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County Kildare

Die Grafschaft westlich von Dublin ist das Zentrum der irischen Pferdezucht und gehört zu den reichsten und am dichtesten be­sie­del­ten Gebieten der In­sel. Viele Pendler ziehen nach Feierabend die ländliche Idylle der hekti­schen Hauptstadt vor.

Highlights

Larchill Arcadian Gardens - ein Garten im Stil der ferme ornée mit Mr. Wat­sons Fuchsbau und anderen Torheiten.

◊ Castletown House - Irlands größter Landsitz, dessen Bauherr von Ita­lien träumte Link.

Kildare - edles Blut im Nationalgestüt und bei der Hatz auf dem Rennplatz.

Bog of Allen Nature Centre - im Naturschutzzentrum das Moor und flei­scheslüsterne Pflanzen kennenlernen.

Angelockt durch das kalziumreiche, besonders nahrhafte Gras und die den Züch­tern eingeräumten Steuervergüns­ti­gun­gen leben in Kildare vermutlich mehr Pferde als Menschen. Auf den zahl­reichen Rennplätzen trifft man den gan­zen Sommer über die bizarre Mi­schung aus High Society, Pferde­narren und berufsmäßigen Zo­ckern. Auf Auk­tio­nen wechseln die edlen Tiere für Sum­men den Besitzer, mit denen ohne wei­teres auch ein Mittelklasseauto zu er­stehen wäre - mit einem Vielfa­chen an Pferdestärken und Platz für fünf. Kil­dare war das Stammgebiet der Fitz­ge­ralds, die seit dem Mittelalter von ihrem Familiensitz Maynooth aus das Land im Griff hatten. Nach der Re­for­ma­tion traten sie zum Protestantismus über und konn­ten so auch unter der eng­lischen Herrschaft ihren Einfluss be­wahren. We­gen der Nähe zu Dublin gibt es im County eine ganze Reihe lu­xu­riöser Landsitze. Castle­town House ist der prächtigste dieser Palazzi im ge­o­r­gianischen Stil. Grand Ca­nal und Ro­yal Canal, auf denen vor dem Ei­sen­bahn- und Autozeitalter die Wa­ren von Dub­lin ins Landesinnere ge­bracht wur­den, sind heute z. T. wieder ge­öffnet und ein Re­vier der Frei­zeit­ka­pi­täne. Spa­ziergänger finden in den al­ten Trei­del­pfa­den am Ufer be­que­me Wan­der­wege.

Maynooth und Umgebung

Das Straßendorf entstand für die Pächter und Landarbeiter von Car­ton House, des Landsitzes der Fitzgeralds und später der Gra­fen von Leinster.

Der Ort ging durch die „Gnade von May­nooth“ in die Geschichte ein, bei der Silken Tho­mas Fitzgerald und seine fünf Onkel von den Engländern hinge­rich­tet wurden, ob­wohl sie sich ihnen ge­gen die Zusicherung auf freien Ab­zug ergeben hatten.

Von der im 12. Jh. angelegten Burg ha­ben nur das Torhaus und die große Halle die Crom­wellsche Zerstörungs­wut überlebt (Juni-Sept. tägl. 10-18 Uhr, letzte Füh­rung 16.30 Uhr, Ein­tritt frei). Die Burg bildet den Ein­gangs­bereich für das katholi­sche St Patrick’s College. Es wurde 1795 para­doxerweise von den (anglikani­schen) Eng­ländern gegründet, denen es nicht recht geheuer schien, dass die an­ge­henden iri­s­chen Priester beim Erz­feind Frankreich in die Lehre gin­gen. Die weltlichen Fa­kul­tä­ten der spä­ter auch Laien offenstehenden Aka­demie wur­den 1997 ins staat­li­che Bil­dungs­system überführt, sodass May­nooth heu­te neben dem Pries­ter­se­minar und ei­ner päpstlichen Hoch­schule auch die May­nooth University als jüngste und mit fast 15.000 Stu­den­ten auch kleinste weltliche Uni­ver­sität Ir­lands zu bieten hat. Alle drei Ein­richtungen teilen sich den Campus und die verwi­ckel­ten Rechts­ver­hält­nis­se geben Ge­legenheit zu manchem Ge­rangel zwischen welt­li­cher und geist­li­cher Macht.

Sehenswert ist die neugotische, 1875-1905 erbaute College Chapel, die ge­rade mit Mil­lionenaufwand restau­riert und wasserdicht gemacht wird - Spen­den sind will­kom­men. Ausgestat­tet ist das Gotteshaus mit einem Chor­ge­stühl für einige hun­dert geistliche Wür­den­träger und mit tollen Glas­fens­tern, von denen manche in der renom­mier­ten Mayer’schen Hofkunst­anstalt zu München gefertigt wurden.

Das Wissenschaftsmuseum (Juni-Aug. Mi 14-16, So 14-18 Uhr, Eintritt frei, Spende er­wünscht) widmet sich v. a. dem Elektromagnetismus. Wir se­hen die Ap­pa­raturen von Nicholas Callan, einem von der Heiligen Schrift zur Elektrizität über­gelaufenen Pries­ter, der 1836 in Maynooth die In­duk­tions­spule erfand, außer­dem von Mar­coni ge­baute und benutzte Geräte zur draht­losen Telegraphie und wei­tere Ap­pa­rate. We­ni­ger interessant ist die Sammlung von liturgischen Gewän­dern und Ge­rä­ten.

Praktische Infos

Verbindung Von Dublin Stadtbus Nr. 66 u. 67, auch Fernbusse auf dem Weg nach Gal­way. Busauskunft: Tel. 01 836 6111. Bahn: Züge der Western Suburb Line, auch Halt der Fern­züge nach Sligo; Auskunft: Tel. 01 873 1111.

Übernachten/Essen Maynooth Cam­pus­, vermietet Gästezim­mer und in den Se­mes­terferien (Mitte Juni bis Sept.) auch die Zimmer der Studentenwohn­hei­me. EZ oder DZ und Fe­rienwohnungen ab 45 €/Pers. Tel. 01 708 6400, www.maynoothcampus.com.

Essen & Trinken Stone Haven, das warme und gemütliche Restaurant mit Wohn­zim­mer­atmosphäre ist nahe dem Col­lege-Areal im Keller eines uralten Gebäudes unterge­bracht. Das gedämpfte Licht und die Ni­schen lassen romantische Gefühle auf­kom­men. An klas­si­schen Gerichten gibt’s Cäsar Salat, Steaks und Hü­hnerge­richte. Ein Tipp ist der Lachs mit Seetang (nori) im Teig­man­tel. Hauptgericht 20-25 €. Mo-Sa ab 17, So ab 13 Uhr. Mill St, Tel. 01 629 1229, stonehavenrestaurant.com.

Wonderful Barn

Verlässt man Leixlip auf der Land­stra­ße Richtung Celbridge, er­he­ben sich vor der Brücke über die Autobahn rech­ter Hand drei bizarre Türme, die an Zu­cker­hüte oder flügel­lose Windmühlen erinnern. Der größte misst stattli­che fünf Etagen, die von außen über eine spi­ralförmige Wen­deltreppe zugänglich sind. Die ab­son­derlichen Gebilde waren Scheunen, die 1743 von den Landlords in Cas­tle­town in Auftrag gegeben wur­den, um den Pächtern Arbeit zu geben und gleich­zei­tig für Hungersnöte ge­rüs­tet zu sein. Das ungewöhnliche De­sign wurde schon damals bewundert - und nachgeahmt, wie der „Bottle Tower“ in Rathfarnam be­weist.

♦ Anfahrt: Autobahn M 4 Ausfahrt Nr. 5 nach Leixlip, nach dem Ortszentrum und einer Kir­che links R 404 Richtung Celbridge, am Orts­en­de Leixlip beim Spar-Einkaufsmarkt parken. Der Weg nach dem letzten Haus rechts vor der Auto­bahnbrücke führt zum Wonderful Barn.


Nur eine Scheune: Wonderful Barn

Larchill Arcadian Gardens

Freunde historischer Gärten finden hier das seltene Bei­spiel einer ferme ornée, eine kurzzeitige Mode des Gartenbaus zu Beginn des 19. Jh., als die streng geo­metrischen Gärten out und die ro­man­tischen, auf natür­lich getrimm­ten Park­landschaften noch nicht erfunden wa­ren. Ein 1 km langer Rund­weg führt zu zehn follies („Torheiten“), aus Pflan­zen gestalteten Kuriositäten. Da gibt es „Gib­raltar“ als befestigte Insel oder „Fox’s Earth“, ein künst­licher Fuchs­bau, den ein obskurer Mr. Watson an­le­gen ließ. Von der Seelen­wanderung über­zeugt, glaubte Watson, sein nächs­tes Leben in Gestalt eines Fuchses zu ver­bringen, und wollte einen sicheren Unter­schlupf, in dem er nicht Gefahr lief, bei der Fuchs­hatz seiner Stan­des­genos­sen erschossen zu werden.

♦ An wechselnden Tagen (siehe Website) im Sommer 10-14 Uhr. Eintritt 8 €. In Kilcock, 6 km westlich von May­nooth auf der rechten Seite der M 4. www.larchill.ie.

Celbridge

Große Attraktion von Celbridge ist der Herrensitz Castletown House. Bevor das der Abrissbirne nur um Haaresbreite ent­gan­gene Schloss 1994 in staat­li­chen Besitz überging, war es Irlands größ­tes Pri­vatgebäude.

Das Städtchen selbst verrät eine ähn­liche Entstehungsgeschichte wie May­nooth. Wie­der handelt es sich um ein Stra­ßendorf in der Verlängerung einer Schloss­allee. Den Kontrapunkt zum Castle­town-Palast bildet diesmal die Ruine einer Abtei, in der sich eine Gärt­ne­rei niedergelassen hat, die den alten Klos­terpark pflegt und El­tern (na­tür­lich in Begleitung ihrer Sprösslinge) mit einer Miniatur­eisenbahn lockt.

Sehenswertes

Castletown House: Eine prächtige Lin­den­allee bildet den würdigen Auftakt zu Ir­lands größtem Landsitz. Bauherr Wil­liam Conolly hatte es mit Immo­bi­lien­spe­kula­tio­nen vom Gastwirt zum Spre­cher des Unterhauses gebracht und ließ es sich Ei­ni­ges kosten, seinen Aufstieg in die Gentry und den neu­er­wor­be­nen Reich­tum mit ei­nem 120 m lan­gen und bis 18 m hohen Haus für alle Welt sicht­bar zur Schau zu stel­len. Für den Entwurf wurde der italienische Stararchitekt Alessandro Galilei ver­pflich­tet, die Ausführung lag bei ört­lichen Bau­meis­tern, bis 1722 Edward Lovett Pearce die Bauleitung übernahm und die halb­runden Säulen­gänge sowie die beiden Sei­tenflügel anfügte. Die In­nen­einrich­tung trägt die Hand­schrift einer Frau. Louisa Conolly widmete über 20 Jahre lang ihre ganze Energie der Aus­stat­tung des Palas­tes.

Eine Rarität ist der Print Room, für den Lady Louisa Mappen mit Zeitun­gen und Kupfer­stichen eigens aus Lon­don kommen ließ. Schäferidyllen, die kö­nigliche Fa­mi­lie, Stars der Theater­sze­ne und natürlich alle mög­li­chen Ver­wandten und Be­kann­ten schnitt sie säu­berlich aus und klebte die Bild­drucke statt einer Tapete an die Wand. Bei den Stuckarbeiten im Treppenhaus und in der angrenzten Halle schwelg­ten die Gebrüder Francini im Rokoko, namhafte Maler gestalteten die Wände. Die Long Gallery, der in Blau gehaltene Aufenthaltsraum im Oberge­schoss, steht ganz im Zeichen der Klassik. Sta­tuen antiker Philosophen und einer Jagd­göttin belegen, dass es schon damals einen blühenden Handel und Schmuggel mit griechischen Antiqui­tä­ten gab. Die Leuchter ließ Louisa nach ihren Vorgaben in Murano blasen, be­zahl­te aber nie den vollen Preis. Das Blau passe nicht zur Wand­farbe, be­fand die Hausherrin.

Die Conollys lebten bis 1965 in Castle­town, zuletzt nur noch in drei Zim­mern und ohne Strom und Zen­tral­hei­zung. Es fehlte an Geld für Inves­ti­tio­nen und für die 120 Be­diensten, die in den guten Zeiten putzten, heizten, die­nerten. Castletown ist präch­tig, aber nicht wohnlich. Die Salons liegen alle nach Norden - für heiße ita­lie­ni­sche Som­mer sicher ein guter Gedanke, für Ir­land ein Unding. Zuletzt wur­de die ge­samte Einrichtung versteigert. Die Guinness-Dynastie und eine Stif­tung ret­te­ten Castletown vor dem Abriss. Doch auch ihnen war der Unterhalt des Mons­t­rums zu teuer, und so gehört es heute dem Staat, der es mit viel Auf­wand und technischen Tricks res­tau­rie­ren ließ.

♦ März bis Mitte Dez. tägl. 10-18 Uhr (17 Uhr letzte Führung). Eintritt 10 €. www.castletown.ie.

Conolly’s Follies: Zu Castletown ge­hö­ren zwei seltsame Bauwerke, die der Volks­mund Conolly’s Follies, also Co­nollys Torheiten, nennt. Außer der schon be­spro­che­nen Scheune in Leixlip (siehe oben, Wonderful Barn) ist damit ein Obe­lisk ge­meint, der auf einem Triumphbogen steht; vom Fenster des blauen Salons kann man ihn in der Ferne erkennen. Das Ding war als Picknickplatz gedacht, doch hat­ten die Conollys sich vermessen und ver­se­hent­lich auf dem Grundstück eines Nach­barn gebaut. Der schwieg, bis alles fertig war und verwehrte den Castle­townern anschließend jeden Zutritt. Auch zum Verkauf des Grundstücks ließ er sich nie bewegen.

