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2.2 Der Konflikt

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Natürlich wäre es wünschenswert, so „problematische Nachbarn“, wie technische Einrichtungen und Bäume, vor allem deren Wurzeln, möglichst weit voneinander entfernt zu wissen. Doch unsere Städte sind eng, die Grundstückspreise hoch und kaum ein Stadtplaner hat es in den letzten Jahren oder Jahrzehnten gewagt, Baumstreifen in ausreichender Breite und frei von Ver- und Entsorgungseinrichtungen vorzuschlagen. So kam es zu den bekannten Problemen, auf die die betroffenen Dienststellen – respektive die beteiligten Personen – sehr unterschiedlich reagierten.

Da waren „auf der einen Seite“ die „Techniker“, die die Priorität eindeutig bei der „Versorgungssicherheit“, der Unversehrtheit ihrer Einrichtungen sahen und auf unkalkulierbare Haftungsfragen z. B. bei undicht gewordenen Gasleitungen verwiesen. Die mit Argusaugen bei jeder Aufgrabung auf Baumwurzeln achteten und sie als Beweisstücke sicherstellten, auch wenn diese nur um „ein dünnes Kabel“ herum gewachsen waren. Sie wurden wie Trophäen präsentiert, wenn mit den „Baumleuten“ wieder einmal über die Pflanzung von Straßenbäumen gesprochen werden musste.

Auf der anderen Seite“ standen die „Baumleute“, die Bilder von abgerissenen Baumwurzeln und verletzten Bäumen aus ihren Taschen zogen und dadurch entstehende Fäulen und Beeinträchtigungen der Verkehrssicherheit ins Feld führten. Sie forderten Platz für ihre Baumpflanzungen und behaupteten, damit „dem Auftrag von Rat und Verwaltung“ zu folgen. Hin und wieder maßten sie sich an, darauf hinzuweisen, dass sie nur von ihrem Recht Gebrauch machen wollten, denn die Straße sei schließlich Eigentum der Kommune.

Jahrbuch der Baumpflege 2021

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