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Vorwort des Autors

Die Ausführungen fußen auf persönliche Erfahrungen, Erlebnissen, Briefen und vielen Gesprächen, die im Laufe eines langen Lebens gestaltend auf mich einwirkten. Die Lebenserinnerungen spiegeln letztlich aber meine persönliche und subjektiv Meinung wieder. Persönliche Ecken und Kanten erkennt man oft nur aus der Reduzierung oder der Übertreibung. Falls ich jemand zu stark auf die Füße getreten bin, bitte ich herzlichst um Entschuldigung. Es geht hier nicht um eine Abrechnung, Verleumdung oder Diskreditierung von Einzelpersonen, sondern es geht um eine ungeschminkte und naturgemäß subjektive Darstellung der gesellschaftlichen und wissenschaftspolitischen Verhältnisse in zwei unterschiedlichen Gesellschaftssystemen aus meiner Sicht. Manchmal war ein einziges Wort oder ein, vielleicht unüberlegt hingeworfener Satz, entscheidend für den Fortlauf der Dinge. Solche Sätze „Wenn sie der Kampfgruppe beitreten, sind sie unser Mann“ waren für meine persönliche Entwicklung sehr prägend.

Meine Worte über Prof. Rolf Emmermann sollen seine Rolle als Gründungsdirektor des GFZ nicht schmälern. Er hat nicht nur für die Wissenschaftslandschaft in der BRD großes geleistet, sondern hat auch Großes für die Gesellschaft und für seine Mitarbeiter getan.

Summa summarum: meine Lebenserinnerungen sind als kleiner Baustein für das Gesamtverständnis der Wissenschaftsentwicklung anhand meines kleinen Beispiels „Einschlüsse“ zu verstehen.

Nicht dargestellt wird in den vorliegenden Erinnerungen das Familienleben, obwohl sicherlich mein hier dargestellter Werdegang direkt und indirekt für viele Jahre durch die engere Familie gefördert, toleriert, beeinflusst und auch gebremst wurde. Das gilt insbesondere für meine Freiberger Zeit bis zum Wechsel zum ZIPE (Zentralinstitut für Physik der Erde)1 im Jahre 1988. Ab dieser Zeit bauten sich von Jahr zu Jahr immer stärker werdende Schranken auf, die letztlich zur Scheidung im Jahre 2005 führten. Meine damalige Frau Ingrid Thomas, geb. Schneider (1942–2018) war nicht im Ansatz bereit, ihren vertrauten „elterlichen Herd“ zu verlassen2. Eigentlich bahnte sich diese Entwicklung schon frühzeitig an. Ich habe aber diese Anzeichen nicht gesehen und auch nicht wahrhaben wollen. Da die jüngste Tochter Sylvia-Monique ebenfalls in Freiberg Mineralogie studiert hat und ihre Promotionsarbeit uns am GFZ Potsdam fachlich zusammenführte, blieb eine gewisse Bindung zur Freiberger Vergangenheit bestehen.

Die vorliegenden Ausführungen sind insbesondere Otto Leeder gewidmet.


Prof. Dr. Otto Leeder (1933–2014) von der Bergakademie Freiberg betreute meine Diplomarbeit und hat großen Anteil daran, dass ich der Einschlussforschung treu geblieben bin. Auch meine Dissertationen A und B wurden vom ihm wohlwollend gefördert. Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 gab es unzählige fruchtbare Gespräche in Sachen Einschlussforschung. Er ist eigentlich auch der Initiator der vorliegenden Schrift und hat mehrmals die Vorläuferversion gelesen und Ergänzungen angemahnt.

Mit der Vergabe und Betreuung der Diplomarbeit hat er mich motiviert, auf dem hier skizzierten Forschungsfeld Fuß zu fassen und nach Möglichkeit dieses auch mitzugestalten. Die wissenschaftlichen, oft sehr konträren Vorstellungen zur Genese der Fluorit-Lagerstätten zwischen Otto Leeder und Günter Meinel haben in mir eine offene Herangehensweise an geowissenschaftliche Probleme gefördert, die ich bis heute bewahrt habe. Beide haben tiefe Spuren hinterlassen, die ich nicht missen möchte.

Auf meinem Weg haben mich viele Kollegen aus dem In- und Ausland begleitet, motiviert und gefördert. Zu nennen sind hier: Ed Roedder, Jim Webster (siehe Anhang), Paul Davidson, Hartmut Beurlen, Ilya Veksler, Elena Badanina, Vladimir Naumov, Sergey Smirnov, Wilhelm Heinrich und nicht zuletzt auch die Einschlussforscher in Nancy/Frankreich. Das Aufzählen aller Kollegen und Kolleginnen würde hier zu weit gehen.


Prof. Dr. Christian Marignac, Universität Lorraine, Nancy, Frankreich. Juni 1999, ECROFI XV in Potsdam – stellvertretend für vielen Einschlussforscher aus Nancy.

Manche werden in meiner Skizze namentlich erwähnt – andere bleiben etwas im Verborgenen. Als einen besonderen Glückfall für die Einschlussforschung muss ich hier unbedingt Paul Davidson von der University of Tasmania hervorheben.


Paul Davidson (Jahrgang 1952) von der Universität Tasmania/Australien (Hobart, Australia, ARC Centre of Excellence in Ore Deposits – CODES) kenne ich seit dem Jahr 2005 nach Vermittlung von Prof. Dr. Vadim (Dima) Kamenetsky von der gleichen Universität. Mit Paul gibt es über 37 gemeinsame wissenschaftliche Publikationen und 14 weitere Aktivitäten (Vorträge, Poster, technische Notizen) und das Kuriose dabei ist, wir sind uns persönlich nie begegnet. Die nahebeieinanderliegenden Interessen waren ausschlaggebend für diese fruchbare Zusammenarbeit. Ich habe seit dem Jahr 2005 mit ihm unendlich viele EMails ausgetauscht.