Steam Museum: Das Museum im Park eines früheren Guinness-Landhauses hat eine bemerkenswerte Sammlung an Miniaturdampfmaschinen und -loko­mo­tiven. Das von Richard Trevithick 1797 gebaute Modell eines Dampf­wa­gens gilt als das äl­teste sich aus eigener Kraft bewegende Fahrzeug. Auch einige stationäre Dampf­ma­schi­nen in Originalgröße sind zu bewundern. Nicht recht zu so viel Tech­nik pas­sen will der historische Lodge Park Garden aus dem 18. Jh.

♦ Mai-Sept. Sa/So 14-18 Uhr, Juni-Aug. Fr-So 14-18 Uhr; Eintritt 7,50 €. Guinness Lodge Park, Straffan, www.steam-museum.com.

Grand Canal: Celbridge ist Ausgangs­punkt für eine Radtour auf dem frühe­ren Trei­del­pfad entlang dem Grand Canal bis hinauf nach Edenderry. Der Weg be­ginnt an der Kanalbrücke hinter dem Bahn­hof. Spektakulär ist neben den Schleu­sen vor al­lem das Aquä­dukt von Sal­lins, wo der Kanal den Ri­ver Liffey über­quert.

Praktische Infos

Verbindung Von Dublin mit der Kildare Li­ne der DART-Bahn oder mit Stadtbus Nr. 67.

Übernachten B&B Green Acre, ein neue­rer Bun­galow mit gepflegtem Garten gut 1 km vom Zent­rum an der Straße nach Dub­lin. DZ 80 €. Dub­lin Rd, Tel. 01 627 1163, www.greenacresbnb.net.

Essen & Trinken Michelangelo, ge­hobe­nes iri­sch-italienisches Restaurant am Ein­gang zum Schloss. Zu Pianoklängen ta­felt man an rosa ge­deck­ten Tischchen. Gäste kri­ti­sieren den manch­mal etwas rü­den Um­gang des Chefs mit sei­nem Per­so­nal. Din­ner um 40 €. Di-Sa ab 18, So ab 13 Uhr. Main St., Tel. 01 627 1809, www.michelangelo.ie.

Bog of Allen

Am „Dreiländereck“ der Grafschaf­ten Kildare, Laois und Offaly liegt der Bog of Allen, ein großes, kommer­ziell ausgebeutetes Moor. Frü­her stachen die Bauern den Torf von Hand, um ihn im Winter zu ver­feuern, aber auch zu Sei­fe oder so­gar zu Fasern zu verarbeiten, die in Textilien eingewebt wur­den.

Seit dem Zweiten Weltkrieg wird der Torf jedoch, ähnlich wie Braunkohle, groß­flä­chig mit gelben, spin­nen­ar­ti­gen Ma­schinen abgetragen und in ei­nem Kraft­werk verfeuert oder zu Bri­ketts ver­arbeitet. Bord na Mona (das staat­li­che Torf­unter­neh­men) und die Elek­tri­zi­tätsgesellschaft ESB, die bei­den wich­tigs­ten Arbeitgeber der Re­gion, ver­deut­lichen den Widerspruch zwi­schen öko­logischem Raubbau und wirt­schaft­li­chem Überleben. Zwar wird die aus­ge­baggerte Landschaft an­schlie­ßend wie­der auf­geforstet oder we­nigs­tens eine Humusschicht aus­ge­bracht, doch ret­ten diese Maß­nahmen mit­nich­ten die Pflan­zen- und Tierwelt des Moors. Auch die im Moor kon­ser­vier­ten ar­chäo­logi­schen Schätze wer­den von den Baggern zerstört.


Frisch gestochene Torfbriketts trocknen

Sehenswertes

Bog of Allen Nature Centre / Peatland World: Im Naturschutzzentrum des Irish Peat­land Council IPCC, das in einem al­ten Farmhaus untergebracht ist, werden der Na­turraum und die Nut­zung des Moors durch die Men­schen er­läutert. Ein Na­tur­gar­ten wurde neu an­gelegt, und in ei­nem Gewächs­haus wartet Irlands größ­te Samm­lung fleisch­fressender Pflan­zen auf Beute.

♦ Mo-Fr 10-17 Uhr, Einlass bis 16 Uhr; Eintritt 5 €. Lullymoore, zwischen Allenwood (N 41) und Rathangan. www.ipcc.ie.

Lullymore Heritage & Discovery Park: Etwa einen Kilometer südlich der „Torf­welt“ fin­det man ein Frei­licht­mu­se­um zur irischen Geschichte. Die Stein­zeit ist mit einer Newgrange-Replik und einem nachgebauten Bau­ern­hof vertreten. Wir lernen St Pa­t­rick und St Earc kennen, der einst in Lully­more ein Kloster grün­dete, be­stau­nen die Hütte eines An­füh­rers der Rebellen von 1798, das nach­ge­stellte Le­ben der Torf­stecher und eine Aus­stel­lung zur Gro­ßen Hun­gers­not. Auf die Kinder war­ten zu­dem ein gro­ßer Aben­teu­er­spiel­platz und ein Klein­tier­zoo.

♦ Mitte März bis Aug. tägl. 10-18 Uhr; Sept.-Nov. und Jan. bis Mitte März nur Sa/So 10-18 Uhr; Einlass bis 1½ Std. vor Schließung. Ein­tritt 9 €. www.lullymoreheritagepark.com.

Kildare

Hier geht es um Ross und Reiter. Das Nationalgestüt ist der Treffpunkt der Pfer­denarren, während Gartenfreunde sich in einem japanischen Garten ih­ren „Lebensweg“ suchen können.

In vorchristlicher Zeit befand sich in Kil­dare das Heiligtum einer Erd- und Frucht­bar­keitsgöttin. Die Heilige Brigid baute an dieser Stelle ein Doppelkloster für Mön­che und Nonnen, die selbst im Kirchenraum durch einen geflochtenen Wand­schirm getrennt waren. Das aus heidnischer Zeit übernommene „heilige Feuer“ wur­de weiter gepflegt und jetzt mit dem Ewigen Licht assoziiert. Die Fun­damente die­ses Feuertempels ste­hen hinter der protestantischen Kirche im Schatten eines Rund­turms (Mo-Sa 10-13 und 14-17, So 14-17 Uhr, Ein­tritt 6 €). Sein moder­nes Pen­dant ist eine zu besonderen Anlässen ent­flamm­te Fackelsäule mit symboli­schem Eichenblatt an der Spitze, die auf dem Hauptplatz vor der Tourist-In­for­ma­tion zu finden ist.

Sehenswertes

Nationalgestüt: Der Stall wurde 1900 von einem schottischen Bierbrauersohn na­mens Hall Walker gegründet. An­hand der astrologischen Konstella­tion bei der Ge­burt eines Fohlens entschied Walker, ob das Tier rassisch wertvoll und zu behalten oder zu verkaufen sei! Trotz dieser merkwürdigen Auswahl war das Unternehmen er­folg­reich - 1915 konnte sich Walker im Tausch gegen das Gestüt von der briti­schen Krone einen Adelstitel samt Sitz im Oberhaus einhandeln. Seit 1943 ge­hö­ren die Ställe dem irischen Staat.

Nicht nur die Besucher sorgen für eine etwas exzentrische Atmosphäre. So trinken die heißblütigen Hengste und verspielten Fohlen ausschließlich Mineralwasser aus dem Tully River, in dem Kohlensäure sprudelt und dessen hoher Kalziumgehalt sich positiv auf den Knochenbau auswirkt. Ein wert­vol­ler Deckhengst ist gegen Stroh aller­gisch und darf sich deshalb auf Papier­schnipseln räkeln. Durch Dach­la­ter­nen flutet Sonnenlicht in die Ställe; Walker hatte sie aber nicht deshalb an­gelegt, son­dern um die Tiere dem Einfluss der Sterne aussetzen.

Im alten Deckhaus wird die Ent­wick­lungsgeschichte des Pferdes und der Zucht ver­mit­telt. Vor 2000 Jahren wurden die ersten Pferde gezähmt und als Haustiere ge­hal­ten, in Irland nicht als Reittiere, sondern für die Küche. Auch die Kelten saßen noch nicht auf dem hohen Ross, sondern spannten die Tiere nur vor ihre Kampf­wa­gen. Bei­na­he wie eine Reliquie wird das Skelett von Arkle verehrt, dem Pferd der Pfer­de, dessen Tod 1968 die irischen Zei­tun­gen auf der ersten Seite betrau­erten.

♦ Tägl. 9-18 Uhr, Einlass bis 17 Uhr; Eintritt (mit Gärten) 12,50 €. Bus 126 fährt 9.30 Uhr von Dublin zum Gestüt und 15.45 Uhr wieder zurück. www.irish-national-stud.ie.

Vom Liebesleben der Pferde

Bei der Führung erfährt der Laie Erstaunliches. Für die bis zu 7500 €, die das De­cken und die spätere Geburtshilfe kostet, be­kom­men Stute und Fohlen ei­nen Service, der keinen Wunsch offen lässt. Ein „Teaser“ leistet bei den jun­gen Pferdedamen prak­tische Aufklärungsarbeit und bereitet sie auf den Sprung des Deck­hengstes vor. Zum Zuge kommen diese Scharfmacher aller­dings nur bei Bauernpferden, denn die Stuten edlen Geblüts wer­den ihnen, wenn sie sich empfänglich zeigen, sofort entführt und zum Rassehengst ge­bracht. Weil Er während der Begattung gerne beißt und Sie gern tritt, beide Pfer­de für solches Liebesspiel aber zu kostbar sind, bekommt die Stute für den Akt Filzpantoffel und eine Lederdecke über den Hals.

Die Schwangerschaft wird per Ultraschall überwacht, Abtreibung ist - welch Wun­der im katholischen Irland - bei Pferden durchaus üblich. Sie trifft bei Zwil­lingen einen der beiden Föten. Auf kranke Fohlen wartet eine Intensiv­sta­tion mit Wärmelampe und Sauer­stoff­maske. Man staunt. Den auf Pferde mit heftigem Niesen und Asthma reagierenden Autor erfüllte es mit be­son­de­rer Genug­tu­ung, dass die hochgezüchteten Rassepferde ihrerseits vor Al­ler­gien nicht gefeit sind. Zwei der Deckhengste vertragen kein Stroh und stan­den in Bergen von Papierschnipseln.

Japanischer Garten: Der Weg führt über Brückchen und Hügel, durch Tunnel und Bä­che, zwischen stillen See­rosen­tei­chen und plätschernden Wasser­fäl­len. Er sym­bo­li­siert mit Stationen wie Ge­burt, Hochzeit und Tod den Weg des Lebens von der Wie­ge bis zur Bahre. Unterwegs muss man sich entscheiden zwischen dem leich­ten, aber ereignis­lo­sen Pfad des bequemen Lebens, dem schma­len Pfad der Weis­heit und dem stei­nigen Pfad der Ausbeutung. So inte­ressant die Erklärungen der ein­zelnen Stationen und Etappen auf dem Faltblatt auch sind, das jeder an der Kas­se in die Hand gedrückt bekommt, sie verstellen doch den Blick auf die Schön­heit des Gartens. Besser genießt man die Miniaturlandschaft erst ein­mal als solche, be­vor man, die Augen Sinn suchend aufs Papier geheftet, sei­nen Weg sucht. Entwor­fen und an­ge­legt wurde das Kleinod von den ja­pa­nischen Gartenbaumeis­tern Tassa Ei­da und Sohn Minoru.

Irischer Garten: Fast hundert Jahre, nach­dem der exzentrische Walker den japani­schen Garten bauen ließ, bekam dieser nun einen irischen Nachbarn. Als St Fi­a­chra’s Garden ist er dem himm­lischen Patron der Gärtner ge­weiht und ver­sucht, die Kraft der iri­schen Landschaft mit viel Stein und Wasser zu symbolisieren. Öff­nungs­zei­ten und Eintritt wie Gestüt.

The Curragh: Reiter finden zwischen New­bridge und Kildare Irlands größtes, nicht ein­gehegtes Wiesengelände. Mit­tel­punkt ist der gleichnamige Renn­platz, der beim Irish Derby am letzten Sonn­tag im Juni unter den Hufen der Renn­pferde erbebt. An an­deren Som­mer­wochenenden gibt es kleinere Ren­nen. Die Termine entnimmt man dem Fahr­planheft von Irish Rail - nur an den Renntagen hält der Zug in Cur­ragh.

♦ Eintritt zum Derby 50 €, sonst 15 €, Stu­den­ten die Hälfte. Der Mindesteinsatz für Zocker be­trägt 1 €. www.curragh.ie.

Museum of Style Icons: Das Einkaufs­paradies von Newbridge Silverware lockt Be­su­cher mit einem an­ge­schlos­se­nen Museum der Stilikonen. In futu­ris­tischem Raum­schiffambiente wer­den hinter Glas Roben von Audrey Hep­burn bis Kim Kar­dashian, von Elvis bis Michael Jackson präsentiert.

♦ Mo-Sa 9-18, So ab 11-18 Uhr, Eintritt frei. Athgarvan Rd, Newbridge, www.newbridgesilverware.com.

Shackleton Museum Athy: Das Heimat­mu­seum des Städtchens am River Barrow resi­diert in der früheren Markt­halle. Die Ausstellung dreht sich weit­ge­hend um das aben­teuerliche Leben des in der Nähe von Athy geborenen Polar­forschers Sir Er­nest Shackleton (1874-1922) und zeigt auch einige Mit­bringsel von dessen Expe­ditio­nen.

