Читать книгу Die Krieger des Horns - Eismond - Josefine Gottwald - Страница 6
I
Piper
ОглавлениеAls ich die Halle betrete, umfängt mich der Duft von Sägemehl und Heu. Hunderte Menschen suchen auf den Tribünen nach den besten Plätzen, aber die Arena ist noch leer. Hinter transportablen Boxen aus Aluminiumstangen erkenne ich die Ohrenspitzen der Wildpferde, von Zeit zu Zeit recken sie neugierig die Köpfe und schnuppern mit ihren Nüstern über das Gitter hinweg. Aufregung ergreift mein Herz und lässt es schneller schlagen.
Robin kaut lässig auf einem Halm und lehnt einen Arm über die Bande, die die Tribüne von der Arena trennt. Seine Augen blitzen vergnügt unter der Hutkrempe, als er fragt: „Das ist genau das, womit man dich begeistern kann, was, Piper? Wilde Pferde, raue Burschen, die sie zähmen …“
Ich grinse, aber kann dem nichts Schlagkräftiges entgegensetzen.
„Es ist wohl eher die Arbeit, die dahinter steckt“, erkläre ich. „Wie Cowboy und Pferd gemeinsam als Team agieren und kommunizieren, ohne dass es für Außenstehende sichtbar ist. Die Aufgabe, ein völlig wild gefangenes Pferd, das keine Menschen kennt, in nur hundert Tagen zu seinem Partner zu machen, zu erreichen, dass es dir vertraut, ist selbst für viele erfahrene Reiter ein Ding der Unmöglichkeit. Ich bewundere einfach die Männer, die das schaffen.“
„Ich weiß“, sagt er, noch immer grinsend. „Reines sachliches Interesse! Claro, Chica!“
Nach meinem kleinen Vortrag hole ich tief Luft. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, Robin. Du bist natürlich immer noch mein Lieblings-Cowboy!“
Er lacht, aber in seinem Blick liegt eine bittere Note. „Querida“, er dehnt das Wort und sieht in die Ferne. „Wir wissen beide, dass das nicht stimmt!“
Ich antworte nicht, aber ich weiß, dass wir unsere Gedanken teilen. Wir erinnern uns an die Zeit mit Andy, und meine Augen werden feucht dabei.
Ich tue so, als würde ich Staub wegblinzeln, als Dina und Brendan die Treppe heraufstürmen – beide beladen mit Softeis, das ihnen fast aus den Händen fällt.
„Mein Gott, ist das toll!“, ruft meine Freundin schon von Weitem und schüttelt ihr rotes Haar. „Habt ihr die ganzen Pferde gesehen?“ Ich will gerade entgegnen, dass wir sie natürlich gesehen haben, doch sie lässt mich gar nicht zu Wort kommen. „Ich bin so gespannt auf die Show. Auf dem Abreiteplatz ist gerade Billy Oldfield, der berühmteste Zureiter im ganzen Red River Valley, könnt ihr euch das vorstellen?“
„Nein, wirklich?“, äußert Robin theatralisch. „Wo hast du ihn gesehen?“ Übertrieben reckt er den Hals.
Dina knufft ihn mit dem Ellbogen in die Rippen. „Hier, nimm dein Eis, du Idiot!“
Sie übergibt mir auch meine Waffel, und während sie sich das Softeis von den Lippen leckt, lässt sie ihren Blick durch die Halle schweifen.
„Ach weißt du, ist schon okay, Robin“, sagt sie plötzlich großzügig. „Es kann ja nicht jeder so gut aussehen wie er! … Oder so gut reiten!“
Damit hat sie seinen empfindlichen Punkt getroffen. Empört über diese Behauptung setzt er zu einer Rechtfertigung an, doch dann kreuzen sich unsere Blicke und Robin besinnt sich und gibt sich geschlagen. „Ich bin tief in meiner Ehre gekränkt!“, behauptet er und legt die Hand aufs Herz. „Was meinst du, Brendan, können wir unseren guten Ruf wiederherstellen?“
Brendan hat unserem Gespräch keine Beachtung geschenkt, sondern die ganze Zeit die Pferde in ihren Boxen beobachtet. Das und das Eis, was schon auf seine Hand tropft, fordern seine ganze Aufmerksamkeit, und er reagiert erst, als Robin seine Frage mit Nachdruck wiederholt.
