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Ob Homeoffice oder Meetingraum – für die Dauer der Videokonferenz ist Ihre Umgebung Ihr Studio

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Daher sollten Sie alle Vorbereitungen treffen, die auch in einem echten Studio getroffen werden – angefangen bei der richtigen Ausleuchtung. Tageslicht ist meistens eine gute Wahl, solange Sie sich nicht mit dem Rücken vor das Fenster setzen (Schattenmann-Effekt). Von Fotografen und Kamerakollegen hört man gerne den Satz »Vordergrund mach Bild gesund« – in Videokonferenzen sollten Sie aber auch den Bild-Hintergrund nicht vernachlässigen. Er sollte möglichst neutral und »aufgeräumt« sein, dadurch nicht von Ihren Aussagen ablenken und vor allem keine unerwünschten Botschaften senden. (Die Kraft des Bildes: Nach einem ZDF-Interview mit Friedrich Merz wurde in verschiedenen Medien vor allem über die Proseccoflasche im Regal hinter ihm gesprochen.6) Sind Sie regelmäßig in Videokonferenzen unterwegs, empfiehlt sich eine feste, definierte Position für Laptop / Hintergrund, das spart Vorbereitungszeit. Leitung, Ton und Bild unbedingt vorher (!) testen; die Technik ist Mittel zum Zweck und sollte nicht zum Diskussionsgegenstand werden. Geht während der Datenübertragung doch einmal etwas schief (Netzstörung, Leitungsprobleme, Tonpannen), sprechen Sie dies offen an. Ein oder zwei Testdurchgänge können helfen, Ihre Konzentration weg von der Technik und den ungewohnten Begleitumständen, hin zu Ihren eigentlichen Botschaften zu lenken.

In Telefon- und Videokonferenzen spielt der Ton eine entscheidende Rolle. Alle möglicherweise auftretenden Störgeräusche sind daher zu vermeiden (konkret: Bürotür abschließen, Telefone ausschalten). Insbesondere Geräusche, die sich aus dem Bildausschnitt nicht erschließen (läuft da etwa die Waschmaschine?) und die der Betrachter nicht zuordnen kann, wirken irritierend. Ein klickender Kugelschreiber macht eine Botschaft möglicherweise unhörbar, denn anders als das menschliche Ohr filtert das Mikrofon die unwichtigen, störenden Geräusche nicht heraus. Sprudelndes Mineralwasser oder eine knisternde Kekspackung? Keine gute Idee. Und schließlich gilt, wie bei jedem echten Studioauftritt, auch im Homeoffice: Schweißperlen auf der Stirn (durch zu helle / warme Lampen, Anspannung, schlechte Luft) zu kaschieren, ist kein Beleg für Eitelkeit, sondern für Professionalität. Wer bei seinen eigenen Argumenten – im wahrsten Sinne des Wortes – ins Schwitzen kommt, liefert kein überzeugendes Bild. Es muss nicht gleich die Visagistin kommen, ein trockenes Küchentuch und etwas Puder – ja, auch für die Herren der Schöpfung – helfen bereits.

Und damit sind wir bei unseren »Big Four der Präsenz«. Welche Rolle spielen Struktur, Haltung, Sprache / Stimme und Körpersprache in der Videokonferenz?

Viel mehr als nur Körpersprache – Executive Presence

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