♦ Mo-Fr 10-13 und 14-17 Uhr, Eintritt 5 €. shackletonmuseum.com.

Praktische Infos

Information Mo-Sa 9.30-13/14-17 Uhr; mit kleiner Aus­stel­lung zur Stadtgeschichte. Viele Infos auch unter kildareheritage.com, www.­intokildare.ie und www.kildare.ie. Market House, am Square, Tel. 045 530 672.

Verbindung Gute Bahnverbindung von Dub­lin Heuston Station oder mit Bus Éi­reann auf der Cork- und Limerick-Route.

Veranstaltung Féile Bride, alljährlich am 1. Febr. zum Gedenken an die Stadtheilige St Brigid.

Übernachten B&B Lord Edward, das Guest­house des örtlichen Gas­tro­im­pe­riums, ­zentral in der Ortsmitte, tadellos ein­ge­richtet und professionell geführt. Der auch von den Pub­gästen benutzte Park­platz könnte am Wo­chen­ende für nächt­li­chen Lärm sorgen. DZ 110-140 €. Square, Tel. 045 810 016, www.lordedwardkildare.ie.

B&B Castleview, der Bauernhof der Fitz­patrick-Familie mit Milchwirtschaft und Vieh­zucht liegt etwa 5 km westlich von Kil­dare ab­seits der Landstraße. Es riecht nach Stall und der Besucher muss sich die Blicke neugieriger Käl­ber gefallen lassen. Die klei­nen Zimmer sind mit TV, Kaffeekocher, Bad und allerlei Stoff­tie­ren ausgestattet, für die Gäste gibt es einen ei­ge­nen Gartensitz. Das alte reetgedeckte Cottage hinter dem neuen Haus wird als Fe­rien­wohnung ver­mie­tet. Vom Castle - der Burg der Earls of Kildare - sieht man nichts mehr - es wurde im 17. Jh. zerstört. DZ 80 €. Lackagh, Tel. 045 521 816, www.kildarebandb.com.

Essen & Trinken Silken Thomas, die Bar ist mit Anklängen an den Jugendstil etwas ex­zentrisch eingerichtet, das Restaurant „Chapter 16“ modern und nüchtern. Auf dem Spei­se­zet­tel hauptsächlich Fleischge­richte (Lamm, Steak u. Ä.). Hauptgericht bis 25 €, auch Pubfood. Market Square, Tel. 045 522 232, www.silkenthomas.com.

Hartes of Kildare, moderne irische Küche auf hohem Niveau und eine edle Al­ternative zum Platzhirsch „Silken Tho­mas“. Hinter ei­ner tra­ditionellen, blumengeschmückten La­den­front erwartet den Gast ein Gas­tro­pub in ge­lun­gener Kombination von Alt und Neu mit offenem Kaminfeuer, Pferdesport-Me­mo­ra­bilia und freundlichem Personal. Haupt­gericht mit­tags 15-20 €, abends 20-30 €. Mo-Sa Lunch, Di-Sa Dinner, So durch­gehend. Market Square, Tel. 045 533 557, www.harteskildare.ie.

Macari’s Fish & Chips, frittiert Kabeljau und ser­viert an Hausmannskost auch Steak-and-Kid­ney-Pie. Claregate St, gegenüber dem Buch­macher.

County Carlow

Die zweitkleinste Grafschaft wird landschaftlich durch die Black­stair-Berge und die Täler von Slaney und Barrow bestimmt. Schwer­ge­wichtige Sehens­wür­digkeit ist der Browneshill-Dolmen.


Geisterschloss Duckett’s Grove

Die Gegend ist ein überaus fruchtbares Ackerland. Schwergewichtige Kühe las­sen sich auch durch energisches Hu­pen nicht aus der Ruhe bringen, neben der Straße war­ten aufgehäufte Zucker­rü­ben auf den Abtransport. Bis zu Crom­wells Irland-Feld­zug waren Car­low und die hier herrschenden Könige von Leinster ein aufsässi­ger Stachel am Rande des Pale, des eng­lisch be­herrsch­ten Umlandes von Dub­lin. 1394 und 1399 setzte Richard II. eigens mit einem Heer von England über, um das Land zu befrieden. Beim zweiten Feld­zug holte er sich eine blutige Nase und wur­de bei seiner Rückkehr in London ab­gesetzt und umgebracht.

Highlights

Browneshill-Dolmen - Hinkelsteine, diesmal ohne die Hilfe von Obelix zum fotogenen Hünengrab getürmt.

Altamont Gardens - 250 Jahre lang mühseliges Planen, Pflanzen, Stut­zen, Schneiden, Hacken, Jäten.

Duckett’s Grove - ein Spukschloss mit grotesken Fratzen, Pick­nick­wiese und Küchengarten.

Carlow und Umgebung

Der quirlige Marktort (20.000 Einwohner) am Zusammenfluss von Barrow und Burren kann mit einer guten Musikszene und einem gewaltigen Justiz­pa­last aufwarten.

Nach mehr als hundert Jahren Pause bekam Carlow 1998 wieder eine Brau­erei. Für den Giganten Guinness dürfte die Carlow Brewing Company allerdings keine Kon­kur­renz darstellen, be­schränkt sich der Absatz doch weit­ge­hend auf die Re­gion. Im­mer­hin wurde das nach dem Reinheitsgebot gebraute O’Hara’s Stout schon als welt­bestes Bier seiner Klasse prämiert, und auch das Wei­zen­bier Curim wird von Ken­nern gerühmt. Die in einem alten Lagerhaus beim Bahnhof ein­ge­rich­tete Klein­brau­erei kann im Sommer (Mai bis Sep­tem­ber) nach Anmeldung be­sichtigt wer­den.

♦ Carlow Brewing Company: The Goods Store, Führung Fr 14 Uhr nur nach Vor­an­mel­dung, mit Bierprobe 10,50 €. Station Road, Tel. 059 572 0509, www.carlowbrewing.com.

Ein anderer, schon etwas länger zu­rück­liegender Höhepunkt der Stadt­geschichte, so erfuhren wir einst beim Rund­gang durch das County Museum, war die Elek­tri­fi­zie­rung - Carlow be­kam nach Dublin als zweite irische Stadt elektrischen Strom. Das in einem frü­heren Konvent unter­gebrachte Mu­se­um wurde völlig umgebaut und neu ein­gerichtet, doch es bleibt ein Heimat­mu­seum und damit für Besucher oh­ne Lokal­bezug nur mäßig interessant.

♦ Mo-Sa 10-16.30 Uhr, Juni-Aug. auch So 14-16.30 Uhr. Eintritt frei. College St, carlowcountymuseumblog.wordpress.com.

Vorbei an County Museum, der Kathe­drale und durch einen kleinen Park vor dem College kommt man zum Visual Centre, einer der größten Ga­le­rien im Land. Das Gebäude erinnert mit seinen klaren Kanten und der hell­grauen, halbtransparenten Glasfassade an einen Eiswürfel. Die Kunsthalle hat keine eigene Sammlung, sondern zeigt wech­selnde Ausstellungen zeitge­nös­sischer Kunst.

♦ Di-Sa 11-17.30 Uhr, So 14-17 Uhr. Old Dublin Rd, www.visualcarlow.ie.

Das Gerichtsgebäude soll, anders wis­sen es die Einheimischen heute nicht zu er­klä­ren, aufgrund eines Irr­tums entstanden sein, weil der zer­streu­te Archi­tekt Wil­liam Vi­truvius (!) Mor­rison zwei Baupläne verwechselte. So wuchs um 1830 der klas­si­zis­ti­sche, dem Athe­ner Parthenon nach­emp­fun­dene Bau, der eigentlich Cork zu­ge­dacht war, hier in Carlow, während das un­scheinbare, für Carlow vor­ge­se­he­ne Ge­richt in Cork entstand; die ei­nen bemerkten den Irr­tum erst, als es zu spät war, die anderen ent­deckten den Fehler frühzeitig, hielten aber wohl­weis­lich den Mund. Dem Bau­meis­ter war die Vorliebe für antike Vor­bilder schon in die Wiege gelegt wor­den, denn sein un­ge­wöhn­li­cher Vor­name Vitru­vius erinnert an einen rö­mi­schen Ar­chi­tekten.

Die Festung des Städtchens geht bis auf die Normannen zurück, die gleich nach der Er­oberung einen Holzturm und 1210 eine steinerne Burg anlegten. Sie hielt so­gar Crom­well stand, wurde aber 1814 von einem Dr. Middletown in die Luft gejagt, der im Castle eine Ner­ven­heilanstalt einrichten wollte und sich bei Um­bau­arbeiten in der für die Sprengung einer Mauer erforderlichen Menge Schwarz­pulver gründ­lich ver­rech­nete. Die Reste der Burg, zwei Tür­me und eine Ver­bindungsmauer, lie­gen auf einer kleinen Anhöhe nahe der Brü­cke.

Ein schöner Spaziergang führt auf dem alten Treidelpfad am River Barrow flussab. Bald weicht die Stadt einer Park­landschaft. Angler ziehen fette Fische aus dem Fluss, manchmal tu­ckert ein Touristenkahn vorüber, und nach einem Inselchen er­reicht man die Mil­ford Mill, die einst den Strom für Carlows Laternen lieferte.


Übernachten

1 Greenlane House 6 Barrowville Town House 7 Lorum Old Rectory

Sonstiges

2 Coleman Cycles

Essen & Trinken

3 Lennon's 4 Tullys 5 Teach Dolmain

Praktische Infos

Information Mo-Sa 9.30-17 Uhr, Juni-Aug. auch So 14-16.30 Uhr. Kostenlose Bro­schüre „A Guide to County Carlow“ erhält­lich, dazu das Flug­blatt „Town Trail“ mit ei­nem archi­tek­tur­ge­schicht­lich orientierten Stadtrund­gang. College St, Tel. 059 913 1554, www.carlowtourism.com.

Verbindung Bus: Vom Busbahnhof am En­de der Kennedy Avenue fährt Bus Éireann (Tel. 01836 6111, www.buseireann.ie) nach Dub­lin, Wa­ter­ford und Kilkenny; JJ Ka­va­nagh (Tel. 059 914 3081, www.jjkavanagh.ie) vom Parkplatz Bar­rack St nach Dublin-Air­port, Waterford und in die Region. Bahn: Zü­ge (Tel. 059 913 1633) die­seln nach Dublin und Kil­kenny - Waterford.

Bio/Regional Bauernmarkt Sa 9-14 Uhr auf dem Po­ta­to Market neben der Tullow St. www.carlowfarmersmarket.com.

Fahrrad Verleih bei Coleman Cycles 2, Char­lotte St, Tel. 059 913 1273.

Feste Carlow Arts Festival, Mitte Juni, ein Kul­turfest in den Straßen und Sä­len der Stadt. Pro­gramm unter www.carlowartsfestival.com.

Übernachten Barrowville Town House 6, das sorgfältig renovierte Stadthaus aus dem 18. Jh. befindet sich 5 Gehminuten süd­lich des Zentrums. Die 7 Nichtraucher-Gäs­te­zim­mer sind elegant, doch nicht über­la­den ein­ge­richtet und mit TV und Haarföhn ausgestattet. Auf­ent­halts­raum mit kleiner Bi­b­liothek; Garten, eige­ner Parkplatz. Das mehr­gängige Früh­stück wird im Wintergar­ten serviert. DZ 90-110 €. Kil­ken­ny Rd, Tel. 059 914 3324, www.barrowville.com.

B&B Greenlane House 1, „ein schönes Haus mit gemütlichem Früh­stückszimmer. Das Früh­stück war das beste, das wir in Ir­land hatten. Es gab z. B. Cereals mit fri­schen Kiwis und Himbeeren. Die Zimmer wa­ren schön ein­ge­richtet und groß, die Gast­geber äußerst hilfs­be­reit.“ DZ 90-100 €. Dublin Rd, Tel. 059 914 2670, www.greenlanehouse.ie. ♦ Lesertipp

Lorum Old Rectory 7, das kleine Herren­haus befindet sich etwa auf der Mitte zwi­schen Car­low und Kilkenny an der R 705, 7 km südlich von Bagenalstown. Treffpunkt der Gäs­te ist der Drawing Room mit offe­nem Kamin, Bü­chern, Fotos und Stücken aus dem Fami­lien­besitz. Gastgeberin Bob­bie Smith ist eine be­kann­te Köchin. DZ 180 €, Dinner nach Vorbe­stel­lung 50 €/­Per­son. Kilgreaney, Bagenals­town, Tel. 059 977 5282, www.lorum.com.

Essen & Trinken Lennon’s 3, die Brasse­rie im G. B. Shaw Theatre mit wech­seln­der Kunst an den Wänden setzt auf re­gio­nale Zu­ta­ten. Tagsüber Kuchen, Sand­wichs und einfache Teller­gerichte, abends auch Steaks und Seafood. Lunch bis 15 €, Dinner 20-30 €. Mo-Sa 10.30-17, Fr/Sa 18-21.30, So 12-16 Uhr. Old Dublin Rd, Tel. 059 917 9245, www.lennons.ie.

Tully’s 4, der altmodische Pub, in dem der Fern­seher aus der Bar verbannt bleibt, ist ein beliebter Treff der Stu­den­ten des Tech­ni­cal College. Ab 10.30 Uhr Früh­stück, mit­tags und abends Bar­food. 149 Tullow St.

Teach Dolmain 5, mittags günstiges Bar­food, das förmlichere Restaurant hat abends geöff­net und bietet dann z. B. Ente mit Karda­mom- und Orangensoße und Chi­na­kohl. 76 Tullow St.