„Was? Oh ja, sicher. Schätze, gegen Billy Oldfield hast du schlechte Chancen …“
„Da hörst du es!“, triumphiert Dina. Und an mich gewandt fügt sie hinzu: „Wir lassen uns doch nicht mit jedem dahergelaufenen Cowboy ein, was, Piper? Schmeckt eigentlich das Eis? Oh Mann, das ist alles so aufregend, schade, dass Andy nicht hier sein kann …“
Ich muss schlucken, dann senke ich den Blick und ziehe den Hut tiefer in die Stirn. „Wirklich schade“, sage ich leise.
Brendan sieht Dina an wie versteinert. „Was hast du da gerade gesagt?“ Sein Eis tropft in das Sägemehl der Arena.
Dina blickt schuldbewusst zu mir. Aber ich beachte sie nicht. Ich habe nicht vor, es noch schlimmer zu machen. Reden wir nicht mehr darüber; er ist fort und es lässt sich nicht ändern.
„Es war damals seine Idee, nach Dallas zu fahren“, sagt Robin ruhig. „Er wäre sicher genauso begeistert wie du.“
Ich sehe ihn lange an.
„Ganz bestimmt sogar“, antwortet Dina kleinlaut.
Brendan hat sich wieder gefasst und schreitet entgegen seiner Gewohnheit ausnahmsweise voran. „Komm, Piper, gehen wir lieber unsere Plätze suchen! Es geht bestimmt bald los.“
* * *
Die Show wird fantastisch. Ich bin begeistert, als ich all die Mustangs sehe, die vor einem halben Jahr noch völlig wild in der Prärie umherliefen und dann für einen guten Zweck von den besten Ausbildern des Landes gezähmt wurden, um für die bedrohten Tiere Werbung zu machen und vielleicht den einen oder anderen Pferdefreund dazu anzuregen, ein Pferd zu ersteigern oder Geld zu spenden, damit die Behörde die wilden Herden und ihren Lebensraum erhalten kann.
„Ich werde eins kaufen!“, sagt Robin gleich, als das erste braune Pferd die Bahn verlässt und auch schon das nächste im vollen Galopp in die Arena kommt. Sein Reiter pariert sanft durch – mit beinahe unsichtbaren Hilfen – und wechselt in einen versammelten Trot. Er reitet große Kreise, um den Hengst von allen Seiten zu zeigen, während der Moderator der Vorführung Pferd und Cowboy vorstellt.
„Er ist es! Billy Oldfield!“, kreischt Dina und zappelt mit den Füßen vor Aufregung. Robin und Brendan rollen mit den Augen.
Sie sieht erwartungsvoll zu uns, doch niemand teilt ihre Reaktion.
„Ach, ihr habt doch keine Ahnung!“, winkt sie ab und fährt fort, genüsslich ihr Eis zu schlecken und nebenbei Billy Oldfield aus der Ferne anzuhimmeln.
Brendan und ich sehen uns an und zucken mit den Schultern.
„Da hat sie wohl recht“, meint er nur.
Robin muss sich eine ironische Bemerkung verkneifen.
„Welches wirst du nehmen?“, frage ich ihn, um das Thema wieder aufzugreifen.
