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Auf der Insel, 12. November 2014

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Lech geht es besser, das Fieber hat ihn endlich aus seinen Fängen gelassen. Doch braucht er noch immer Sauerstoff. Und mit einer Sauerstoffmaske auf Nase und Mund lässt es sich nur schlecht reden. Also habe ich ihm ein Stück aus W. G. Sebalds Ringe des Saturn vorgelesen, die Geschichte vom Bauern Alec Garrard, der seit zwanzig Jahren an einem Modell des Jerusalemer Tempels baut und daran zweifelt, sein Vorhaben je beenden zu können. Denn die Archäologen kommen ständig mit neuen Erkenntnissen, Erkenntnisse, die man nicht außer Acht lassen darf, wenn man ein wahres Bild des Tempels schaffen will.

Der Erzähler, der Alec Garrard auf seinem Hof getroffen hat, ist schon im Begriff weiterzuwandern, als der Tempelbauer ihm anbietet, in seinem Wagen mitzufahren. Als er dann neben Garrard im Fahrerhaus sitzt, wünscht er, die kurze Fahrt möge nie ein Ende nehmen: »That we could go on and on, all the way to Jerusalem.«

Als ich den letzten Satz gelesen hatte, schaute ich zu Lech. Er war eingeschlafen. Ich wusste nicht, warum ich den Satz noch einmal laut wiederholte. Auch nicht, wer von uns es am meisten brauchte, dass ich meine Hand auf Lechs Hand legte.

Goodbye, Bukarest

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