Am Abend Die Tullow Street, die wich­tigste Einkaufsstraße der Stadt, ist zugleich Carlows Ausgehmeile.

Scraggs Alley, Studentenkneipe, am Wo­chen­ende oft Livemusik. Bei unbekannten Grup­pen freier Eintritt. Erst lange nach Mit­ter­nacht traut sich das Möbel rückende Haus­gespenst in das dann still ge­wor­dene Lokal. 12 Tullow St.

Die Bar Dinn Ri, Teil eines Entertainment-Im­periums mit Club und Hotel, wurde mehr­fach unter 600 Mitbewer­bern zum „Super­pub des Jahres“ gewählt. Tullow St, www.dinnri.com.

The Barracks, ist der führen­de Nightclub von Car­low. Die zugehörige Bar wirbt mit einem pal­mengrünen Rau­cher­gar­ten, Fußball-Events auf Großbild­schir­men und aller­lei Computer­spie­len, für die man sich an der Bar Notebooks leihen kann. Tullow St, www.thebarracks.ie.

River Barrow

Gegenüber dem Shannon und seinen Seen bietet die Bootsfahrt auf dem River Barrow und dem mit ihm ver­bun­de­nen Grand Canal ein ganz anderes Ur­laubs­erlebnis. Hier ist die Wasser­stra­ße schmal und erfordert mehr Auf­merk­sam­keit und nautisches Geschick, auch wenn nur selten mit Gegen­ver­kehr zu rechnen ist. Die Route beginnt in Tullamore, zweigt bei Robertstown in ei­nen Ver­bin­dungs­kanal ab, der ab Monasterevin (bei Kildare) den Barrow be­gleitet und in Athy in diesen mün­det. Auf den gesamten 155 km sind 34 Schleu­sen zu passie­ren, für die Fahrt fluss­ab rechne man 6 Tage.

Bootsverleiher Canalways Ireland Barge Holidays, Spencer Bridge, Rathangan, Tel. 087 243 3879, www.canalways.ie; Barrow­line Cruises, Vicarstown, Tel. 057 862 6060, www.barrowline.ie.

Barrow Way

Der knapp über hundert Kilometer lan­ge Fernwanderweg von Low­town nach St Mullin’s folgt dem River Barrow auf dem alten Treidelpfad am Fluss­ufer, von dem aus früher die Kähne stromauf gezogen wurden. Für Tagestouren bie­ten sich von Carlow aus die Etappen nordwärts nach Athy (19 km) oder flussab nach Bagenals­town (16 km) an.

♦ Da die Wanderstrecke durchwegs dem Fluss folgt, kann man als Wanderführer getrost den bei der Touristinformation erhältlichen „Guide to the Barrow Navigation“ benutzten.

Browneshill-Dolmen

Der gewaltige Deck­stein, geschätztes Al­ter 4000 Jah­re, wiegt über 100 Ton­nen - kaum vor­stell­bar, wie er mit pu­rer Man­nes­kraft und ohne Fla­schen­zü­ge dort hi­nauf kam. Die Darstellung einer stein­zeit­lichen Totenfeier auf der er­läu­tern­den Tafel ist auch recht fantastisch.

♦ Anfahrt: 5 km außerhalb an der R 726 nach Hacketstown. Kein Bus. Die Taxifahrt von Car­low und zurück kostet mit Carlow Cabs (Tel. 059 914 0000) je nach Wartezeit 15-20 €.

Vorsicht am Parkplatz beim Dol­men! Hier werden gerne Touri-Autos ge­knackt und geplündert.

Altamont Gardens

Als bekannter­maßen romantischster Gar­ten Irlands ist Alta­mont ei­ne be­zau­bern­de Mi­schung aus streng formaler und frei ge­stal­teter Garten­land­schaft. Die­se wird seit 250 Jahren immer wie­der neu an­ge­legt, zurechtgeschnit­ten, gepflegt und bepflanzt. Die jetzige Ge­stalt ist weitgehend das Werk von Co­ro­na North (1922-1999), der die Pas­sion für das Gärtnern wohl schon mit dem Na­men Co­rona in die Wiege gelegt wur­de. So hieß nämlich auch ihres Vaters Lieb­lings­rho­do­dendron. Noch zu Leb­zei­ten ver­machte Corona Schloss und Park dem Staat - ge­gen die Ver­pflichtung, alles in ihrem Sinne zu erhalten. Es sind v. a. die Bäume, die Altamont sein un­ver­wechselbares Ge­sicht verleihen: Al­leen, Eichenwälder und die schein­bar na­türliche Vielfalt des Arboretums mit weit­gehend ein­hei­mischen Ar­ten, da­zwi­schen aber im­mer wieder Exoten wie die mächtigen Se­quoien und an­dere Fremd­linge und im­mer wieder der üp­pi­ge, ja allzu üppig wu­chernde Rho­do­den­d­ron. Gepflegte Wege schlän­geln sich an Bee­ten und Tei­chen entlang und brin­gen uns über Wie­sen und Ter­rassen schließ­lich zu einem großen See, der nach der Gro­ßen Hungersnot als Ar­beits­be­schaf­fungs­maß­nahme an­ge­legt wurde. Mehr als hun­dert Mann sollen ihn mit Schau­feln und Muskel­kraft innerhalb von zwei Jah­ren aus­ge­hoben haben. Noch kann das auf alten Grundmauern seit 1750 an­gelegte, doch später noch durch viel­fa­che Um- und Anbauten über­präg­te Schloss nicht be­sich­tigt werden.

♦ April­-Sept. tägl. 9-18.30 Uhr, Okt. bis 17 Uhr, Nov.­-März bis 16 Uhr. Einlass bis 45 Min. vor Schlie­ßung. Eintritt frei, Parken 2 €. www.heritageireland.ie.

Die Altamont Gardens liegen 22 km süd­öst­lich von Carlow nahe der Kreuzung von N 80 und N 81 und sind auf beiden Straßen aus­geschildert.

Chocolate Garden of Ireland

Etwas außerhalb des Städtchens Tul­low ver­steckt sich ein Paradies für Schle­cker­mäuler. Die Manufaktur von Jim und Mary Haley produziert hier feine Pre­mium-Schokoladen, Pralinen und Bio-Eis. Mittels Video, Demon­stra­tion und Verkostung unternehmen die Be­su­cher eine multisensorische Reise vom Ka­kaobaum bis zur fertigen Scho­ko­lade und können schließlich ihre eigene Spe­zia­lität kreieren. Kaffee, Eis und Scho­ko­lade werden im Café-Shop serviert, auf Kinder wartet ein Aben­teuer­spielplatz.

♦ Mo-Sa 10-17, So 13-18 Uhr. Eintritt frei. Rath, Tullow, www.chocolategarden.ie.

Huntington Castle

Das Schloss wurde im 17. Jh. als Gar­ni­son zur Sicherung der Route von Dub­lin nach Wexford errichtet. Zuvor stand an sei­ner Stelle eine einfache Turm­burg. Die Hausherren vom Clan der Caviness konn­ten ihren Besitz über die Zeiten ret­ten, die Nachfahren wohnen bis heute im Huntington Castle und führen im Som­mer Besucher durch die üppig aus­ge­statteten Räume. Kurios bis kitschig prä­sentiert sich die im Keller ein­ge­rich­te­te Kultstätte der ägyp­ti­schen Göttin Isis, war doch die 2013 ver­storbene Schloss­herrin Olivia Robert­son zugleich Ober­priesterin der New-Age-Sekte Fellow­ship of Isis. Vom Schloss bis hi­nun­ter zum River Derry erstrecken sich die Gärten und der roman­tische Land­schafts­park des An­we­sens.

♦ Gärten Mai-Sept. tägl. 10-17 Uhr, Eintritt 6 €. Führungen durchs Haus Mai-Sept. tägl. 14, 15, 16, 17 Uhr, März/April nur Sa/So 14, 15, 16 Uhr, Eintritt 10 €.

Die Zufahrt ist von der N 80 etwa 24 km süd­ost­lich von Carlow ausgeschildert.

Duckett’s Grove

Im Haus der mäch­ti­gen Familie Du­ckett wurde während des 18. und 19. Jh. über manche Schick­sals­frage des Coun­ty Carlow entschie­den. Ein Feuer zer­störte 1933 das neo-goti­sche Mär­chen­schloss. Ruine und Park sind nun in der Obhut des Countys, das den Kü­chen­garten und die Blu­menanla­gen res­tauriert hat. Wenn das Café geöff­net hat, darf man auch die Ruine be­gehen.

♦ Tägl. bei Tageslicht geöffnet. Ein­tritt frei. Tea Room Juli/Aug. Sa/So, sonst nur Sa 9.30-15 Uhr. Duckett’s Grove liegt an der R 418 zwischen Tullow und Castledermot. www.carlowtourism.com/duckettsgrove.

County Wicklow

Umgeben von Parks und vornehmen Landhäusern erhebt sich süd­lich von Du­b­lin die einsame Gebirgslandschaft der Wicklow Moun­tains. Liebliche, mit Tannenwäldern aufgeforstete Täler und die kargen, zugigen Hochflä­chen sind das schönste Wandergebiet im Osten Irlands.


Reiter in den Wicklow Mountains

Der Gebirgsstock entstand vor ca. 400 Mil­lionen Jahren, als die oberen Schich­ten aus Sedimentgestein durch heiße, flüssige Massen aus dem Erd­in­ne­ren angehoben und gleichzeitig zu Glim­merschiefer verbacken wurden. Im Laufe der Zeit wurde die­se weiche Deck­schicht durch die Erosion weit­gehend abgetragen und der darun­ter lie­gende, längst erkaltete Granit frei­ge­legt, doch findet man auch beachtliche Res­te von Schiefer, z. B. auf der Spitze des Lugnaquilla (925 m) und in den Tälern von Glenmacness, Glenmalure und Glendalough. Seinen letzten Schliff erhielt das Ge­birge dann in der Eis­zeit. Die Gletscher rundeten die Gipfel wei­ter ab, schnitten die Täler ein und lie­ßen Gebirgsseen wie Lough Dan und Lough Bray zurück.

Während die Küstenebene und die Nordostseite des Gebirges durch ihre Nähe zu Du­b­lin bevorzugter Platz für die Landgüter (beispielhaft Power­scourt) des englisch-irischen Adels war, hielten sich in den Bergen selbst und in den un­wir­t­li­chen, ohne Orts­kennt­nis kaum begehbaren Hoch­moo­ren alteingesessene, gälische Ge­schlech­ter wie die O’Tooles und die O’Byrnes. Sie, später auch Räuber so­wie an­de­re vor den Verfolgungen der Staats­gewalt Geflohene, plagten das Tief­land und sei­ne Be­wohner immer wie­der mit unvermuteten Überfällen. Um diesen Banden mit grö­ße­ren Trup­pen­kontingenten nachsetzen und in den Tälern Kasernen an­le­gen zu kön­nen, wurde um 1800 eine Militärstraße in Nord-Süd-Richtung mitten auf dem Gebirgskamm gebaut. Radler, die Stei­gun­gen nicht scheuen, werden hier mit Ein­samkeit, Pano­rama­blick und Natur­er­lebnis belohnt. Der junge Beckett ging hier oft mit seinem Vater spa­zie­ren, und das Sally Gap, eine Kreuzung mit­ten in der Ein­öde, wäre der richtige Ort, um auf Godot zu warten.

Wicklow Trail

Für Wanderer gibt es den ebenfalls in Nord-Süd-Richtung über die Ber­ge füh­ren­den Wicklow-Trail, Irlands äl­tes­ten (1981) und bekann­testen Fern­wan­der­weg, der ins­gesamt 132 km lang ist. Der Weg meidet die sumpfige, nur mit Far­nen und Erika bewachsene Gip­fel­re­gion und bleibt in der ab­wechs­lungs­rei­che­ren Landschaft un­ter­halb der Baum­grenze. Er beginnt am Mar­ley-Park in Rath­far­nam, ei­nem Vorort Dub­lins (Stadtbus Nr. 47B, 48A), ist mit gel­ben Pfeilen auf schwar­zen Pfosten markiert und endet in Clonegall, County Car­low. Im Ab­stand von be­que­men Tages­etappen gibt es in Knockree, Glenda­lough, Glen­malure und Agha­vannagh Ju­gend­herbergen, in denen man die Tageseinsam­keit des Wan­de­rers durch abendliche Gesellig­keit wett­machen kann, allerdings allzu ge­sel­lige Ju­gend­grup­pen auch manch­mal nerv­tötend laut sein können. Wer sich Zeit lässt und auch Ab­stecher mit ein­plant, ist etwa 10 Tage unterwegs. Wer es kurz machen will, be­geht zwischen Ennis­kerry (der Trail passiert hier den Powers­court-Wasserfall) und Glen­da­lough nur den schönsten Abschnitt des Weges. Im Sommer Mückenschutz nicht vergessen! Gegen Abend werden die Biester zur Plage.

♦ Information: www.wicklowway.com. Karte 1:50.000 „The Wicklow Way“ von Ordnance Sur­vey oder EastWest Maps, beide mit Weg­be­schrei­bung. Die Karte Nr. 56 der blauen Serie (1:50.000) deckt den auf das County Wick­low fallenden Streckenteil ab, Nr. 62 den süd­lichen Abschnitt.

Highlights

Russborough House - die Gemäldesammlung des Dia­man­ten­händ­lers, oft beklaut und jetzt gut gesichert.

Kevin’s Way - wandern auf alten Pilgerpfaden über die Wicklow Moun­tains.

Powerscourt Gardens - ein Höhepunkt irischer Garten­bau­kunst, über­ragt vom „Big House“, in dem Fürstin Gracia Patricia einst die Nacht durch­tanzte.

Glendalough - Naturerlebnis und die Klosterstadt des heiligen Ke­vin.

Wicklow Gaol - ein poltern­der Aufseher und geknechtete Ge­fan­gene geben einen gruseligen Ein­blick in den Straf­voll­zug ver­gan­gener Zeiten.

National Garden Exhibition Centre - zwanzig Ideen für den eige­nen Gar­ten oder für den Traum davon.

Westflanke der Wicklow Mountains

Die Landschaft auf der Westseite des Gebirges ist weniger drama­tisch und spek­takulär als ihr Gegenüber, hat aber einige Perlen: den Poulaphouca-Stau­see, Landschloss und Park von Russborough, einen Steinkreis und schließ­lich das Imaal-Tal als Wandergebiet.

Das Gebiet ist über die Landstraße N 81 gut erschlossen. Wer es nicht eilig hat, mag statt der Autobahn diesen Weg von Dublin in den Süden nehmen. In ei­nem halben Tag hat man alles We­sent­liche gesehen.

Blessington

Das langgestreckte Dorf überblickt den (zun­genbrechenden) Pou­laphouca-Stau­see, der Dublin mit Trinkwasser und Strom versorgt. Schmu­cke, fast städ­tische Häuser im Stil des 18. und 19. Jh. säu­men die Hauptstraße, in der zwei­ten Reihe etwas Industrie und ein Einkaufs­zentrum aus den Boomjahren des kel­ti­schen Tigers. Im Zeitalter der Pferde­kutschen war Blessington die letzte Etap­pe auf der Reise von Waterford nach Dub­lin, zwischen 1888 und 1932 fuhr von hier so­gar eine Straßenbahn in die Haupt­stadt. Das Dorf wurde 1670 am Reiß­brett entwor­fen und gehörte zur Do­mä­ne Down­shire, dem Gut des Erz­bi­schofs von Dub­lin. Gut 100 Jahre später kam es in den Besitz von Russ­borough House.

Verbindung Von Dublin Stadtbus Nr. 65.

Übernachten Camping Moat Farm, ca. 1 Auto­stunde südl. von Dublin; sauberer, ge­pfleg­ter Platz, ausreichende Sanitäranla­gen, Auf­enthaltsraum mit TV, Küche. Wande­rer/Rad­ler mit Zelt 10 €/Pers. Geöffnet Mitte März bis Sept. An der N 81 nach der Ab­zwei­gung „Do­nard“, Tel. 045 404 727. ♦ Lesertipp

Essen & Trinken West Wicklow House, ein Dorfgasthof mit bodenständiger Küche: Steak, Lamm, Hühnerfleisch, auch vegetari­sche Gerichte. Tägl. geöffnet, Mi Session, Fr/Sa Disco im Saal. Main St, www.westwicklowhouse.com.

Bio/Regional Grangecon Café, Naturkost-Restaurant in einem alten Schulhaus. Bis hin zum Schin­ken wird hier alles selbst hergestellt. An­geboten wer­den Salate, Sandwichs, Pies und leckere Ku­chen. Di-Sa 9-16 Uhr. Kil­bride Rd, www.grange­concafe.blogspot.com.

Russborough House

Ein Muster­beispiel für die Land­schlös­ser, die sich die englisch-irische Ober­schicht in der Nähe Dublins an­le­gen ließ. Bauherr war Jo­seph Lee­son, Earl of Miltown, der es mit einer Brau­erei zu Geld gebracht hatte und sich nicht scheu­te, diesen Reichtum zu zeigen - damals hatte die Firma Guin­ness noch ernst zu nehmende Kon­kur­renz. Ähn­lich wie in Maynooth sind zwei Sei­ten­flügel durch halbrunde Säu­lengänge mit dem aus grauem Granit ge­füg­ten Haupthaus ver­bun­den, die Fassade misst alles in allem über 200 m. Für den Innenausbau wurden die Gebrüder Francini als Stu­cka­teure engagiert, und auch an Mö­beln, Gemälden, Fi­gu­ren und Silber hat der Bauherr nicht gespart. 1931 kam das Haus in den Be­sitz von Al­fred Beit, einem Neffen des gleic­h­na­mi­gen Gründers und Haupt­ak­t­io­närs von de Beers, der bis heute im Ab­bau und Han­del mit Diamanten welt­weit führen­den Firma. Kein Wun­der, dass der junge Al­fred vom alten Alfred eine Sammlung erst­klassiger Ge­mälde (darunter Goya, Ru­bens, Velasquez) erbte, die jetzt auch in Russ­borough House hängen. 1974 mach­te Russ­bo­rough Schlagzeilen, als IRA-Sympa­thi­santen die wertvollsten Ge­mäl­de klau­ten, um vom Erlös die Kasse der Or­ga­ni­sa­tion zu erfüllen. Die Bilder wur­den später unversehrt gebor­gen. Nach zwei wei­te­ren Einbrüchen, diesmal wa­ren gewöhnliche Krimi­nel­le am Werk, kann die Samm­lung nur noch im Rah­men 45-minütiger Füh­run­gen unter strengen Sicherheits­vor­keh­rungen besichtigt wer­den. Auf ei­ge­ne Faust erforschen darf man den Park mit his­torischem Kü­chengarten, Laby­rinth und Abenteuerspielplatz. Am Wochenende zei­gen zudem die Greif­vögel der im Park beheimateten Falk­nerei ihre Flugkünste.

♦ März-Dez. tägl. 10-15 Uhr (Beginn letzte Führung), im Sommer erweitert. Eintritt 12 €. www.russborough.ie. Flugshow-Termine unter nationalbirdofpreycentre.ie.

Tanzplatz der Mondgöttin?

Je mehr man sich mit den etwa 1000 noch erhaltenen Steinkreisen der briti­schen Inseln beschäftigt, desto widersprüchlichere Be­fun­de tau­chen auf. Nur gut die Hälfte der Kreise ist tatsächlich rund. Da­ne­ben gibt es abgeplat­tete Kreise, „Eier“, Ellipsen und schein­bar re­gel­los deformierte Kreise. Einige ha­ben im Zentrum einen auf­rech­ten (phallischen?) Stein, andere einen lie­gen­den, manche Spu­ren einer Brandbestattung und wieder andere einfach nichts. Die größ­ten Kreise haben einen Durchmesser von 400 m, die kleins­ten von gerade 2 m. Je jünger, desto kleiner. Der Steinkreis um den Grabhü­gel von Newgrange gilt als der älteste in Irland - nach herrschender Lehr­mei­nung wurde er vor 5000 Jahren gebaut, während der Drombeg Circle „erst“ 2600 oder sogar nur 2000 Jahre zählt.

Eine gängige Interpretation sieht in den Steinkreisen eine Kalenderstätte, mit deren Hilfe beispielsweise die Sonnenwende, Tag- und Nachtgleiche, be­son­dere Mondstellungen beobachtet oder Sterne fixiert werden können. Nun ergeben sich bei einem Kreis mit, sagen wir, zwölf Steinen 132 verschie­dene Achsen. Rech­nen wir nur vom Zentrum aus, sind es zunächst zwölf, die aber wiederum mit drei zu multiplizieren sind, da niemand weiß, ob die Ach­sen über rechte Seite, linke Seite oder die Mitte des Visier­steins gezogen wer­den müssen. Selbst wenn die vor­ge­schicht­lichen Baumeister ihre Kreise also nach bestimmten Ge­stir­nen oder Himmelskonstellationen ausrichteten, wozu sich eine huf­eisenförmige Anordnung übrigens weit besser geeignet hätte, ist heute kaum nachvollziehbar, woran sie sich orientierten.

Die Deutung der Steinkreise durch die Frauengeschichtsforscherin Hei­de Gött­ner-Abendroth als Tanzplätze matriarchalischer, eine Mond­göttin ver­eh­render Gesellschaften ist also kaum zu wider­legen. Es kann so gewesen sein, aber vielleicht auch ganz anders.

Kevin’s Way

Der gut markierte Wan­derweg folgt weit­gehend einer alten Pil­ger­rou­te zur Kloster­siedlung Glenda­lough. In Hollywood (N 81) be­gin­nend, über­quert er in einem an­stren­genden 30-km-Tagesmarsch das Ge­birge pa­ral­lel zur R 756 und damit das Wicklow Gap (490 m ü. M.). Ein Sei­tenarm des Wegs (nur die­sen errei­chen Sie in aller Herrgottsfrühe mit Bus 65 ab Dublin) beginnt in Val­ley­mount am Poula­phouca-Stausee.

Steinkreise

Ein Steinkreis bleibt selten allein. War es, weil die bronzezeitlichen Pries­ter und Bau­meister die Nähe zu an­deren Kult­stät­ten schätzten? Weil sie mit­ein­an­der wett­eiferten? Weil sie nur in einzelnen Ge­bieten Irlands siedel­ten? Je­den­falls ste­hen ge­wöhnlich meh­rere Steinkreise re­lativ dicht bei­einan­der. So auch auf der Westflanke der Wicklow-Berge, die da­mals die wichtigste Gold­ader Europas bar­gen. Am be­kann­tes­ten sind die Ath­greany Piper’s Stones, ein Steinkreis aus 14 Gra­nit­bro­cken und ei­nem weiteren au­ßer­halb des Kreises, der sogenannte Outlier. Aber­gläubische Iren se­hen in ihm einen versteinerten Dudel­sack­pfei­fer, den Kreis bil­den die Rei­gentänzer. Un­weit des Kreises sind die Funda­men­te einer kleinen Ka­pel­le erhalten, und es geht die Legende, dass St Kevin sich zu­nächst hier nie­der­ge­las­sen hatte, be­vor er ins weit schö­nere Glen­da­lough um­zog. Der Grund für die Ver­stei­nerung der Tän­zer war, wie es schon Frau Lot ge­schah, ihr weltlich aus­schwei­fendes Trei­ben an diesem heiligen Ort. So belegt die Nähe von Stein­kreis und Kapelle ein­mal mehr, dass neue Religionen just dort ihre Riten vollziehen, wo schon die al­ten, heid­n­i­schen Kulte ge­feiert wurden: ein­mal heilig, immer heilig. Der Castle­ruddery Circle ist stärker ver­wittert. Hier sind die Portalsteine aus Marmor. Gleich da­hinter liegt ein Bro­cken mit auf­fäl­li­gen Ker­ben, die vielleicht das Wi­der­la­ger für irgendwelche Pfos­ten waren.

♦ Anfahrt: Die Piper’s Stones stehen an der N 81, 2,3 km südl. der Abzweigung zum Wick­low Gap. Von der Straße zeigt ein Hin­weis­schild den Weg in die Wiesen zu einer 50 m ent­fern­ten Schau­ta­fel. Von dort sind es weitere 150 m zum Stein­kreis. (53°04’19’’N 6°36’46’’W). Castle­ruddery ist am Eingang des Glen of Imaal von der N 81 aus­geschildert, 52°59’28’’N 6°38’12’’W.

Hollywood Glen

Radler müssen sich nicht auf der Fern­straße von den Lastern in den Graben drän­gen lassen, sondern nehmen ab Hollywood die Nebenstraße nach Do­nard. Dieser Weg ist zwar etwas hü­ge­liger, aber kaum befahren und führt zwi­schen steilen Felsen und sogar durch einen Wald hindurch, der aus­nahms­weise nicht ein­ge­hegt ist und zu einem Spazier­gang verführt.

Glen of Imaal

Das landschaftlich schönste Tal auf der Westseite des Gebirgsstocks ist nach Mal, dem Bruder des mythischen Kö­nigs Cathal Mor benannt. Zu Beginn des 19. Jh. hielt sich hier der Frei­heits­kämp­fer Michael Dwyer versteckt. In Derry­na­muck hat man ihm ein kleines Museum einge­richtet, das einen Ein­druck vom All­tags­leben dieser Zeit ver­mit­telt und den rechten Kontrast zum Luxus von Russ­bo­rough bildet.

Enniskerry und Umgebung

Das gepflegte, fotogene Dorf kuschelt sich in eine dicht bewaldete Senke. Es wurde um 1830 von den Herren des benachbarten Gutes Powerscourt für die Pächter und Landarbeiter angelegt. Trotz der Nähe zu Dublin ist ihm die zügellose Urbanisie­rung bisher erspart geblieben.

Gemessen an den Besucherzahlen sind die Powerscourt Gardens zu Fü­ßen des Great Sugarloaf (503 m) der beliebteste Park Irlands. Der italienische Gar­ten, für den sich gut hundert Arbeiter zwölf Jahre abmühten, fällt vom Schloss über Terrassen zu einem künstlichen See ab. Er war eine der letzten Anlagen dieser noch vom Barock geprägten Stil­rich­tung des Gartenbaus. Der danach an­ge­legte japa­ni­sche Garten verdeut­licht den Wandel des Geschmacks hin zu eher „natürli­chen“ Parks, und der Rest der Domäne zeigt sich dann auch wirk­lich weitgehend na­tur­belassen. Bizarr ist der Tier­fried­hof, wo nicht nur Kat­zen und Hunde, son­dern auch Lieb­lings­pferde und eine prämierte Kuh („Eugenie, dreimal Champion von Dub­lin“) beigesetzt sind.


