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So könnte es weitergehen – einige allgemeine Prinzipien
ОглавлениеImmer wieder sind die Gruppenteilnehmer (und ich auch) davon fasziniert, wie in einer Gruppe von untereinander vorerst fremden Menschen sich bereits nach wenigen Stunden gemeinsamer Erfahrung des Gestaltansatzes eine Vertrautheit und emotionale Tiefung, sowie Nähe entwickeln kann. In den meisten anderen Gruppen würde dies selbst nicht nach Jahren eintreten.
• Wie kommt es dazu?
• Was fördert diesen Prozess?
• Was behindert ihn?
• Welche anscheinend simplen Methoden stehen mir als Gestaltgruppenleiter hierbei zur Verfügung?
• Welche innere Haltung ist notwendig?
• Welche einfachen ersten Impulse kann ich als Gestaltgruppenleiter geben, um wie scheinbar aus dem Nichts wichtige Themen der einzelnen Gruppenmitglieder aufzudecken?
• Welche Interventionen stehen mir zur Verfügung, um typische Beziehungsmuster einzelner Teilnehmer durch die Interaktionen unter ihnen prägnant in den Vordergrund treten zu lassen?
Einiges davon ist schon im vorigen Kapitel im Hinblick auf den inneren Supervisor beschrieben worden. Es folgen einige wichtige ergänzende Prinzipien, die für den Gruppenprozess förderlich sind.
Figur-Hintergrund als Orientierungshilfe
Im Prinzip gibt es nur eine notwendige Anweisung, die der Gruppenleiter seiner Gruppe geben muss: Achte auf das, was in den Vordergrund kommt, was dich beschäftigt und bewegt. Es ist dabei wichtig, als Gruppenleiter selbst viel Raum und Zeit zu geben, damit etwas geschehen kann, dass es zu einer Figurbildung kommen kann, die sich aus dem Gruppengeschehen heraus entwickelt.
Der unerfahrene Gruppenleiter wird noch wenig Vertrauen in diesen Selbstregulierungsprozess haben, woher auch! In den meisten pädagogisch-therapeutischen Veranstaltungen gibt es einen geplanten Ablauf, vorher definierte Ziele und Methoden. Die Gruppenmitglieder werden mit ihrer Erwartungshaltung das Übrige dazu beitragen, dass sich der Gruppenleiter unter Druck gesetzt fühlt und sich für die Gestaltung der Gruppe allein verantwortlich fühlt.
Mit zunehmender Erfahrung fällt es leichter abzuwarten, um dann auf die Impulse und Interessen der Gruppenmitglieder einzugehen. Meine Maxime ist dabei, so wenig wie möglich und nur soviel wie nötig vorauszuplanen.