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Bastet, Göttin der Fruchtbarkeit

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Für die alten Ägypter hatte die Hauskatze offenbar nur positive Eigenschaften. Das versinnbildlicht sehr schön Bastet, die bis heute berühmteste Göttin in Katzengestalt. Sie ist eine Tochter des Re, Ikone der Fruchtbarkeit, Liebe und Geburt, des Tanzes, der Musik, der Freude, der Feste und des Rausches, und steht auch mit dem Mond in Verbindung. Ein Besuch der Ägyptischen Sammlung im Neuen Museum in Berlin, im Louvre in Paris oder im British Museum in London lohnt allein ihretwegen. Zahllose Statuetten von Bastet, dargestellt als Frau mit Katzenkopf, oft mit Hauskatzen im Gefolge, oder als sitzende Katze, häufig mit goldenen Verzierungen, Amuletten und Schmuck, ziehen Menschen bis heute in ihren Bann.


Antike Darstellung der Göttin Bastet aus dem Matsuoka Museum in Tokio.

Bastet existierte wohl schon im Alten Reich (ca. 2707–2216 v. Chr.) – allerdings noch nicht als liebe Hauskatze. Einst war sie mit Sachmet verschmolzen, der »Herrin des Zitterns«, einer Göttin des Krieges, unberechenbar in ihrer Zerstörungswut, die oft als Frau mit Löwenkopf dargestellt wurde. Bastet hingegen entwickelte sich zur sanften, fröhlichen Katze, die Fruchtbarkeit schenkte und das Haus schützte, ganz so wie ihre tierischen Vertreter, die Hauskatzen. »Als Sachmet ist sie zornig, als Bastet gnädig und fröhlich«, lautet eine Inschrift des Tempels von Philae, die man auf die Göttin Hathor beziehen kann (die mit beiden Göttinnen gleichgesetzt wurde) oder auf Tefnut, die die kätzisch-widersprüchlichen Seiten von Sachmet und Bastet in sich vereint.

Gefeiert wurde Bastet mit orgiastisch-fröhlichen Festen, vor allem in der ihr geweihten Stadt Per-Bastet (»Haus der Bastet«), von den Griechen Bubastis genannt. Der griechische Historiker Herodot beschreibt, wie ganze Massen auf Schiffen zum Kultzentrum der Katzengöttin reisen. Die gesamte Fahrt über wird gesungen, musiziert und gelärmt. An jeder Stadt am Fluss halten sie an, manche Frauen tanzen und »heben ihre Kleider hoch«. »Wenn sie aber nach Bubastis gekommen sind, feiern sie und bringen große Opfer dar, und Wein aus Reben geht bei diesem Fest drauf mehr als in dem ganzen Jahr sonst.« 700 000 fröhliche Bastet-Verehrer, Männer und Frauen, strömen regelmäßig für das trunkene Fest zusammen.

Katzen. 100 Seiten

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