Читать книгу Vom blauen Dunst zum frischen Wind - Cornelie C Schweizer - Страница 17
2.5.2Durch das Rauchen bedingte Erkrankungen
ОглавлениеZu den bekanntesten Folgeerkrankungen des Rauchens gehören chronisch obstruktive Bronchitiden, Lungenemphysem, koronare Herzkrankheit und das sogenannte »Raucherbein«, eine Durchblutungsstörung der unteren Extremitäten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen bei den durch das Rauchen verursachten Gesundheitsschäden an erster Stelle, in Deutschland ist von jährlich 80.000 bis 90.000 Neuerkrankungen auszugehen. Chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen nehmen derzeit weltweit den sechsten Platz der Erkrankungsliste ein und werden bei weiter zunehmender Anzahl von Tabakkonsumenten in 20 Jahren an die dritte Stelle vorrücken (Haustein 2001).
Seit einigen Jahren wird über den ursächlichen Zusammenhang zwischen Krebs und Rauchen auf jeder Zigarettenpackung und jedem Werbeplakat informiert, bekannt ist er aber schon länger. »1937 wurde die Entstehung von Krebs durch Zigarettenrauchen tierexperimentell erwiesen, 1938 die kürzere Lebenserwartung von Rauchern gegenüber Nichtrauchern erstmals statistisch belegt. Anfang der 1950er Jahre wurde der Nachweis erbracht, dass Rauchen Lungenkrebs fördert« (Elbert u. Rockstroh 1990). Die häufigsten Krebsarten aufgrund des Rauchens sind das Plattenepithelkarzinom der Lunge sowie Karzinome des Kehlkopfes. Dabei steigt das individuelle Krebsrisiko proportional mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und der zeitlichen Dauer der »Raucherkarriere«.
Konsumart und -hõhe | Anzahl pro Tag (in Stück) | Erhõhtes Krebsrisiko |
Pfeifen- und Zigarrenrauchen | keine Angabe | 3,7-fach |
Zigarettenrauchen | 1–10 | 4,6- bis 11-fach |
11–20 | 18,6-fach | |
21–35 | 31,6-fach | |
mehr als 35 | 43,6-fach |
Tab. 3: Erhöhung des Krebsrisikos in Relation zur Konsumhöhe
Tabakkonsum spielt erwiesenermaßen eine ursächliche Rolle bei
•60 bis 90 % aller Lungen- und Bronchialkrebserkrankungen
•30 bis 70 % aller Blasenkrebserkrankungen
•30 % aller Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankungen
Die Kombination von Alkohol und Tabakrauch ist mit hoher Wahrscheinlichkeit verantwortlich für
•85 % aller Kehlkopfkrebserkrankungen
•60 bis 80 % aller Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Rachens
•75 % aller Speiseröhrenkrebserkrankungen (Deutsche Krebshilfe 1996)
Schockiert über die beängstigenden Gesundheitsschäden durch das Rauchen wechselt mancher Raucher zu Zigaretten mit Filter; die Schadstoffaufnahme verringert sich dabei jedoch allenfalls um 20 %. Auch der Effekt sogenannter »Lightzigaretten« ist zweifelhaft, in der Regel wird hier tiefer inhaliert, der »Light-Effekt« also direkt ausgeglichen (Deutsche Krebshilfe 1996). In diesem Zusammenhang gilt als gesichert, dass durch die tiefe Inhalation eine Zunahme von Adenokarzinomen der Lunge zu beobachten ist, die in jüngster Zeit vor allem bei Frauen – welche häufiger Lightzigaretten konsumieren – diagnostiziert werden und eine besonders ungünstige Prognose haben. Filterzigaretten oder Lightzigaretten vermindern das Krebsrisiko also nicht, sondern verursachen im Gegenteil unter Umständen noch schwerwiegendere Erkrankungen (Haustein 2001).
Potenzstörungen gehören zu den weniger bekannten Nebenwirkungen des Rauchens, vor allem in Verbindung mit erhöhten Cholesterinwerten oder Diabetes löst Nikotin diese jedoch erwiesenermaßen aus. In einigen Ländern wird aus diesem Grund auf Zigarettenpackungen vor Impotenz gewarnt.
Ebenfalls kaum bekannt sind die Wirkungen des Rauchens auf Zahnfleisch und Kiefer. Raucher haben ein dreifach erhöhtes Parodontose-Risiko. Das Immunsystem der Mundhöhle wird geschädigt, der Kieferknochen abgebaut, Frühwarnzeichen wie Zahnfleischbluten bleiben zudem, anders als bei Nichtrauchern, bei Rauchern aus (dpa, 2. 3. 2002).
Häufige Raucherschäden treten auch an den Nieren auf, wobei besonders im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus die Nierenfunktion zunehmend eingeschränkt wird. Erhöhte Risiken wurden außerdem bei Fertilitätsstörungen, dem gehäuften Auftreten kindlicher Leukämien und Hirntumoren, bei Osteoporose und Erkrankungen der Augen mit nachfolgender Erblindung sowie der Ausbildung lymphatischer Leukämien nachgewiesen (Haustein 2001).