Читать книгу Viel mehr als nur Körpersprache – Executive Presence - Kay-Sölve Richter - Страница 10
Ein Beispiel, wie die Summe der Kleinigkeiten einem starken Auftritt im Weg steht
Оглавление»Vielleicht kurz zu meiner Person. Mein Name ist Melanie Fink und ich bin verantwortlich für den Bereich Nachhaltigkeit der Firma XY. Es ist uns bewusst, dass es nur diesen einen Planeten gibt, wir sind aber überzeugt, dass neue technische Innovationen die Lösung für viele der aktuellen Probleme bringen werden.«
Melanie Fink (die eigentlich anders heißt) ist das, was man eine Powerfrau nennt. Sie brennt für ihr Thema im gleichen Maße, wie sie an den bürokratischen Hürden verzweifelt. Für eine nachhaltige Produktion zu kämpfen, den Planeten grüner und besser zu machen, ist für sie kein Job, es ist ihre Mission. Sie ist leitende Führungskraft, ihr Wort hat Gewicht und wird umgesetzt. Eine sympathische Frau, die uns mit hellwachen und neugierigen Augen gegenübersitzt.
Wenn man sich ihren Einstieg näher ansieht, wird eines ganz deutlich: Sprache, Gestik, Stimme und Struktur (die vier Felder, die wir in Teil B ausführlich analysieren) wirken bei Melanie Fink so unglücklich zusammen, dass ihre Präsentation zwar immer noch okay ist, aber nichts von der Kraft und Persönlichkeit widerspiegelt, die sie eigentlich auszeichnet. Ein Beispiel für die vergebene Chance, Punkte für ein wichtiges Thema zu sammeln und zu setzen. Kein einziger ihrer »Fehler« ruiniert, für sich genommen, einen Vortrag. Kein Zuschauer sitzt mit Block und Stift auf seinem Stuhl und macht sich Notizen, wie wir es in einem Coaching tun. In Summe bleibt jedoch ein ungutes Gefühl zurück, es entsteht ein Eindruck, der deutlich schwächer ausfällt, als er müsste. Sehen Sie die folgenden Anmerkungen zu diesem Intro bitte nicht als kleinliches Kritisieren am Detail, sondern als Sensibilisierung dafür, wie eben jene Details in Summe die Wirkung deutlich schwächen können.