„Sicher nicht dieses!“, entgegnet er sofort. Dafür erntet er einen grimmigen Seitenblick von Dina. Aber er stochert weiter in der Wunde herum: „Es ist viel zu schmal gebaut und steht nicht gut an den Hilfen. Für die Zucht nahezu überhaupt nicht geeignet, wahrscheinlich würde es auf der Ranch keine drei Monate durchhalten.“
Abfällig mustert er das Pferd, das unter seinem hervorragenden Reiter eine erstklassige Dressur vorführt – in meinen Augen eine Wahnsinnsleistung für eine Ausbildung von hundert Tagen und wahrscheinlich viel mehr, als ich mir mit meinen Mustangs jemals erhoffen darf. Begeistert klatsche ich Beifall und erhebe mich mit Dina von den Sitzen, als Billy dem Publikum dankt und den Damen Küsse zuwirft, bevor er das Pferd aus der Bahn reitet. Dina jubelt und pfeift ihm hinterher, von den Jungs kommen nur verständnislose Blicke.
Als Dina sich wieder beruhigt hat, sagt sie zu Robin: „Vielleicht solltest du selbst mitmachen, wenn du dich so gut auskennst, Señor Profi-Ausbilder!“
Er ignoriert ihren Kommentar – und ich merke ich ihm die ganze Übung an, die er inzwischen dabei hat. Aber seine glühenden Augen wittern eine Herausforderung, und er antwortet: „Vielleicht werde ich das ja.“
Das Pferd, das Robin aussucht, ist für einen Mustang weder groß noch klein, weder kräftig noch zierlich und weder scheu noch gleichgültig. Sein Temperament ist aufmerksam und ruhig; als wir es in der Box beobachten, dreht es uns den Kopf und beide Ohren zu, um zu schauen, wer sich ihm nähert. Es entspricht in allen Merkmalen dem typischen Bild eines Mustangs, mit fünf Fuß Schulterhöhe und einem edlen, aber gleichzeitig zähen Charakter. Es ist ein tiefbrauner Hengst, der von einem erfahrenen, aber wenig bekannten – weil wahrscheinlich nicht so gutaussehenden – Ausbilder zu einem verlässlichen Reitpferd gemacht wurde und nun in die Mustangzucht der Davis Ranch in Coastville eingehen soll.
„Wusstet ihr, dass die Mustangs von spanischen Pferden abstammen?“, fragt Brendan und setzt zu einer weiteren Erklärung an. Aber Robin unterbricht ihn: „Natürlich wissen wir das. Nur die spanischen Pferde haben diese Kopfhaltung und diesen edlen Körperbau. Sie sind stolze Tiere.“
„Genau wie ihre Besitzer!“, sagt Dina und tauscht mit mir einen wissenden Blick.
„Was?“, fragt Robin. „Ach, ihr habt keine Ahnung, Chicas!“ Er zwinkert mir zu.
Als ich ihn kennenlernte, musste ich mich erst daran gewöhnen, dass er ständig zu flirten versuchte, aber mittlerweile weiß ich, dass es ihm Spaß macht und er sich nichts davon verspricht. Bei jedem anderen Mädchen vielleicht, aber nicht bei mir. Und natürlich erst recht nicht bei Dina, aber mit ihr flirtet er ohnehin nicht. Doch das beruht auf Gegenseitigkeit. Wenn man sie fragt, können sie sich nicht ausstehen, aber ich glaube, sie würden ohne zu zögern ihr Leben für den anderen riskieren, wenn es darauf ankäme.
Brendan ist anders. Ich denke, sie können ihn beide nicht so richtig verstehen. Robin hält ihn für einen Feigling, weil er nicht so draufgängerisch ist wie er, und Dina interessiert sich nicht für ihn, weil er jünger ist als sie und nicht so aufregend wie andere Jungs – zumindest nicht so wie Billy Oldfield! Noch dazu glauben sie beide, dass er eine Schraube locker hat, weil er manchmal von Dingen redet, von denen wir alle keine Ahnung haben. Aber ich möchte ihn um nichts in der Welt eintauschen. Sie alle drei nicht. Wir haben gemeinsam so viel erlebt, was wir niemandem erzählen können. Es hat uns aneinander gebunden wie der Eid, den wir leisten mussten.
„Wir nennen ihn Espejo“, verkündet Robin, während er seinem eben erworbenen Hengst stolz über das Fell fährt.
