem Pfelderer Tal

Der Wegverlauf

Die Tour beginnt beim Parkplatz am Ortseingang von Pfelders . Wir orientieren uns mit Nr. 6A zum Pfelderer Bach und steigen auf der anderen Seite in die hohe Berglehne ein. Schon bald gelangt man dort zu einer Verzweigung. Während rechter Hand ein Steig (Nr. 6B) Richtung Kreuzjoch führt und später einen Übergang ins Seebertal ermöglicht, setzen wir unseren Aufstieg nach links fort. Man kreuzt einige Bäche der verästelten Runse, holt später deutlich nach links aus und gewinnt an üppig bewachsenen Hängen an Höhe. Mit einem kurzen Abstecher erreicht man die urige, sehr sonnig gelegene Schneidalm (1:30 Std.), bereits gut 500 Meter über dem Talboden von Pfelders.

Die Fortsetzung führt indes links weiter und gewinnt nach wie vor über Grasmatten die herrliche Aussichtskanzel der Oberen Schneid (2:00 Std.). Wie ein offenes Buch vor uns aufgeschlagen, liegt der östliche Teil der Texelgruppe mit seinen klar strukturierten Kammzügen und den Hochtälern dazwischen.

Freud & Leid

Der Pfelderer Höhenweg bietet ein wunderbares Aussichtsvergnügen. Ungünstige Verhältnisse können in diesem Gelände allerdings ihre Tücken haben, weshalb die Tour erst angegangen werden sollte, wenn der Altschnee weithin abgeschmolzen ist (meist erst im Laufe des Juli, in manchen Rinnen sogar noch später).

An dieser Stelle verlassen wir den üblichen Weg zur Zwickauer Hütte (2979 m), der noch fast zwei Stunden Anstieg verlangen würde (diese Route zieht an einem schwach ausgeprägten Rücken höher, passiert die beiden Abzweigungen des »44ers« links und rechts und steuert über Schneefelder und leichten Blockfels dem Schutzhaus an der 3000-Meter-Marke entgegen). Stattdessen geht es auf nur schwach ausgeprägtem Pfad quer durch abschüssige Hänge, allmählich um den Bockberg herum und in den Bereich einer Rinne, wo von oben über einen Geländesporn die Verbindung von der Zwickauer Hütte dazukommt. Dies ist der mit Nr. 44 bezeichnete Pfelderer Höhenweg, der jetzt in Grundrichtung Südwest auf mehreren Kilometern die Flanken des Gurgler Kamms schneidet, wobei diese im unteren Bereich freilich eine vorteilhafte terrassenartige Ausbildung aufweisen. Gleichwohl sind vereinzelte Stellen unter Umständen etwas knifflig. Nachdem meist ein Lawinenschneefeld zu überschreiten ist, legen sich in Abständen Bachrunsen oder ähnliche Geländeeinrisse in den Weg (Vorsicht bei starker Wasserführung). Eine etwas ausgesetzte schrofige Passage ist durch ein Fixseil entschärft.

Nach dem zwischenzeitlich tiefsten Punkt beginnt der Steig wieder sachte anzusteigen. Der Geländebalkon wird jetzt auch breiter, sodass wir abgesehen von harmlosen Blockfeldern ohne weitere Hürden auf ca. 2620 m Anschluss an die komfortabel ausgebaute Trasse des Meraner Höhenwegs (4:30 Std.) gewinnen. Ein Stück weit höher wissen wir um die Stettiner Hütte (2875 m), die natürlich einen Abstecher wert wäre, aber hin und zurück mehr als 1 Std. Zusatzaufwand abverlangt.

Wer sich dies in Anbetracht der ohnehin schon langen Strecke nicht mehr auferlegen möchte, macht an diesem Punkt die »Biege« und folgt der Bezeichnung Nr. 24 talwärts. Der einst vom Militär hergerichtete Steig vollzieht zahlreiche Serpentinen, nähert sich zwischendurch einer felsigen Wand zur Rechten, reiht unterhalb weiterhin Kehre und Kehre und lässt diesen Zickzackkurs nach einer weiteren Rechtstraverse zur als Jausenstation geführten Lazinser Alm (6:00 Std.) auslaufen. Aktuell ist die ursprüngliche Routenführung nach einem Murenabgang offiziell gesperrt und eine Ausweichtrasse über die steileren Flanken am »Goager« eingerichtet worden. Lieblichkeit umgarnt uns auf den Böden neben dem Pfelderer Bach, während aus den Steilflanken die Silberfäden gletschergespeister Wasser talwärts ziehen. Gut können wir die zurückgelegte Strecke dort Revue passieren lassen. Im Talgrund folgt man nun dem breiten Karrenweg und überschreitet die Brücke zum Lazinser Hof (6:25 Std.), der ebenfalls zur Einkehr lädt. Über den Weiler Zeppichl schließt sich der Kreis bis in den Talort Pfelders (7:00 Std.), wo man am Morgen aufgebrochen ist.


Hin und wieder sind Wildbäche zu kreuzen.

Hohe Bergnester und ihre 3000er

In den Pfelderer Höhenweg können auch die Zwickauer Hütte (2979 m) auf dem »Weißen Knott« sowie die Stettiner Hütte (2875 m) unweit des Eisjöchls eingebunden werden. Beide Bergsteigerstützpunkte warten sogar mit attraktiven Hausbergen am unmittelbaren Alpenhauptkamm auf – zwei stattlichen »Dreitausendern mit Weg«. Freilich ist dieses Prädikat mit Vorsicht zu genießen, liegen der Hintere Seelenkogel (3489 m) und die Hochwilde (3480 m) in ihren Anforderungen aufgrund des steilen, ausgesetzten Felsgeländes doch längst im Grenzbereich zum hochalpinen Bergsteigen. Gegen eine ausgedehnte Tour mit Hüttenübernachtung ist aber auch für normale Wanderer nichts einzuwenden.

Bruckmann Wanderführer: Zeit zum Wandern Meraner Land

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