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a) Haben Gewalt und Mobbing, einschließlich Gewalt gegen Lehrkräfte, in den letzten Jahren zugenommen?

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Unsere Leitthese ist, dass ein verändertes gesellschaftliches Klima, eine heterogene Schüler- und Elternschaft und vermehrte schulische Aufgaben wie Inklusion, Integration usw. auch höhere Anforderungen an Schule und Lehrkräfte stellen, insbesondere an das Schulklima und an eine gewaltfreie Kommunikation unter bzw. zwischen Schülern, Lehrkräften und Eltern, was – bei ungünstigen Voraussetzungen – zu einer höheren Gewaltbelastung an Schulen führen kann.

Zunächst ist nach wie vor festzuhalten, dass Gewalt und Mobbing an Schulen zum Schulalltag gehören und deshalb nicht verharmlost werden dürfen. Laut aktueller PISA-Studie ist fast jeder sechste 15-Jährige in Deutschland regelmäßig Opfer von körperlichen oder seelischen Attacken durch Mitschüler. Fast jeder zehnte 15-Jährige beklagt, regelmäßig Ziel von Spott und Lästereien zu sein. Jeweils 2 % der Befragten geben an, in der Schule herumgeschubst und geschlagen oder bedroht worden zu sein. Jungen sind häufiger Mobbing-Opfer als Mädchen. Letztere sind aber stärker von Ausgrenzung und bösen Gerüchten betroffen (vgl. OECD 2017). Die internationale HBSC-Studie »Health Behaviour in School-aged Children« (11- bis 15-Jährige) kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Danach sind jeweils ca. 9 % der Schüler mehrmals im Monat Opfer bzw. Täter von Mobbing. Im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland im unteren Mittelfeld, d. h. deutsche Schulen sind im Vergleich etwas weniger mit Gewalt und Mobbing belastet (HBSC-Deutschland 2015; OECD 2017).

Erfahrungen von Gewalt und Mobbing von Kindern (6 bis 11 Jahre) hat die World Vision Kinderstudie 2018 ermittelt. Ähnlich wie bei der PISA-Studie gibt jedes fünfte Kind an, selbst Erfahrungen mit Ausgrenzung zu haben oder gemobbt zu werden. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. 6- bis 7-Jährige werden eher gemobbt als ältere Kinder. Kinder aus der unteren sozialen Herkunftsschicht sind davon deutlich mehr betroffen als andere Kinder. Meist findet Ausgrenzung in der Schule statt (16 %), deutlich seltener im Freundeskreis (2 %) oder anderswo (draußen oder in der Familie: 1 %). Ca. 1 % der befragten Kinder berichtet über entsprechende Erfahrungen im Internet (World Vision Kinderstudie 2018).

Gewalt und Mobbing an Schulen

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