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IV. Die Menschenwürde im Werk Georg BüchnersBüchner, Georg

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Die Menschenwürde ist das zentrale Thema im Oeuvre Georg BüchnersBüchner, Georg.1 Mit beeindruckender Vehemenz fordern seine Texte die AchtungAchtung der Würde des Einzelnen ein. Sein literarisch-ästhetischer Umgang mit diesem Begriff lässt sich als konsequente Abkehr vom Menschenwürdeverständnis der von Heine geächteten „Kunstperiode“ beschreiben, als Distanzierung von seinem „Lieblingsfeind“,2 dem „Idealdichter“3 SchillerSchiller, Friedrich, und dessen Würdebegriff. Doch das greift zu kurz: Zum einen ist in den Gymnasialschriften Schiller durchaus noch die entscheidende Bezugsgröße, zum anderen greift Büchner Tendenzen auf, die auf den vorangegangenen Seiten benannt wurden: die Apologie des IndividuumsIndividuum, die bei J.M.R. LenzLenz, Jakob Michael Reinhold und K.P. MoritzMoritz, Karl Philipp (in der Erfahrungsseelenkunde) zu beobachten ist, der Fokus auf die KreatürlichkeitKreatürlichkeit und die soziale Bedingtheit des Menschen, die Lenz betont, die von LessingLessing, Gotthold Ephraim formulierte MitleidsMitleid- und Empathiepoetik, die in gesteigerter Form auch bei KotzebueKotzebue, August von zu finden ist, schließlich literarisch artikulierte und ästhetisch transportierte Kritik an Ausbeutung und GewaltGewalt. In den im Folgenden analysierten Texten – den Gymnasialschriften über den Freitod, dem Hessischen Landboten, Lenz und schließlich Woyzeck –, die jeweils einen ganz eigenen Beitrag zum Menschenwürdediskurs liefern, radikalisiert Büchner diese Ansätze. Zusammen ergeben sie die Dimensionen einer revolutionären Ästhetik der Menschenwürde.

Literarische Dimensionen der Menschenwürde

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