Читать книгу Gewalt und Mobbing an Schulen - Wilfried Schubarth - Страница 13

Hate Speech – eine neue Herausforderung auch für Schule?

Оглавление

In jüngster Zeit scheint das friedliche Zusammenleben durch neue Formen von Hass, Hetze und Diskriminierung in den Sozialen Netzwerken zunehmend bedroht. Die Auseinandersetzung mit Hate Speech ist zu einer gesellschafts- und bildungspolitischen Herausforderung geworden, der sich auch die Institution Schule nicht entziehen kann. Fast jeder Jugendlicher hat schon Erfahrungen mit Hass im Netz gemacht. Zwar ist Hass gegen bestimmte Gruppen, z. B. wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe oder sexuellen Orientierung, keineswegs neu. Dieser Hass hat aber offenbar als alltägliche Erscheinung eine neue Dimension angenommen. Die Institution Schule mit ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag ist dabei in doppelter Hinsicht gefordert: Zum einen ist Hate Speech kein reines Onlinephänomen, sondern kann auch das schulische Zusammenleben beeinträchtigen. Zum anderen ist Schule als demokratiebildende Instanz dafür prädestiniert, Hate Speech durch die Vermittlung entsprechender Kompetenzen entgegenzuwirken. Allerdings liegen über Hate Speech im Kontext Schule bisher kaum Erkenntnisse vor.

Unter Hate Speech verstehen wir eine kommunikative Ausdrucksform in der Öffentlichkeit mit Botschaftscharakter (z. B. Schrift, Sprache, Videos), die absichtlich Ausgrenzung, Verachtung und Abwertung bestimmter Bevölkerungsgruppen fördert, rechtfertigt oder verbreitet und durch die diese in diskriminierender Weise in ihrer Würde verletzt, herabgesetzt oder gedemütigt werden (Wachs/Bilz/Schubarth 2018). Erste Untersuchungen lassen darauf schließen, dass Hate Speech gerade unter Jugendlichen relativ weit verbreitet ist und in den letzten Jahren zugenommen hat. So ermittelte eine Studie des Landesinstituts für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), dass 54 % der 14- bis 24-Jährigen häufig bis sehr häufig Hate Speech beobachtet haben (LfM 2016). Ein Jahr später waren dies bereits 59 % der gleichen Altersgruppe (LfM 2017). Auch internationale Studien bestätigen die große Relevanz von Hate Speech (Hawdon/Oksanen/ Räsänen 2017).

Mittlerweile gibt es zahlreiche Initiativen, die Hilfe und Unterstützung beim Umgang mit Hate Speech geben. So wird u. a. empfohlen, Gegenrede (Counter Speech) zu praktizieren, z. B. richtig zu diskutieren und zu argumentieren, nachzufragen oder zu entlarven, aber auch zu ironisieren oder Memes (sich schnell verbreitende Bilder, Videos u. ä.) gegen Hate Speech einzusetzen. Zudem ist der Selbstschutz sehr wichtig, z. B. sicherer Datenschutz, Beleidigungen nicht persönlich nehmen und sich nicht rechtfertigen. Weiterführende Links: www.amadeu-antonio-stiftung.de; www.no-hate-speech.de; www.nohatespeechmovement.de; http://www.bpb.de/252396/was-ist-hate-speech; https://www.klicksafe.de/ser vice/aktuelles/news/detail/hate-speech-im-internet/.

Gewalt und Mobbing an Schulen

Подняться наверх