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Gegen Indianer und Franzosen: Koloniale Kriege

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Das überragende militärische Phänomen der nordamerikanischen Kolonien seit 1607, dann der Innen- und Außenpolitik der USA seit der formellen Unabhängigkeit 1783 war die Expansion nach Westen: durch Besiedlung und Erschließung, durch Kauf und Abtretung, aber auch durch Rechtsbruch und Infiltration, durch Krieg und Völkermord. Die USA expandierten seit 1800 mit einer Dynamik, einer Geschwindigkeit und Intensität, die kaum Parallelen in der Weltgeschichte kennt. Diese Expansion nach Westen war zugleich die wichtigste Ursache für den Aufstieg der ehemals dreizehn Kolonien zur Weltmacht im 20. Jahrhundert. Im Weg standen den USA dabei weniger die europäischen Mächte als die Ureinwohner Nordamerikas, die Indianer, die in den Indianerkriegen um ihr Überleben kämpften.

Die Urerfahrung von Expansion, Dynamik und Fortschritt, mit der die Amerikaner ihre Nation entwickelten, hat die amerikanische Gesellschaft und den Charakter Amerikas tief geprägt. Mit der Westexpansion gelang es, selbstständig zu werden, eine eigene Identität – eben in Abgrenzung zu dem statisch wirkenden Europa – zu entwickeln und die alten Kolonialmächte Frankreich, England, Spanien und Russland vom nordamerikanischen Kontinent größtenteils zu vertreiben. Das gelang, weil die Vereinigten Staaten am Rande des eurozentrischen Weltsystems lagen und weil die europäischen Nationen die Kriege und Konflikte untereinander in der Regel für wichtiger hielten als die Eindämmung der aufsteigenden Macht auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans.

Von daher ist es wichtig, Amerikas Kriege bereits vor der Staatsgründung durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 zu betrachten. Denn die „Eroberung“ des nordamerikanischen Kontinents begann schon vor der Unabhängigkeit mit den Kriegen der englischen Kolonisten.

Amerikas Kriege

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