Читать книгу Die Therapie entdeckt die Familie - Dr. med. Günther Montag - Страница 47
Das Denken in Bildern
ОглавлениеWas ist Denken? Ich habe mich mal an einer eigenen Definition versucht und fand keine bessere als „ich mache mir Bilder von den Menschen und Dingen, ich werte diese als gut oder schlimm“ Jede gute Rede, jedes gute Lied oder Gedicht zeigt uns: Gedanken erzeugen in uns Bilder. Oft habe ich Luise Ehrhardts Buch „gute Mädchen kommen in den Himmel, böse überallhin“ meinen Klienten zum Lesen empfohlen. Allein der Titel ist eine schöne Metapher, wer will denn nicht überallhin auf Reisen gehen und ankommen? Es geht in dem Buch um Selbstsicherheit: „Du musst ja nicht über Leichen gehen. Aber manchmal darfst du über Leichtverletzte gehen“. Auch dieser Satz wirkt weil er so bildhaft ist.
Wir machen uns innere Bildern von den Eltern machen, die unsere Haltungen und Handlungen bestimmen. Falls diese Bilder Irrtümer, Tilgungen und Verzerrungen enthalten, ist unser Verhalten entsprechend „dysfunktional“. Um tiefer zu blicken, müssen wir an den Bildern vorbei bis zur Wirklichkeit, so wie sie ist. Auch die kognitive VT versucht, verzerrte Bilder und Gedanken in Frage zu stellen. Wir sollen dem einengenden oder Angst machenden oder bedrückendem Denken aufbauende lichte Gedanken und Bilder gegenüberstellen. Die ressourcenorintierte Traumatherapie benützt „heilende Gegenbilder“ um den Schreckensbildern des Traumas ihre Übermacht zu nehmen. VT-ähnliche Techniken des NLP benützen die Vorstellung von Bildern, die übereinandergelegt werden: Das vorne liegende unangenehme Bild bekommt ein Loch, das immer größer wird, und das dahinter liegende Bild eines sicheren schönen Ortes kommt mehr und mehr zum Vorschein.