„Wie der Spiegel“, übersetze ich mit meinen schwachen Spanischkenntnissen. „Das ist passend.“
„Warum denn?“, fragt Dina, und obwohl ich nicht glaube, dass Robin viel dabei im Sinn hatte, außer der klaren braunen Pferdeaugen, erklärt uns Brendan: „Weil er dir zeigen wird, wie du bist. Ein Pferd kann dir besser deine Fehler offenbaren als ein Mensch – vor allem ein junges, das noch unvoreingenommen ist.“
Dabei lässt er es bewenden. In Dinas Blick ist ein typisches „Hä?“ zu sehen, aber ich versinke in meinen Gedanken.
„Du hast recht“, sage ich dann und streichele das Pferd. „Ein wirklich schöner Name.“
„Lasst ihn uns einpacken und nach Hause fahren“, schlägt Robin vor, „hier sind wir fertig. Oder willst du dir noch ein Autogramm holen, Dina?“
Im ersten Moment kann sie über diese Bemerkung nur müde lächeln, aber dann überlegt sie ernsthaft, ob sie die Gelegenheit ergreifen soll.
„Ich bin gleich wieder da“, sagt sie zu mir und verschwindet mit einem breiten Grinsen.
Als wir Espejo verladen haben, sitzen wir alle in Robins altem MG und ich frage Dina, ob sie Erfolg hatte.
„Ach, da standen so viele Mädchen um ihn herum … Da kam ich mir richtig bescheuert vor“, sagt sie leise, ohne mich anzusehen.
Ich begegne Robins Blick im Rückspiegel. Eine kleine Falte auf seiner Stirn verrät mir, dass er versucht zu ergründen, was ich denke – nein, wohl eher, was ich fühle. Ich beiße mir auf die Lippe.
Brendan tut abwesend, seine Augen sind auf die Straße gerichtet, aber seine Konzentration gilt unserem Gespräch auf der Rückbank.
„Ist doch auch egal“, sagt Dina und sieht aus dem Fenster.
„Er hat viele Fans, was?“, frage ich, um sie aufzuheitern. Aber sie hört mir nicht zu und blickt in die Ferne.
„Ist ja nicht wichtig. Wahrscheinlich war es albern, sich so einer bedeutungslosen Schwärmerei hinzugeben.“
Wahrscheinlich war es das, denken wir wohl alle, aber wir schweigen. Auch Dina sagt nichts mehr, doch die Enttäuschung ist ihr deutlich anzusehen.
Seit unserer Reise durch die Ewigen Welten vor einem Jahr kommt sie mir manchmal verändert vor. Natürlich, wir alle haben uns verändert, aber ich weiß nicht, was ich davon halten soll. In Momenten, in denen sie lacht, bin ich froh, dass sie glücklich sein kann, aber nun ist da wieder dieser Blick, wie eine unerfüllte Sehnsucht, die sie ergriffen hat und nicht mehr loslässt. Dabei war diese Zeit geprägt von Furcht und Schrecken – vor allem für mich.
* * *
Obwohl wir uns zeitig auf den Weg gemacht haben, kommen wir erst spät in der Nacht auf der Ranch an; die Fahrt von Dallas nach Coastville dauert sieben Stunden, selbst über die Interstate. Ich bin heilfroh, endlich aus der Ferne die Koppeln zu sehen, und halte in der Dunkelheit Ausschau nach den Mustangs.
„¿Que pasa?“, murmelt Robin, als er das Hoftor passiert. Ich starre angestrengt in die Schwärze vor uns, bis der Bewegungsmelder die Einfahrt beleuchtet.
Auf dem Hof steht ein fremder Pferdehänger. Um diese Zeit? Dina und ich blicken uns fragend an.
Als Robin den Wagen parkt und den Motor abstellt, wiehert Espejo im Anhänger, und im Haus geht ein Licht an. Wir steigen aus und Señor Davis eilt die Stufen herab auf uns zu. Robin wirft demonstrativ die Tür zu, als wäre sein Vater ihm eine Erklärung schuldig, aber bevor er danach verlangen kann, ruft Señor Davis erfreut: „¡Chicos! Schon zurück! Robin, mi Hijo, ich möchte dir jemanden vorstellen!“
Robin erwidert etwas Unfreundliches, das ich nicht verstehe, und tut sehr geschäftig, als er die Rampe des Hängers runterlässt und sein Pferd losbindet.
