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MANETHO VON SEBENNYTOS
ОглавлениеDer wichtigste Geschichtsschreiber ist Manetho von Sebennytos. Er ist Priester in Heliopolis unter Ptolemäios II. (285–246 v. Chr.) und verfasst für den makedonischen König die Geschichte des Landes, über das dieser regiert – die ursprünglich dreibändige Aegyptiaca. In ihr behandelt er in griechischer Sprache die Zeit von der Herrschaft der Götter und Geister bis hin zur zweiten persischen Eroberung (341–332 v. Chr.) und leistet dabei Grundlegendes. Er stellt Herrschergruppen zusammen, die er mit Angaben der Heimat- bzw. Residenzstädte sowie mit volkstümlichen Glossen, angeblich aus den betreffenden Zeiten, anreichert.
Die Originalmanuskripte des Manetho sind leider nicht erhalten geblieben, sondern nur die Abschriften einiger seiner späten Kopisten, von denen Flavius Josephus (37/38 – nach 100 n. Chr.), Sextus Iulius Africanus (160/70 – nach 240 n. Chr.) und Eusebius von Caesarea (260/64–339/49 n. Chr.) am bedeutendsten sind. Manche Fehler schleichen sich durch Textverderbtheit, Unwissenheit und Missverständnisse ein, andere Veränderungen sind bewusst vorgenommen worden, Vereinfachungen und Kurzfassungen entstehen, und das Ur-Werk wird mehrmals überarbeitet und auch über das Original hinweg fortgesetzt. So kommt es erst im Nachhinein zu einer Unterteilung der Könige in 31 Dynastien, die Manetho selbst nicht vorgenommen hat.
Bereits die alten Ägypter scheinen drei große Epochen im Verlauf ihrer Geschichte unterschieden zu haben, denn deutlich zeichnen sich drei Namen als »Gründerväter« neuer Zeitalter ab: Meni oder Menes, der das Alte Reich (ca. 2707–2202 v. Chr.) vorbereitet, König Mentu-hotep II., der Ägypten nach einer Zeit des Chaos’ und des Zusammenbruches neu vereint und das Mittlere Reich (ca. 2057–1795 v. Chr.) gründet, und schließlich König Ahmose, dem es nach einem neuerlichen politischen Zerfall gelingt, den Grundstein für eine nächste große Glanzzeit, das Neue Reich (ca. 1550–1093 v. Chr.), zu legen.
Als Priester stehen Manetho die Archive der Tempel zur Verfügung und er nutzt eindeutig mehrere Quellen aus pharaonischer Zeit, um seine Geschichte zu schreiben. Wenige dieser Königslisten haben sich bis in unsere Tage hinein erhalten. Die wichtigsten seien hier kurz vorgestellt: