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Überraschendes Miauen aus dem Grab

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Lange Zeit gab es dazu mehrere Theorien und – typisch für unsere Beziehung zu Katzen – Missverständnisse. So glaubte man noch bis 2004, die alten Ägypter seien die Ersten gewesen, die Katzen domestiziert hätten. Immerhin lebten diese Tiere dort seit langem als echte Haustiere mit Menschen zusammen, spätestens seit der Blütezeit im Neuen Reich vor rund 3600 Jahren. Antike Bildnisse zeigen Katzen als selbstverständliche Mitglieder des Haushalts, mit Halsbändern, unter Möbeln sitzend, aus Schälchen speisend. Die enorme Zahl an Katzenmumien – im Jahr 1888 fand man an einer Grabstätte Hunderttausende – und andere Hinweise zeigen außerdem, dass die alten Ägypter ihre Katzen bereits züchteten, wenn auch offenbar nicht mit dem Ziel, sie zu verändern – auf den Bildern sind sie optisch nicht von der Wildform unterscheidbar.

Ein archäologischer Fund auf Zypern brachte 2004 die große Überraschung: Offenbar leben wir Menschen schon Tausende Jahre länger als angenommen mit unseren Hausgeistern zusammen, nämlich seit Beginn der Jungsteinzeit. Die Forscher staunten, als sie auf der Insel eine 9500 Jahre alte Grabstätte eines Menschen fanden – und dazu das Skelett einer Katze, deren Körper ebenso wie der menschliche nach Westen ausgerichtet war. Da das Tier erst acht Monate alt war, vermutet man, dass es vielleicht getötet wurde, um mit dem Menschen beigesetzt zu werden. Auf der Insel Zypern kamen damals von Natur aus keine Wildkatzen vor. Das Tier musste also auf einem Boot dorthin gelangt sein. Die Art der Bestattung könnte bedeuten, dass Katzen schon damals einen hohen Status sowie eine besondere Beziehung zum Menschen hatten. Heute werten viele Forscher den Fund als ältestes Zeugnis von Katzenhaltung.

Katzen. 100 Seiten

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