Der italienische Garten von Schloss Powerscourt

Das Schloss selbst, 1731 von Richard Cassels entworfen, brannte 1974 just bei je­nem Empfang bis auf die Grund­mau­ern nieder, mit dem der Abschluss langjähriger Re­novierungsarbeiten ge­feiert wurde. Erst 1997 war der „Phoe­nix wieder der Asche ent­stiegen“, wie die Lokalpresse ti­telte, und dient jetzt als Restaurant, Sou­venir­kauf­haus und Visitor Centre, in dem die jährlich gut 100.000 Be­su­cher die Ge­schich­te des Anwesens er­fah­ren. Die neuerliche Instandsetzung wur­de mit Gel­dern aus dem EU-Re­gio­nal­fonds finanziert, zu­sätz­lich ver­kauf­ten die Slazengers, de­nen Po­werscourt ge­hört, einen Teil des Parks als Bauland für ein Hotel. Hoffen wir, dass das Schloss nun gegen Feuer­scha­den ver­sichert ist.

Im oberen Teil des Gutes fällt der Dargle in Irlands größtem Wasserfall 121 m in die Tiefe. Dort ist ein Natur­lehrpfad angelegt, leider wird der Weg vom Schloss zum Wasserfall durch ein verschlossenes Tor blockiert, das den Um­weg über die Straße erzwingt. Nie­mand empfindet es hier als anstößig, für den Be­such des Natur­denk­mals Ein­tritt zu verlangen. Das eng­lisch-iri­sche Prinzip von Ei­gen­tum an Grund und Boden geht sehr viel wei­ter als in Deutschland, und so las­sen sich selbst die meisten Bauern den Gang über ihre Felder bezahlen, auf denen ­ein Dol­men, ein Steinkreis oder ein ähnliches Mo­nu­ment steht.

Angesichts eines bevorstehenden Besuchs von König Georg IV. wollten die Her­ren von Powerscourt dem ihrer Meinung nach spärlichen Wasserfluss etwas nach­hel­fen und stauten den Bach oben mit einem künstlichen Damm, der just in dem Mo­ment hätte ge­sprengt werden sollen, da der König sich anschickte, die Sze­nerie zu be­trach­ten. Doch Georg, nach dem Ban­kett von Darmgrimmen ge­plagt, ver­zichtete auf das Spektakel. Die Un­päss­lichkeit rettete das königliche Leben, denn die nach der Sprengung vom Was­sersturz mitgerissenen Fels­bro­cken zer­schmet­ter­ten die Aus­sichts­platt­form.

♦ Park: Tägl. 9.30-17.30 Uhr (im Winter bis Ein­bruch der Dunkelheit), Ein­tritt 12 € (im Winter ermäßigt). Der Ein­gang ist 500 m süd­lich des Dorfplatzes von Enniskerry. www.powerscourt.com. Wasserfall: Tägl. 9.30-19 Uhr (im Winter bis Einbruch der Dunkelheit); Ein­tritt 7 €. Ab dem Park­eingang aus­ge­schil­dert.

Knocksink Woods: Auf einem etwa ein­stün­digen Spaziergang lässt sich das ar­ten­rei­che Naturreservat am Glen­cullan River erkunden. Man geht vom Haupt­platz zu­nächst die Straße Rich­tung Glencree, bis nach der Kirche links der Eingang zu den Knock­sink Woods ausgeschildert ist. Der bequeme Weg führt durch einen schat­ti­gen Bu­chen­wald am Bach entlang zu einem Natur­schutzzentrum. Nach die­sem ha­ben wir über die nächste Brücke den Forstweg verlassen und sind ein Stück am West­ufer entlanggewandert, bis der Pfad wieder die Seite wechselte. Hier ha­ben wir für den Rückweg wieder den Haupt­weg eingeschlagen.

Praktische Infos

Verbindung Stadtbus Nr. 44 ab Dublin Haw­kins Street; auch Bus Nr. 185 von der Sta­tion Bray der DART-Bahn. Die schmale, kur­vige Straße von Bray ist stark von Lkws und Bussen befahren. Radler nehmen von Du­blin nach Enniskerry besser die R 117.

Ausflüge Bus: Dublinbus (www.dublinsightseeing.ie) star­tet mehr­mals die Woche um 10.30 Uhr am Büro 59 Up­per O’Connell Street für 25 € eine Rund­fahrt zum Power­scourt Gar­den und an die Wicklowküste.

Übernachten Summerhill House, das Land­haus mit knarrenden Dielen und Stil­mö­beln steht etwa 10 Gehminuten vom Dorf­platz und ist bei Hoch­zeits­ge­sell­schaf­ten sehr be­liebt. DZ 150-200 €. Bray Rd, Tel. 01 286 7928, www.summerhillhousehotel.com.

B&B Coolakay House, 3 km außerhalb von En­niskerry aussichtsreich an einem Hang. Erst auf den zweiten Blick merkt man, dass man es hier mit einem Bauernhof zu tun hat - zu sau­ber, zu gepflegt wirkt das Um­feld. Die Zimmer sind mit TV und Haarföhn aus­ge­stattet, sogar mit ric­htiger Bade­wan­ne im Bad des großen „family room“ (mit drei Bet­ten). Zum Haus ge­hört ein Re­stau­rant, in dem auch Tages­aus­flüg­ler be­wirtet wer­den. DZ 90-100 €. Pow­er­scourt Wa­terfall Road, Tel. 01 286 2423, www.coolakayhouse.ie.

B&B Ferndale, Gebaut im frühviktoriani­schen Landhausstil und z­eitgemäß einge­rich­tet, steht das Haus von Josie und Noel Cor­coran in­mitten eines subtropisch anmu­ten­den Gar­tens. DZ 90-100 €. Am Dorfplatz, Tel. 01 286 3518, www.ferndalehouse.com.

Knockree JH, der komfort­able Neubau am Fuße des Knockree Mountain ist die von En­niskerry nächstgelegene Herberge am Wicklow-Trail. Alle Zimmer mit Bad. Bett 20-25 €. Lackan House, 6 km süd­westl. von Enniskerry, ­Tel. 01 286 7981, www.anoige.ie.

Essen & Trinken Um den Dorfplatz ei­nige an­sprechende Cafés und Resta­u­rants, z. B.:

Poppies, selbst gebackenes Brot, eigene Konfitüre und tolle Pies lassen den chaoti­schen Ser­vice schnell vergessen. Tägl. 8-18 Uhr.

Emilia’s serviert im 1. Stock dünne und knus­p­rige Pizzas, außerdem die üblichen Ver­däch­tigen wie Steaks, Cäsarsalat oder ge­füllte Rie­sen­champignons. Di-So ab 17.30 Uhr. Tel. 01 276 1834.

Im Powerscourt Terrace Café versteht man sich perfekt auf die nahezu gleichzei­ti­ge Ver­pfle­gung ganzer Busladungen lunch­hun­gri­ger Tages­ausflügler - und bringt da­zu noch gutes Essen auf den Tisch! Spe­zia­li­tät ist eine Terrine mit Apriko­sen und Schwei­ne­fleisch. Tägl. bis 17 Uhr. In den Power­scourt Gardens.

Glencree

An einer Straßengabelung stehen ein paar Gebäude, die man kaum Dorf nen­nen kann. Eines der Häuser ist eine in­ter­nationale Jugend­begegnungs­stätte der Frie­dens­bewe­gung. Während der Welt­kriege gab es in Glen­cree ein Inter­nie­rungs­la­ger für deutsche Soldaten, die es aus ab­ge­stürz­ten Flug­zeugen und ge­stran­deten Schif­fen nach Irland ver­schlagen hatte. Manche blie­ben für immer hier und wurden auf dem stillen Sol­daten­friedhof am Ortsrand be­stattet. Einmal im Jahr, am Volks­trau­er­tag, kommt der deutsche Botschafter aus Dub­lin und legt ei­nen Kranz nieder, an­sonsten verirren sich nur wenige Besucher an den stillen Ort.

Wandern um Lough Tay

Die Landschaft um Lough Tay, den dunk­len Bergsee an der Straße vom Sal­ly Gap nach Roundwood, war Schau­platz von John Boormans Film „Exca­li­bur“. Über einem Strand am Nord­ende des Sees glänzt das Lugalla House, ein Landsitz der Guinness-Fa­mi­lie, der na­he­zu das ganze Tal bis hinun­ter zum Lough Dan ge­hört. Zu­nächst folgt man von Enniskerry kom­mend der R 755 und biegt schließlich in die R 759 Richtung Sally Gap ab. Den Wagen lässt man 3,2 km nach der Abzwei­gung stehen, pas­siert links das mit „Ballinrush“ ge­kenn­zeichnete Tor und schlägt dann am Wald­rand entlang den Weg Richtung See ein. Nach einer halben Stunde blo­ckiert Privatgrund den Pfad. Er kann nach rechts zur Fahrstraße hin um­gan­gen wer­den. An der Mündung des Clog­hoge in den See bietet sich eine Ge­legen­heit zum Pick­nick und vielleicht auch zum Son­nen­bad. Für den Rückweg der insgesamt 1,5-stündigen Tour nimmt man die Fahrstraße.

Vom gleichen Parkplatz an der R 759 ist eine Leserin auf dem Wicklow Way­ Rich­tung Djouce Mountain gewandert. „Die Route ist eine Panoramastrecke mit weiten Ausblicken in die Wicklow Moun­tains. Für mich war es der abso­lu­te Pro­fi­wanderweg, perfekt beschildert und klasse ausgebaut. Leider hat uns hier das schlech­te Wetter eingeholt - auf dem Bretterboden wurde es ziem­lich rutschig.“

Glendalough/Laragh und Umgebung

Die enthusiastische Schilderung, mit der das Ehepaar Hall vor über 150 Jah­ren in seinem Irland-Reiseführer dem „Tal der zwei Seen“ mit seiner mittel­alter­li­chen Klostersiedlung zu einer Karriere als Aus­flugsziel verhalf, ver­spricht auch heute nicht zu viel. Glenda­lough bietet die ideale Kombination von Naturerlebnis und Schnit­zel­jagd durch geschichtsträchtige Ruinen.

Das Tal war schon in der Bronzezeit be­sie­delt. Es wurde von eiszeitlichen Glet­schern ge­formt und war in der Warmzeit zunächst von einem großen See gefüllt, den die vom Poulanass an­ge­schwemmten Erd- und Geröllmassen allmählich in zwei Teile teil­ten. Das Granit- und Schiefergestein der um­lie­gen­den Berge birgt Adern mit Quarz, Blei-, Silber- und Zinnkerzen, und die bron­zezeitlichen Siedler dürf­ten Berg­arbeiter und Schmelzer gewesen sein, die diese Vorkommen ausbeute­ten. Da Glendalough nur we­ni­ge Häuser zählt, im Sommer und an den Wochenen­den die Besucher aus Dublin aber busweise heraufströmen, wird es manchmal recht eng.

Ortsgeschichte: Sozusagen den Grund­stein zum Ruhm des Ortes legte im 6. Jh. der He­i­lige Kevin, der sich hierher als Einsiedler zurückzog, ohne indes lange allein zu blei­ben. Bald folgten ihm andere Einsiedler, Schüler und Mön­che, ein Kloster ent­stand, und Glen­dalough mit seinen damals fast 5000 Einwohnern avancierte zum Bi­s­chofssitz. Während die meist aus Adelsgeschlechtern stammende Elite der Mön­che sich mit dem Kopieren und Illuminieren der heiligen Schriften beschäf­tig­te, sorgten die Laienbrüder mit Landwirtschaft und Handel für die materielle Grund­lage des Klosterlebens.


Blick auf den Glendalough Upper Lake

Das Wirken von Lawrence O’Toole, Irlands erstem kanonischen, also von Rom an­er­kann­ten Heiligen, war Höhe­punkt und Wende in der Geschichte von Glen­da­lough. 1174 verwüstete eine Über­schwemmung die klösterliche Pracht, 1398 tobten sich englische Sol­da­ten aus, und im 17. Jh. verließen schließ­lich die letz­ten Mön­che den Ort. Die Bauern der Um­ge­bung vergaßen Glen­dalough je­doch nicht. Jedes Jahr ka­men sie zu ei­ner Wall­fahrt he­rauf, auf der es, so die Chro­nisten, we­nig christ­lich zuging. Dem Whiskey wurde kräf­tig zu­ge­spro­chen, und im Suff blie­ben auch die übli­chen Prü­geleien nicht aus. Im 19. Jh. nahm man für einige Zeit den Bergbau wieder auf, bis die Vor­kommen 1920 für die da­malige Tech­nologie er­schöpft wa­ren. Am oberen Ende des Upper Lake er­kennt man noch die Gebäude der Mi­ne und ihre (giftigen) Schlackenhalden. Ei­nige Schäch­te führten unter dem Berg hin­durch bis ins Glendassan-Tal, wo man die Öffnungen von der Straße zum Wick­low Gap aus noch sehen kann.

Die schwache Stunde des Heiligen

Viele der für Volksheilige üblichen Wundergeschichten werden auch mit St Ke­vin in Verbindung gebracht: Er habe glühende Koh­len, ohne Schaden zu neh­men, mit bloßen Händen angefasst, in ei­nem hohlen Baum gelebt, sich aus­schließlich von Beeren und Kräu­tern ernährt, und die Bäume des Wal­des hät­ten vor dem vor­bei­schrei­tenden Heiligen in Ehrfurcht ihre Wip­fel geneigt. Wie dem Hei­ligen Franziskus wird Kevin eine besondere Nähe zu Tie­ren nach­gesagt. Am bekanntesten ist die Legende von der Amsel, die Ke­vins Hän­de, während er meditierte, als Nest erkoren und ihre Eier hinein­ge­legt hatte - wo­rauf der Heilige in seiner Kreuz­vigilie, also mit ausgestreck­ten Armen, ver­harr­te, bis die Jungen aus­gebrütet waren. Ein andermal, als ihm sein Ge­bet­buch in den See fiel, rettete es ein Otter vor dem Untergang und brachte es tro­cken (!) an Land. Eine weitere Geschichte rankt sich um den Deer Stone. Irgend­wie war der Heilige in die missliche Lage geraten, ei­nen Säugling, noch dazu einen Abkömmling des Königshauses aufziehen zu müs­sen. Woher unter lau­ter männlichen Einsiedlern die Milch nehmen? Ei­ne Reh­kuh ließ sich jeden Tag in die Kuhle des verwitterten Steines mel­ken, das Kind konnte genährt wer­den, und dem Kloster Glen­da­lough war der Dank des späteren Königs ge­wiss.

Doch es gibt auch weniger schmeichelhafte Legenden über Kevin, z. B. die Ge­schichte der Prinzessin Kathleen. Sie hatte sich un­sterb­lich in Kevin ver­liebt, doch der war nur geistigen Genüssen zu­getan und wusste nichts besse­res, als vor den Nachstellungen des Mädchens in seine Höhle zu fliehen. Die Prin­zes­sin, nicht dumm, ließ sich vom Hund des Heiligen den Aufstieg zei­gen. Als sie Ke­vin dann auch in seiner vermeintlich sicheren Behausung mit ih­rer en­gels­glei­chen Schönheit in fleischliche Versuchung brach­te, warf der Ere­mit Ka­thleen kur­zerhand in den See, wo sie ertrank. Das reute Kevin, und er be­tete da­rum, dass in Zukunft niemand mehr im Upper Lake ertrin­ken möge.

Sehenswertes

Etwa in der Mitte zwischen Laragh und Glen­malure steht auf dem südlichen Bac­h­ufer die Priory of St Saviour’s, die Law­rence O’Toole gestiftet haben soll. Mit ihren be­merkenswerten Stein­metz­arbeiten (Friese mit Köpfen und Blu­men, in der Apsis ein Löwe, der sich in den Schwanz beißt, und weitere Tier­dar­stellungen) ist sie ei­nes der letzten Bei­spiele des iro-romanischen Stils.

Mittelpunkt der Klosterstadt, die man vom Hotel her wie früher durch das Pfört­ner­haus betritt, ist der weithin sicht­bare Rundturm, dessen Spitze von ei­ner Res­tau­rierung gegen Ende des 19. Jh. stammt. Der Turm diente glei­cher­maßen als Aus­guck und Flucht­burg, der Eingang war nur über eine Lei­ter zu erreichen.

Die im 9. Jh. begonnene Kathedrale Pe­ter und Paul ist das an Grundfläche größ­te Ge­bäude Glendaloughs. An der Süd­westecke schließt sich der Friedhof mit dem selt­sa­men Priest’s House an, ei­ner Grabkapelle oder einem Schrein: auch hier könn­te Kevins Grab gewesen sein. Der Fries über dem Eingang wur­de erst 1870 ein­ge­setzt, es ist ungewiss, wo­her er eigentlich stammt. Auf alten Sti­chen er­kennt man einen König oder Abt zwi­schen zwei demütigen Kle­ri­kern, doch in den letzten 125 Jah­ren sind die Fi­gu­ren zur Unkenntlichkeit ver­wittert. Kevins Kreuz ist nicht das ein­zige, aber das größ­te Hochkreuz von Glendalough. Wer es mit beiden Ar­men zu umfassen ver­mag, dem wird der Heilige einen Wunsch er­fül­len. Kevin’s Kit­chen - der wohl­pro­por­tio­nier­te Rund­turm auf dem Westgiebel er­in­n­ert an die Ka­mine alter Kloster- oder Schloss­küchen - war keine Küche, son­dern eben­falls eine Kir­che. Sie ist außer dem Turm das einzige noch überdachte Ge­bäude des Klosters. Le­diglich die Fun­da­men­te sind von der dem Zeit­ge­nos­sen Kevins und Abt von Clon­macnoise ge­weih­ten Kapelle St Kieran geblieben, die mit einem Schiff von ge­rade 6 x 4,5 m und ei­nem Chor von 2,75 x 2,75 m recht winzig war. Etwas ab­seits steht, aus schweren Gra­nit­qua­dern ge­fügt, Our Lady’s Church, die zu einem Non­nen­kloster gehörte.

Von der Klosterstadt führt eine Brü­cke über den Gleneala auf die Green Road, den al­ten Pilgerweg zur Ana­cho­re­ten­siedlung. Der Deer Stone am süd­lichen Brücken­kopf war viel­leicht ein Bullaun, ein prä­historischer Mahl­stein, wie man sie oft in der Nähe iri­scher Klöster findet. Von diesen im Volks­glauben mit über­na­tür­lichen Kräf­ten ver­se­henen Steinen ist bis heute nicht klar, ob sie von den Mön­chen in die Nähe der Klös­ter geschleppt wur­den, oder ob die Klöster an Orten mit lan­ger Sied­lungs­kon­ti­nu­i­tät ange­legt wur­den, also die Steine sich schon im­mer hier be­fanden. Ree­fert Church, nahe dem Was­serfall des in den Upper La­ke mün­den­den Pou­la­nass, gilt ei­ni­gen For­schern als das Grab des Hei­li­gen. Die Kir­che, in der noch an­dere re­l­i­giö­se Wür­den­träger und Lo­kal­fürsten der O’Toole-Familie be­gra­ben sind, ist schwer zu datieren. Fens­ter- und Chor­bö­g­en sind ro­ma­nisch, mög­licher­weise aber in schon be­ste­hen­de Wände ein­ge­fügt. Kevin’s Cell, von der auf einer Fels­na­se nur die kaum be­mer­kens­wer­ten Fun­da­mente erhalten sind, war ent­ge­gen dem Na­men keines­wegs die Zelle des Hei­ligen. Sie dürfte auf der künst­li­chen Platt­form Team­pull na Skel­lig am Süd­ufer des Upper La­ke ge­wesen sein, die nur mit dem Boot zu er­rei­chen ist. Zwi­schen Resten von Bie­nen­korb­häus­chen steht eine in Tei­len bis ins 7. Jh. zu­rück­ge­hen­de Kapelle. Wenn ihm der Rummel in der Ana­cho­re­ten­siedlung zu viel wur­de, zog sich Kevin, so die Über­lie­ferung, in die Höh­le na­mens Kevin’s Bed zurück, ein bron­ze­zeit­liches Grab. Allein der Auf­stieg Ke­vins zu der 8 m über dem Erd­boden schier uner­reichbar in einer Fels­wand kle­ben­den Höhle muss den Zeit­ge­nossen als ein Wunder erschie­nen sein.


Impressionen aus Glendalough

Praktische Infos

Information Glendalough Visitor Cen­tre, neben dem Glendalough Hotel; mit kleiner Aus­stellung zu Glendalough und dem Klos­ter­le­ben, dazu eine 20-minütige Video­prä­sen­tation über irische Klöster und das frühe Chris­ten­tum. 16.3.-15.10. tägl. 9.30-18, 16.10.-15.3. tägl. 9.30-17 Uhr; Einlass bis 45 Min. vor Schlie­ßung. Eintritt 5 €. Tel. 0404 45325, www.heritageireland.ie.

Informationsbüro des Nationalparks, beim Parkplatz am Upper Lake, Mai-Sept. tägl. 10-17.30 Uhr, Febr.-April & Okt. nur Sa/So 10-17.30 Uhr, Nov.-Jan. Sa/So 10-16 Uhr; mit Aus­stel­lung zur Naturkunde und Wan­der­tipps. Tel. 0404 45425, www.wicklowmountainsnationalpark.ie.

Verbindung Mit St Kevin’s Coach Ser­vice (Tel. 01 281 8119, www.glendaloughbus.com) von Dublin, Mansion House, Dawson St. Ab­fahr­ten tägl. 11.30 Uhr, Halt in Bray am Rathaus; zurück nachmit­tags vom Parkplatz beim Vis­i­tor Centre.

Ausflüge Dublinbus (www.dublinsightseeing.ie) startet mehr­mals die Woche um 10.30 Uhr am Büro 59 O’Connell Street für 25 € zu Tagestouren von Dublin zum Po­wer­scourt Gar­den und nach Glendalough.

Von Dublin hoch zu Ross über das Wick­low-Ge­birge mit der Brennanstown Ri­ding School. Tel. 01 286 3778, www.brennanstownrs.ie.

Übernachten Glendalough Hotel, in Top-La­ge nahe dem Kloster, der Bach fließt di­rekt unter dem Spei­seraum hindurch. Am Ort ohne Kon­kur­renz, daher etwas abge­wohnt und mit oft trä­gem Service. DZ 140-170 €. Tel. 0404 45135, www.glendaloughhotel.com.

B&B Bramble Rock, das gemütliche B&B mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhält­nis be­fin­det sich 300 m vom Dorf­platz und einem Res­taurant entfernt. Zim­mer mit Tep­pich­boden, TV und Wasserko­cher, WLAN in der Lounge. DZ 80-90 €. La­ragh, Tel. 0404 45075, www.bramblerock.com.

Trooperstown Wood Lodge, neue Pension mit etwa 20 Gästebetten, die Zimmer mit DVD-Player und WLAN ausgestattet. Kos­ten­lo­ser Transfer nach Glendalough und zum Wick­low Heather Restaurant, wo auch das Früh­stück ser­viert wird. DZ 120 €. La­ragh, Tel. 0404 45236, www.trooperstownwoodlodge.com.

Glendale Cottages, die Ferienhäu­ser ha­ben jeweils 3 Schlafzimmer bzw. 6 Schlaf­plät­ze, in den Küchen freuen sich Haus­frau oder -mann über Mikrowelle und Ge­schirr­spü­ler, auch an den Wäsche­trock­ner wurde ge­dacht. Ferien­haus 400-800 €/Woche. Du­b­lin Rd, Laragh, Tel. 0404 45410, www.glendale-glendalough.com.

Glendalough JH, älteres, doch gründlich re­no­viertes und um einen modernen Anbau er­wei­tertes Haus, in dem sich die Mehrzahl der Schlaf­räume (2- bis 8-Bett-Zimmer) be­fin­det. Die Küche ist mit Teewasserspei­cher und dieb­stahl­sicherem Dosenöffner aus­ge­stattet und bie­tet die Chance, dem teu­ren Früh­stück mit einem selbst zu­be­rei­te­ten Mor­genessen zu ent­gehen. Die Her­ber­ge ist ganz­tägig geöffnet, die Re­zep­tion nur mor­gens und abends be­setzt. Bett 20-25 €, DZ oh­ne Früh­stück 55-65 €. Ganzjährig ge­öffnet. 400 m vom Visitor Centre Rich­tung Upper La­ke, Tel. 0404 45342, www.anoige.ie.

Glendalough Cillins, um eine Ahnung von Ke­vins Einsiedlerdasein zu bekommen, muss man nicht gleich in eine Höhle zie­hen und dem welt­lichen Leben auf immer Adieu sa­gen. Für moderne Gottessucher, Pil­ger und Einsiedler auf Zeit hat die örtli­che Kir­chengemeinde hin­ter McCoy’s Su­per­markt an der Straße von Laragh nach Glen­dalough ei­nige Häuschen mit Schlaf­raum, Bad und Kü­chenzeile errichtet, in de­nen man beten, me­ditieren und sin­nie­ren kann. Die Gäste wer­den nicht nach ihrer Kon­fes­sion gefragt, doch das Projekt ver­hehlt sei­nen ka­tholischen Charakter nicht. Über­ra­schend ist, dass die Ere­mi­ta­ge auch Dop­pel­zim­mer hat, also auch als „Zwei­sie­delei“ ge­nutzt werden kann. EZ 50 €, DZ 80 €. Laragh, Tel. 087 935 6696, www.glendaloughhermitage.ie.

Camping Im Naturschutzgebiet um das Klos­ter und die Seen ist wildes Zelten nicht er­laubt. Wer Natur sucht, kann weiter oben im Glen­das­san Valley campen.

Roundwood, (N 81), der nächste Camping­platz, ein leicht abschüssiges Wiesenge­län­de mit befestigten Plätzen für Caravans. Über­dach­ter Aufenthaltsraum, Laden mit Pub in Lauf­weite. Für irische Verhältnisse ein sehr an­spre­chender Platz. 2 Pers. mit Zelt 30 €. Geöff­net Mai-Aug. Tel. 01 281 8163, www.dublinwicklowcamping.com.

Essen & Trinken Wicklow Heather Res­tau­rant, bei der Tankstelle; ein rustikal-mo­dern eingerichteter Bungalow, die Lage hat ih­ren Preis. Ungewöhnlich ist der Lese­raum mit Büchern von Joyce, Yeats, Hea­ney und an­deren irischen Klassikern. Haupt­gericht 15-30 €. Tägl. durchgehend ge­öffnet. La­ragh, Tel. 0404 45157, www.wicklowheather.ie.


Greenan Farm

Der noch betriebene Hof lockt Familien mit Kindern, ja ganze Schul­klassen und Pfadfindergrup­pen. Zu sehen gibt es ein im Stil von anno da­zu­mal ein­ge­rich­tetes Bauernhaus, ei­ne mit alten Land­maschi­nen voll­ge­pfropf­te Scheu­ne und eine Sammlung von Glas­fla­schen. Die Pferde Romeo und La­la las­sen sich streicheln, ebenso ein ge­dul­di­ger Esel. In dem mit Zy­pressenhecken ange­leg­ten Irr­garten werden Orien­tie­rung und Erinnerung auf die Probe ge­stellt. Außerdem gibt es einen großen Spiel­platz und einen Picknickbereich.

♦ Juni-Aug. tägl. 10-18 Uhr, April/Mai und Sept. nur Sa/So. Eintritt 8 €. Sheeanamore Rd, Greenane. www.greenanmaze.com.

