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Die Waldler wollen einen Nationalpark

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Solchen Unkenrufen zum Trotz scharten sich die Nationalparkbefürworter um Hubert Weinzierl und gewannen – über Parteigrenzen hinweg – die Unterstützung der kommunalen und regionalen Politiker aus dem Bayerischen Wald. Schon im August 1966 stimmten die Bezirksregierung von Niederbayern und die betroffenen Landkreise Wolfstein und Grafenau (heute Landkreis Freyung-Grafenau) geschlossen für die Nationalparkidee. Einer der engagiertesten Mitstreiter war der damalige Grafenauer Landrat Karl Bayer (Sohn eines Waldarbeiters aus dem Steigerwald), der in Spiegelau als Forstmeister das Sägewerk der Bayerischen Staatsforstverwaltung leitete. Bayer ging es nicht nur um die wirtschaftliche Entwicklung im Bayerischen Wald, er war auch ein überzeugter Naturschützer.


Karl Bayer war unter den Kommunalpolitikern vor Ort der wichtigste Unterstützer des Nationalparks Bayerischer Wald.

„Und so sage ich abschließend noch einmal, die Natur kann gar nicht streng genug geschützt werden. Der Mensch wird nur leben und überleben, wenn er Natur und Umwelt gesund erhält. Mit jedem Stück Natur, das wir zerstören oder zerstören lassen, zerstören wir einen Teil der Zukunft unseres Volkes, unserer Gemeinden, unserer Bürger. Wer es wirklich ernst meint mit der Forderung „der Mensch geht vor“, dem kann es mit dem Naturschutz gar nicht ernst genug sein, der wird in Zukunft mit uns, den Naturschützern, sein müssen.“

(Karl Bayer 1976)

In der wirtschaftlich kaum entwickelten und benachteiligten Grenzregion gewann die Nationalparkidee immer mehr Freunde. Lediglich die Bayerische Staatsforstverwaltung lehnte den Nationalpark von Anfang an entschieden ab. Um besser zu verstehen, weshalb Jäger und Forstverwaltung dieser Entwicklung und Waldnationalparken bis heute so starken Widerstand entgegensetzen, muss man einen kurzen Blick in die Geschichte der deutschen Wälder werfen.

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