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Spezialagenten gegen den Krebs

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Natürliche Killerzellen (NK) sind Spezialagenten des Immunsystems. Wie alle weißen Blutkörperchen zirkulieren sie im Blutkreislauf und suchen ständig nach Bakterien, Viren oder neuen Krebszellen. Aber im Gegensatz zu anderen Zellen des Immunsystems müssen NK-Zellen nicht erst durch Krankheitserreger aktiviert werden, um sie zu bekämpfen. Sobald sie einen Feind erkennen, sammeln sie sich um den Eindringling und suchen den Kontakt von Membran zu Membran. Dann zielen sie auf ihr Opfer, ähnlich wie ein Panzergeschütz. Die »Munition« besteht aus mit Gift gefüllten Bläschen, den Vesicula.

Beim Kontakt mit der Membran der Krebszelle werden die Vesicula freigesetzt, und die chemischen Waffen der NK-Zellen (Perforin und Granzyme) durchdringen die Membran. Die Moleküle des Perforins haben eine ringförmige Struktur und bilden so eine Röhre, durch die die Granzyme in die Krebszelle eindringen können. Im Kern der Krebszelle aktivieren die Granzyme dann einen Mechanismus zur programmierten Selbstzerstörung – als würden sie der Krebszelle den Befehl zum Selbstmord geben. Diesem Befehl kann sich die Krebszelle nicht widersetzen, der Zellkern zerfällt, und das führt zum Zusammenbruch der Krebszelle. Die Zellreste werden von Makrophagen (Fresszellen) beseitigt, den Müllmännern des Immunsystems, die stets im Gefolge der NK-Zellen zu finden sind.10,11

Wie die Immunzellen von Zheng Cuis resistenten Mäusen sind menschliche NK-Zellen in der Lage, verschiedene Formen von Krebszellen zu töten, vor allem Sarkomzellen und die Zellen von Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs.12

Eine Studie an 77 Frauen mit Brustkrebs, die über einen Zeitraum von zwölf Jahren durchgeführt wurde, hat gezeigt, wie wichtig diese Zellen für die Behandlung sind. Zunächst entnahm man den Frauen zum Zeitpunkt der Diagnose Gewebeproben des Tumors und kultivierte diese mit ihren eigenen NK-Zellen. Die NK-Zellen bestimmter Patientinnen reagierten nicht; es war, als ob ihre natürliche Vitalität auf mysteriöse Weise beeinträchtigt wäre. Die NK-Zellen anderer Patientinnen gingen dagegen vehement gegen die Krebszellen vor, was auf ein aktives Immunsystem hinweist. Zwölf Jahre später, am Ende der Studie, war knapp die Hälfte (47 Prozent) der Patientinnen, deren NK-Zellen im Labor nicht reagiert hatten, gestorben. Von denjenigen, deren Immunsystem sich unter dem Mikroskop aktiv gezeigt hatte, lebten dagegen noch 95 Prozent.13

Andere Studien kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Je weniger aktiv die NK-Zellen und andere weiße Blutkörperchen unter dem Mikroskop waren, desto schneller schritt der Krebs voran und breitete sich in Form von Metastasen im ganzen Körper aus.14 Auch die Überlebensraten elf Jahre später waren deutlich geringer.15 Aktive Immunzellen spielen demnach offenbar eine wichtige Rolle dabei, das Tumorwachstum und die Metastasenbildung zu hemmen.16, 17

Das Antikrebs-Buch

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