Clara Lara Funpark

Dieser Abenteuer­park spricht mit Was­ser­rutschen, Baum­häu­sern, Gokart­bahn und an­de­ren Outdoor-Aktivitäten be­son­ders Kin­der im Alter von 6 bis 12 Jahren an. Höh­e­punkt sind die Was­ser­schlachten mit dem Piratenboot.

♦ Juni-Aug. tägl. 10.30-18 Uhr, Mai nur Sa/So. Eintritt 13 €, Klein­kinder frei. Zwischen Laragh und Rathdrum. www.claralara.ie.

Wandern in Glendalough

Vom Upper Lake bieten sich mehrere Spa­ziergänge und Wanderun­gen an. Der Spinc Mountain Walk führt von der Reefert Church hinauf zum Pou­lanass-Was­serfall, dann weiter berg­auf auf alten Eisenbahnschwellen durch Wald und Moor zu herrlichen Aus­sichts­punk­ten und oben auf dem Kliff um den See herum. Man über­quert den jun­gen Gleneala und be­glei­tet ihn ent­lang von Wasserfällen ab­wärts zum See. Links oben am Hang sieht man die hel­len Abraumhalden der alten Berg­wer­ke, kurz vor dem See passiert der Weg das verfallene Be­triebs­gelände ei­ner Mi­ne. Auf der Nord­seite des Upper Lake kommt man über die Miner’s Road wieder zum Aus­gangs­punkt zurück. (ca. 2½ Std., 350 m Anstieg).

Anspruchsvoller ist die Tour auf den Ca­maderry (700 m), der höchsten, von den vor­gelagerten Hügeln zu­nächst ver­deck­ten Erhebung auf der Nord­seite des Upper La­ke. Der Pfad be­ginnt, von Glen­da­lough kommend, 50 m vor dem Park­platz am Up­per Lake, führt steil den Hang hoch auf den Bergrücken, von wo man in nord­west­licher Rich­tung auf den gut sichtba­ren Gipfel zu­hält (hin und zurück 4 Std.). Die­se Wan­derung soll­te man nicht al­leine unter­nehmen und bei Wetterver­schlech­te­rung sofort um­kehren - so einfach die Orien­tie­rung oben bei guter Sicht ist, so un­mög­lich wird sie, wenn man mitten in einer Wol­ke steht. Im Schau­kasten beim Info-Büro des Na­tio­nal­parks hängt eine Wetterprognose.

Zu Kevin’s Way, dem Wanderweg auf die Westseite des Gebirges.

Wicklow Gap

Am Turlough Hill, nahe dem Pass am oberen Ende des Glendassan-Ta­les, sind zwei Seen zu einem Spei­cher­kraft­werk ausgebaut. Nachts, wenn der Strom­verbrauch gering ist, wird mit der über­schüssigen Energie Wasser in den obe­ren See gepumpt, um tagsüber, in Spit­zenzeiten, wieder abgelassen zu wer­den und da­bei über eine Turbine Strom zu erzeugen.

Glenmalure

Ein kaum weniger schönes Wan­der­ge­biet als das benachbarte Glenda­lough, doch weniger überlaufen und mit öff­ent­lichen Verkehrsmitteln nicht zu er­rei­chen. Vom Ende der Autostraße aus biet­et sich die Tagestour an der Ju­gend­her­ber­ge vorbei immer talauf hi­nüber ins Imaal-Tal auf die West­seite des Ge­birges an. Die Schlucht ins­pi­rierte John M. Synge zu seinem Dra­ma „In the Shadow of the Glen“. Ein Denk­mal am Wegrand östlich der Glen­ma­lure Lodge fei­ert die Schlacht von Glen­malure, in der die Wicklow-Rebellen 1580 ein ihnen nach­setzendes eng­li­sches Heer in die Falle lockt­en. So blieben die Berge für weitere 200 Jahre außerhalb staat­li­cher Kontrolle. 1798 war Glenmalure ein Schlupfloch von Michael Dwyer und einem Trupp der United Irish Men, die auf Napoleons Hilfe bei der Be­frei­ung Ir­lands von den Engländern hoff­ten. Auf dem Talgrund fin­det man noch die Fun­da­mente des Militär­la­gers, das nach der Gefan­ge­n­nah­me Dwyers und dem Bau der Mi­li­tär­stra­ße hier an­ge­legt wurde.

Verbindung Ohne eigenes Auto nur zu Fuß, beispielsweise von Glendalough über den frü­her von den Pilgern benutzten Mess Track, dem heute der Wicklow-Trail folgt.

Übernachten/Essen Mi­chael Dwyer Pub/Glenmalure Lodge, ein Gast­hof am Tal­eingang mit hervorragender Kü­che (z. B. Lamm­braten) und einigen weni­gen Frem­den­zim­mern, die an den Wo­chen­enden ge­wöhn­lich über Monate hin­aus ausgebucht sind. Wer ein Zelt mit­bringt, kann auf der Wiese hinter dem Haus cam­pen. DZ 100 €. Tel. 0404 46188, www.glenmalurelodge.ie.

Glenmalure JH, 1 km oberhalb des Park­plat­zes, romantisch am Avonbeg River ge­le­gen (Fo­rel­len!). Ohne Strom und Tele­fon, dafür mit einem Plumpsklo über den Hof aus­gestattet. Auch Camping möglich. Bett 20 €. Juni-Aug. tägl. geöffnet, sonst nur Sa auf So. www.anoige.ie.

Wicklow und Umgebung

Der Hauptort des gleichnamigen Countys liegt eine halbe Auto­stunde südlich von Dublin an der Küste. Sehenswert ist das zum Museum umgestaltete frühere Gefängnis. Naturfreunde be­su­chen die Murrough Wetlands, ein bei Wasservögeln beliebtes Feucht­gebiet am Strand nördlich des Städtchens.

Im Wicklow Gaol geben ein poltern­der Aufseher und mehrere Ge­fan­gene Ein­blick in den Straf­voll­zug vergangner Zei­ten. Mary Morris bemüht sich, den Häft­lin­gen Le­sen und Schreiben bei­zu­brin­gen, und wer sich immer nur wie in einer Tret­mühle fühlte, kann eine solche hier live ausprobieren. Gruselig ist das Ver­lies, und auch die Vor­stel­lung, wie es auf dem Sträflingsschiff des psy­cho­pa­thi­schen Kapitäns Lu­ckyn Betts zuging, der die Rebellen von 1798 nach Austra­lien de­portierte, treibt uns einen Schau­der über den Rücken. Tea­room und Sou­ve­nir­shop runden den Besuch ab. Und hoffentlich haben Sie den Park­schein nicht ver­ges­sen: Das Büro der Stadt­wa­che, heute in Gestalt von Poli­tes­sen, ist noch immer gleich neben dem Ge­fäng­nis.

♦ Tägl. 10.30-16.30 Uhr. Einlass bis 15.30 Uhr; Eintritt mit Führung 10 €. Kilmantin Hill, www.wicklowshistoricgaol.com.


Gefängnismuseum Wicklow Gaol

Praktische Infos

Information Mo-Fr 9.30-13 und 14-17 Uhr. Fitz­william Sq, Tel. 0404 69117, www.visitwicklow.ie.

Verbindung Bus: Vor dem Grand Hotel hält die Buslinie 133 Dublin - Wicklow. Bahn: Bahn­hof 10 Gehminu­ten nördlich des Zen­trums.

Übernachten Wicklow Head Light­house, 3 km südlich der Stadt, hier können Sie sich ganz wie ein Leuchtturmwärter fühlen. Das un­gewöhnliche achteckige Ferienhaus aus dem Jahre 1781 verfügt heute über 2 Schlaf­zim­mer, Wohn­raum, Bad und Küche - die sich aller­dings 109 Stufen über dem Erdbo­den im obers­ten Stock befinden. 225-350 €/Nacht. Tel. 01 670 4733, www.irishlandmark.com.

Halpins Town House, fünf Gehminuten von der Haupt­straße, Zimmer mit WLAN und TV, teil­weise mit Blick auf den Fluss, freundliche Wir­tin. DZ 90 €. Bachelors Walk, Tel. 0404 69126, www.stayinginwicklow.com.

Essen & Trinken The Coffee Shop, ein De­li­katessengeschäft mit einigen Tischen im Laden, an denen man außer Kaffee, Tee und Kuchen auch wechselnde Mittagsge­rich­te, haus­gemachte Sandwichs, Quiche und Pie bekommt. Mo-Sa 9-17.30 Uhr. Fitz­wil­liam Sq.

Brittas Bay

Eine Nebenstraße (R 750) bringt uns von Wicklow an einen der schöns­ten Dü­nenstrände der Ostküste. Die rela­tive Nähe zu Dublin sorgt am Wo­chen­ende für viele Tagesausflügler, manche ver­bringen im Sommer gar die Nacht am Strand. Es gibt Toiletten, Duschen, Um­kleidekabinen, an den beiden Park­plät­zen warten mobile Imbissstände und Eisverkäufer.

Verbindung Bus Eireann Linie 2 hält 2 km landeinwärts am Jack White’s Pub. Parken Mai-Sept. 4 €.

Übernachten Ballinclea House, drei Gäste­zimmer in einem georgianischen Her­renhaus in Laufweite zum Strand - ein ech­ter Geheimtipp! DZ 90-100 €. Brittas Bay, Tel. 0404 47118, www.ballincleahouse.com.

Avondale-Park

Hier können Gälophile das Geburts­haus des Nationalhelden Charles Ste­wart Par­nell besuchen. Das im Stil der vik­torianischen Zeit ein­gerichtete Land­haus wird ab 2021 mit einer neuen Aus­stellung „At Home with the Parnell’s“ wieder geöffnet, auch den Garten soll man besuchen können. Highlights im Haus sind der Speisesaal mit hübschen Rokoko-Stuckaturen der Franchini-Brüder so­wie ein mächtiges Möbelstück, bei dem es sich um einen auf­klappbaren Koffer-Sekretär handelt, an dem Parnells Großvater auf Reisen seine Geschäfte führte - sozusagen ein archaisches Note­book. Die unmit­tel­ba­re Umge­bung des Hauses war dereinst Ver­suchsfeld für die Wiederaufforstung der Insel. Durch das Areal führen meh­re­re auf einem Faltblatt erläuterte Natur­lehr­pfade, ein­zelne Bäume wei­sen Blech­schild­chen mit dem bo­ta­nischen Namen auf, anderswo sind die mit verschiedenen Baum­arten be­pflanz­ten Parzellen deutlich zu unter­schei­den. Demnächst soll ein Baum­wip­felpfad gebaut werden. Spielplatz und Tea Room laden zur Rast.

♦ Parnell House und Arboretum: Juni-Aug. tägl. 11-17 Uhr, März/April & Sept./Okt. Di-So 11-16 Uhr; Einlass bis 1 Std. vor Schlie­ßung. Eintritt Haus 7 €. 2 km südl. von Rath­drum (R 752 zw. Wicklow und Laragh), 30 Geh­mi­nuten vom Bahn­hof. www.coillteoutdoors.ie.

Mount Usher Gardens

Der 8 ha große Garten mit exotischen Pflan­zen wurde um 1900 angelegt und zeigt die Gartenbaumode nach Pow­er­scourt: eine romantisch ver­wil­derte und möglichst naturnahe Robin­so­nade, die auf Sta­tuen, Rabatten, Be­go­nien und Geranien ver­zichtet. Erst beim ge­nau­en Hin­se­hen entdeckt man, dass in die­sem „Wald“ Palmen, Erd­beer­bäume und an­de­re Exoten wachsen und die schein­bar natürliche Ufer­land­schaft eine große Insze­nie­rung der Land­schafts­archi­tek­tur ist, für die Pflan­zen gerade­so als Deko­ration ein­ge­setzt werden wie Mini­atur-Hän­ge­brücken und künst­liche Wasserfälle. Der weit­ge­hen­de Verzicht auf Blumen und die Be­schrän­kung auf nur eine Sze­nerie, näm­lich besagte „Ufer­land­schaft“, ent­täu­schen man­chen Be­su­cher.

♦ Tägl. 10-16 Uhr; Einlass bis 15.15 Uhr; Eintritt 8 €. Der Garten ist in Ashford, an der R 750, 6 km nordwestlich von Wicklow. www.mountushergardens.ie.

National Garden Exhibition Centre

„Als Gartenliebhaber konnten wir in Irland viele Gärten besichtigen und haben dabei meist großräumige Land­schafts­parks und we­nige kleinräumige Haus­gärten oder Cottage Gardens wie in England gefunden. Das Centre bietet in dieser Richtung mehr als jede Lan­des­garten­schau“, loben Leser in einem Brief. Das Centre zeigt 20 Hausgärten mit ganz ver­schie­denen Themen, die von den füh­renden Garten­designern Ir­lands ent­worfen wur­den. Die einzelnen Gär­ten sind seit mehr als zehn Jahren in eine schöne Ge­samt­an­lage integriert. Sehr abwechs­lungsreich, sehr gepflegt, gut ausgeschildert. Zur Stärkung gibt es einen Tearoom.

♦ Mo-Sa 9-18, So 11-18 Uhr; Eintritt frei. Kilquade. Von Dublin kommend N 11 bis Kilped­der, dann den Schildern zum NGEC fol­gen. Von Wexford kommend, muss man die Aus­fahrt Newtown Mt. Kennedy nehmen. www.arboretum.ie.

Anregungen zum Besuch weiterer Gär­ten im County Wicklow, die ihre Tore für die Öffentlichkeit öffnen, finden Sie unter www.visitwicklow.ie → See & do → Gar­dens & Historic Homes.


In den Wicklow Mountains

Irland Reiseführer Michael Müller Verlag

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