„Sei vernünftig!“, ermahnt ihn sein Vater und mir kommt es vor, als würde er absichtlich nicht in seiner Muttersprache sprechen, damit wir alle ihn verstehen. Er geht ein paar Schritte auf seinen Sohn zu und ich sehe aus dem Augenwinkel, wie hinter ihm in der Tür eine schlanke Gestalt erscheint. Es ist ein junger Mann, der sich gegen den Türrahmen lehnt und uns unter seiner schwarzen Hutkrempe beobachtet.
Robin führt das Pferd aus dem Hänger. Espejo geht gehorsam zurück und rundet dabei den schönen Hals. Als er wieder mit seinen vier Hufen auf festem Boden steht und den edlen Kopf hebt, verschlägt es uns allen die Sprache. Seine Nüstern sind gebläht und er wiehert noch einmal, bis von den Koppeln eine Antwort ertönt.
„Du hast einen Hengst gekauft?“ Jeremy Davis starrt seinen Sohn an, als hätte er soeben seine Seele verpfändet, aber es gelingt ihm, den Ärger in seiner Stimme hinter Überraschung zu verstecken.
„Zorro wird alt, wir brauchen irgendwann frisches Blut in der Herde, die Hälfte der Stuten sind seine Töchter. Und es ist einfacher, einen Hengst zu ersetzen als eine Herde Stuten“, erwidert Robin sachlich, aber ich höre einen leisen Trotz aus seiner Stimme. Natürlich reitet er viel lieber einen Hengst. Ich beiße mir auf die Lippe, um nicht zu grinsen.
„¡Bueno!“, sagt Señor Davis versöhnlich, „aber dann akzeptiere du bitte auch meine Veränderung. Du weißt, dass ich keine Wahl hatte, ich musste noch jemanden auf den Hof holen.“ Er folgt seinem Sohn notgedrungen, als er das Pferd in den Stall führt.
„Ich dachte, wir waren uns darüber einig!“, zischt Robin; und Dina, Brendan und ich wissen noch immer nicht, worum es geht. Unschlüssig blicke ich zu dem Mann im Haus, Dina lehnt noch immer genervt am Auto und Brendan hält sich an der Beifahrertür fest.
„Er kam zu mir. Ich musste die Gelegenheit ergreifen, so kann es nicht weitergehen!“, höre ich Robins Vater aus dem Stall, obwohl er es als Herr des Hauses ja gar nicht nötig hätte, sich zu erklären. Ich frage mich allmählich wirklich, was so schwer wiegen kann, dass sie darüber streiten, aber Dina und Brendan scheint das nicht zu interessieren, sie wollen nur nach Hause.
Dann fällt Robins Vater doch in seine Muttersprache zurück, als er beschließt: „Hablamos mañana.“ Wir reden morgen. Robin sagt gar nichts mehr.
Der junge Mann verlässt das Wohnhaus und eilt mit zwei Sätzen die Stufen hinab.
Die Señora des Hauses, Celeste Davis, ruft ihm hinterher, aber er murmelt nur „Guten Abend!“ im Vorbeigehen. Bevor ich etwas erwidern kann, ist er in seinem Jeep, wendet den Wagen mit dem Hänger und jagt mit heulendem Motor vom Hof.
Celeste ist nach draußen getreten und schüttelt traurig den Kopf. „So ein netter Junge! Er muss es doch verstehen!“ Ich weiß nicht, ob sie Robin meint oder den Fremden, aber ich habe auch nicht mehr die Kraft, darüber nachzudenken. „Möchtet ihr noch eine Schokolade, Chicos?“, fragt sie, aber wir lehnen höflich ab. Wahrscheinlich brauchen sie erst mal ein wenig Zeit für die Familie. Morgen sieht sicher alles anders aus.