Читать книгу Die Krabel - Milan Vrano - Страница 4

EINLEITUNG

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Der Große Schwarze Rabe ist ein einsamer Gott, denn er ist allein. Er hasst Krähen, sonst hätte er welche. Und er hasst andere Götter neben sich. Seine Weigerung, ja, sein Unvermögen, sich mit einer anderen Göttin oder einem anderen Gott zu vereinigen, ist das, was ihn ausmacht. Er ist isoliert, und er ist dies seit dreitausend Jahren. Die Krabel ist hierfür eines der deutlichsten Zeugnisse. Andere Götter wie zum Beispiel die der Elstern konnten durchaus miteinander und nebeneinander existieren, der Große Schwarze Rabe kann es nicht. Er ist und bleibt allein und kann es doch nicht sein: allein sein ist anstrengend und öde. Unaufhörlich verlangt er also nach Zuwendung von den Vögeln dieser Welt. Von allen Vögeln. Sein Verlangen nach Aufmerksamkeit und Bestätigung ist total. Und da er ein mächtiger Rabe ist, rächt er sich, wenn die Zuwendung ausbleibt. Was also tun mit diesem eifersüchtigen Raben, diesem Gott, der schnabelstarrig darauf besteht, dass sich immerzu nichts verändert und alles unaufhörlich beim Alten bleibt und dessen Anhänger unter den Vögeln seit ebenfalls dreitausend Jahren ausschließlich nur Unsinn machen?

Der Große Schwarze Rabe muss aus der Einsamkeit seiner Macht erlöst werden. Er muss aus seiner Isolation herauskommen und sich mit anderen Göttern oder Göttinnen verbinden und vereinigen. Es gibt so viele andere Götter, die er besuchen könnte…


Die Krabel

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