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Geliebt über den Tod hinaus

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Andere Katzen wurden nicht als Opfergabe einbalsamiert, sondern offenbar zu Ehren ihrer Persönlichkeiten, als geliebte Schoßtiere. Bekannt ist das Beispiel der Katze des Thutmosis. Der Kronprinz starb noch zu Lebzeiten seines Vaters, und so wurde sein Bruder Echnaton (Ehemann von Nofretete und Vater des Tutanchamun) an seiner Stelle Pharao. Thutmosis’ Katze Ta-Miaut (›Die Katze‹) wurde mit dem Prinzen in Memphis bestattet, und zwar in einem für sie gefertigten Sarkophag, der so aufwändig gearbeitet und mit magischen Zeichen versehen war, wie es sonst für hochwürdige Menschen üblich war. Er zeigt auch ein Bildnis von Ta-Miaut, die vor einem Opfertisch mit zubereitetem Geflügel sitzt. Der Kalkstein-Katzensarg, der etwa auf das Jahr 1350 v. Chr. datiert wird, gilt als Beleg dafür, dass die Ägypter an ein Leben nach dem Tod auch für Tiere glaubten – und als Zeichen der innigen Zuneigung des Prinzen für seine Katze.

Ein noch älteres Zeugnis ist der Fund von 17 Katzenskeletten in einem Grab der Nekropole Umm el-Qaab aus der 12. Dynastie (1991–1783 v. Chr.). Die Katzen waren offenbar mit Futter-Grabbeigaben bestattet worden: kleine Näpfe, die wohl einst Milch enthielten. Interessant ist eine Entdeckung, die sogar in die prädynastische Zeit zurückweist. In einem rund 6000 Jahre alten Grab in Hierakonpolis fand man einen Mann, der mit einer Gazelle und einer Katze beigesetzt worden war. Während die Antilope sicher als Nahrung für den Verstorbenen (und möglicherweise auch für die Mieze) im Totenreich gedacht war, glauben manche Experten, dass die Katze wohl sein Lieblingshaustier, auf jeden Fall aber sehr wichtig für ihn war – unter anderem, weil ihre Knochen in Stoff gewickelt waren, was auf eine frühe Form von Mumifizierung hindeuten könnte.

Katzen. 100 Seiten

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