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VT im Einzelgespräch - durch das Systemische erweitert

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Hauptsächlich arbeite ich in Einzelsitzungen, von den Krankenkassen bezahlt. Klienten werden von Ärzten und Psychiatern überwiesen oder finden durch eigene Suche zu mir. Der Klient kommt mit einem Symptom zu mir, oder wird gekommen, mit mehr oder weniger Motivation. Er ist es gewohnt, dass man ein Mittel für ihn hat, um das Symptom rasch zu beseitigen. Er fragt: „Wie lange wird es dauern“...

Im Sinn der NLP-Strategie „pacing und leading“, hole ich den Klienten bei seinem Teilwissen über eine vordergründige VT ab und führe ihn - behutsam wie ich meine - zu einer umfassenderen Sicht über die Zusammenhänge zwischen Symptomen und Beziehungen.

Ich empfehle zusätzlich meine Praxis- Internetseite zum Lesen, dort erkläre ich was VT ist, dass es verschiedene Ebenen darin gibt, und deute das Systemische als tiefergehende Erweiterung an, anhand von Beispielen häufiger Diagnosen. Ein Auszug:

Was ist Verhaltenstherapie?

Vor langer Zeit haben wir ein Verhalten gelernt, das uns damals sinnvoll erschien. Heute zeigen uns unsere Erfahrungen, dass manchmal ein anderes Verhalten angebracht wäre. Nicht immer ändert sich das Verhalten von selbst. Man muss sich selbst durchschauen, sich ein Ziel setzen und Schritte dorthin überlegen. Dieses Durchschauen kann auf mehreren Ebenen ablaufen. Während in den Anfängen der VT die Deutungen oft sehr oberflächlich waren, schaut die moderne VT auch mehr in die Tiefe. Siehe die Beispiele unten. Neues Verhalten lässt sich nur schrittweise lernen. Wir müssen üben. Manchmal hilft uns beim Üben ein Vorbild Mit der Zeit merken wir wie gut und befreiend dieses Üben sein kann, und das gute Gefühl ist wie eine Belohnung. So machen wir neue Erfahrungen. Und haben eine neue Einsicht: Das Leben ist schön. Das ist Verhaltens-Therapie.

Ich erwarte die Bereitschaft, mit Verantwortung für sich selbst das Leben zu nehmen, so wie es ist, und etwas daraus zu machen. …

Hier sind einige Beispiele, bei welchen Anliegen Verhaltens- Therapie (abgekürzt VT) helfen kann:

Mobbing“:

Wer über die anderen klagt, verhält sich wie ein „Opfer“... Die „oberflächliche“ Therapie hilft, wahrzunehmen, wo man ausgenutzt wird, und sich zu wehren. Das hilft manchmal schon sehr viel. Tiefer aber: Je mehr sich aber so etwas wiederholt, um so unwahrscheinlicher ist es, dass es nur mit den „Anderen“ zu tun hat. Sind Sie bereit, sich selbst näher anzuschauen? Erkennen Sie auch sich selbst teilweise als „Täter“? Erschreckt Sie das? Manchmal macht ein heilsames Erschrecken auf einmal handlungsfähig. Könnten Sie sich fragen „Wie habe ich dazu beigetragen, dass man mich an der Arbeitsstelle ausschließt.“ - das hilft, ein mögliches das Ziel zu sehen: „Ich möchte mich in dieser (oder der nächsten) Arbeitsstelle so verhalten, dass Andere gern mit mir zusammenarbeiten.“

Burnout“:

Ein echtes „Burnout“ ist Erschöpfung wegen übertriebenen Aufopferns für andere, zum Beispiel im Beruf. Nicht nur die helfenden Berufe sind davon betroffen. Die Akut- Hilfe ist natürlich, das zu erkennen, und für eine Zeitlang Abstand von der Arbeit zu bekommen und sich zu besinnen. Dabei kann eine Krankschreibung helfen, manchmal muss man auch die Arbeitszeit auf Dauer reduzieren oder die Stelle wechseln. Aber was ist, wenn sich solche Situationen immer wiederholen? Dann ist die tiefere Etage der Therapie gefragt: Welches vielleicht in früher Kinderzeit angewöhnte Verhaltensmuster wirkt da? Fragen Sie sich: „Wollte ich als Kind z. B. der kranken Mutter oder dem kranken Vater helfen oder sie retten.“ VT hilft, solche Muster zu erkennen, das liebevolle Loslassen zu üben und im Beruf gelassener werden. Manchmal kann die Therapie hier gut durch eine „Familienaufstellung“ ergänzt werden, wo in einem wortlosen ruhigen Rollenspiel diese alten Gefühle ans Licht kommen.

In den Einzelsitzungen bemühe ich mich, sobald ich einen kreisenden Redefluß des Klienten um vordergründige Anliegen bemerke, Fragen auf die Bereiche Ressourcen und Familiennetzwerk auszuweiten. Am Anfang scheiden sich bei mir die Geister. Manche begreifen nicht die Zusammenhänge ihrer Probleme mit tieferen Mustern, wechseln zu Therapeuten die mehr beim Symptom bleiben. Andere wechseln von anderen Therapien zu mir, sind erleichtert dass ich sie aus ihrer Endlosschleife hole, finden durch die erweiterten Fragen Einsicht in die Entstehung ihrer Verhaltensmuster. Wenn etwas ans Licht gekommen ist, kann es nicht mehr so bleiben wie bisher.

Die Therapie entdeckt die Familie

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