Seit 2005 habe ich mit ihm erfolgreich zusammengearbeitet, viele wissenschaftliche Probleme diskutiert und erfolgreich umgesetzt. 37 gemeinsame Publikationen zeugen von dieser Arbeit, die niemand angeordnet oder gefördert hat. Bedauerlicherweise habe ich ihn nie persönlich kennengelernt.

Nicht unerwähnt soll hier aber auch David London bleiben, den ich 1995 auf dem III. Hutton-Symposium persönlich kennengelernt habe. Vertieft wurde diese Beziehung im September 1998 auf einer Tagung in Südböhmen. Seine sehr kritische Einstellung zu meinen Untersuchungen war – insbesondere in den letzten Jahren – eine ganz entscheidende Triebkraft für die Entwicklung meiner Gedankengänge. Für jeden Außenstehenden musste diese Beziehung regelrecht als Feindschaft aufgefasst werden. Dem ist aber nicht so. Unsere unterschiedlichen Auffassungen waren letztlich der Motor für einen gesunden wissenschaftlichen Wettkampf, der auch heute noch anhält.

Eine gewisse Auskunft über die vielen ungenannte Personen liefert das Publikationsverzeichnis. Für einen Wissenschaftler, der in den engen Grenzen der DDR aufwuchs, ist die große Zahl von Gemeinschaftsprojekten und Publikationen mit Personen aus weit über 20 Ländern schon etwas ungewöhnlich. Auch die Anzahl von über 33 Dissertationsarbeiten, die ich betreut oder an denen ich gestaltend mitgewirkt habe, ist für einen Wissenschaftler der dritten Reihe beachtlich.

Dass ich, insbesondere nach meinem Wechsel ins Rentnerdasein, ziemlich ungestört meinem „Hobby“ weiter frönen konnte und kann, ist auf das großzügige und wohlwollende Verständnis meiner Lebens-Partnerin und seit Februar 2018 auch Ehefrau Margit Beckmann zurückzuführen. Aber ohne Unterstützung durch das GFZ, vertreten durch Prof. Wilhelm Heinrich und nach dessen Ausscheiden durch Prof. Monika Koch-Müller wäre eine wissenschaftliche Arbeit an vorderster Front nicht denkbar. Einen wesentlichen Beitrag dazu hat auch Paul Davidson geleistet. Ihnen gebührt mein besonderer Dank.

Viele Darstellungen und Bemerkungen zu Personen sind sehr persönlich gefärbt, manchmal auch überspitzt – nur so sind sie im Rahmen der vorliegenden Skizze einzuordnen und zu verstehen. Sollte ich hier und da in der Beurteilung zu weit gegangen sein, bitte ich um Nachsicht.

Dank gebührt Uli Recknagel, Michael Leh, Wolfram Lange und Olaf Tietze, die mich immer wieder gedrängt und motiviert haben, die Memoiren nun endlich mal fertigzustellen.

Viele Wiederholungen waren unvermeidlich – auch hier bitte ich um Verständnis.


Links Uli Recknagel (Jahrgang 1944) und der Autor (rechts) im Mai 2000 anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Hans Jürgen Rösler in der mineralogischen Sammlung im Werner-Bau in der Brennhausgasse in Freiberg. Während des Studiums habe ich zusammen mit Uli viele Praktika, einschließlich eines Ingenieur-Praktikums bei der SDAG-Wismut, Betriebsteil Grüna (Karl-Marx-Stadt), durchgeführt. Auch die Meldearbeit habe wir gemeinsam erarbeitet. Uli hatte einen guten Draht zur Sekretärin von Professor Rösler (Frl. Neubert) und hat die Diplom-Themen frühzeitig erfahren. Dadurch konnte ich mich während des Ingenieurs-Praktikum durch den Besuch der Wismut-Bibliothek in Karl-Marx-Stadt-Siegmar gut vorbereiten. Die gemeinsamen Diskussionen auf den täglichen Spaziergängen mit Dr. Popov aus Leningrad (jetzt St. Petersburg) haben zum Verständnis „Einschlüsse“ die Weichen richtig gestellt. An der „Initialzündung“ haben somit Uli und Dr. Popov maßgeblichen Anteil.


Links Wolfram Lange (Zittau), meine jetzige Frau Margit und zur rechten Seite Herr Michael Leh (Neschwitz) in einem Granitsteinbruch bei Arnsdorf/Königshainer Berge. Herr Lange und Herr Leh sind „Vollblut“-Hobby-Mineralogen. Beide haben mich ermuntert, meine Memoiren zu schreiben und unbedingt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Beide haben sich für die Hobby-Mineralogie und Geologie der Oberlausitz verdient gemacht. Wolfram Lange ist Erstautor des Buches „Minerale der Oberlausitz“ und Autor des Reiseberichtes des Heimatgeologen und Gymnasiallehrer Curt Heinke (1890–1934).

1 Das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) auf dem Potsdamer Telegrafenberg war ein außeruniversitäres Forschungsinstitut der Akademie der Wissenschaften der DDR. Es bestand von 1969 bis 1991 und wurde 1992 durch das gesamtdeutsche GeoForschungsZentrum Potsdam ersetzt.

2 Die Symbiose zu den Eltern aufrechterhalten.

Ein Leben für die Einschlussforschung – ein Freiberger Mineraloge erzählt

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