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Fokus: Selbstkonzept als Wertkomponente in der Erwartungs-mal-Wert-Theorie von Eccles und Wigfield (2020)
ОглавлениеDie Trennung in eine Kompetenz- und Affektdimension akademischen Selbstkonzepts entspricht auch der oben beschriebenen sehr verbreiteten Weiterentwicklung des Risiko-Wahl-Modells durch Eccles und Wigfield (2020). Hier wird die schulische Motivation in eine Erwartungs- und in eine Wertkomponente unterteilt. Die Erwartungskomponente beinhaltet Selbstwahrnehmungen eigener Fähigkeiten und Erfolgserwartungen und wird in empirischen Untersuchungen entsprechend häufig durch das akademische Selbstkonzept erfasst. Die Wertkomponente bildet den Anreizaspekt von Tätigkeiten ab und kann ihrerseits in vier Unterfacetten aufgeteilt werden: intrinische Motivation (Freude, Interesse), Nützlichkeit (Passung zu zukünftigen Plänen und Zielen der eigenen Person), Relevanz (subjektive Bedeutsamkeit guter Leistungen und Erfolge für die eigene Person) und Kosten (die zu investierende Anstrengung und die Opportunitätskosten).
Für die Genese des akademischen Selbstkonzepts sind vor allem Leistungsrückmeldungen signifikanter Anderer (z. B. von Lehrpersonen) sowie soziale und dimensionale Vergleiche bedeutsam. So vergleichen Kinder und Jugendliche ihre eigenen Fähigkeiten und Leistungen nicht nur mit denen der Anderen (sozialer Vergleich), sondern sie vergleichen auch ihre eigenen Leistungen in den verschiedenen Lernbereichen miteinander, z. B. ihre Leistungen in den sprachlichen mit ihren Leistungen in den naturwissenschaftlichen Fächern (dimensionaler Vergleich).